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Wirtschaftsforscher erwarten leichte Konjunkturerholung

Berlin - Die Folgen der Wirtschaftskrise fallen 2010 weniger dramatisch aus als erwartet. Das geht aus der Konjunkturprognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor.

Diese wurde am Montag in Berlin vorgestellt. Während für das laufende Jahr noch mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent gerechnet wird, soll es 2010 wieder um 1,5 Prozent steigen. Vom konjunkturellen Zustand des Jahres 2008 sei das Land hingegen noch weit entfernt. “Der Weltuntergang wirtschaftlicher Natur ist abgesagt, die düsteren Prognosen des Frühjahrs haben sich nicht bestätigt“, verkündete IW-Direktor Michael Hüther. So könne der Außenhandel nach einem Einbruch der Exporte um 15 Prozent im Jahr 2009 mit einem Zuwachs um fünf Prozent für 2010 rechnen.

Hüther sieht darin ein wichtiges Signal für die Exportnation Deutschland, da drei Viertel des wirtschaftlichen Einbruchs auf den kriselnden Außenhandel zurückzuführen seien. Von einem besonders starken Rückgang seien in diesem Jahr dagegen die Ausrüstungsinvestitionen betroffen. Preisbereinigt lägen sie ganze 22 Prozent unter dem Niveau von 2008, und auch im kommenden Jahr ist laut Prognose allenfalls ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte zu erwarten. “Die Investitionstätigkeit stabilisiert sich auf ihrem derzeitigen Krisenniveau“, erklärte Hüther.

“Erholung ist fragil“

Wenig optimistisch fallen auch die Zahlen für den Arbeitsmarkt aus, der laut Prognose erst 2010 die volle Last der Rezession zu spüren bekommt. Weitere 700.000 Menschen sollen ihren Job verlieren. Damit steigen die Zahl der Erwerbslosen auf über 4,2 Millionen und die Arbeitslosenquote auf rund 9,5 Prozent. Hüther zufolge haben Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit geholfen, die Folgen der Krise abzudämpfen. Er lobte die “moderate Lohnpolitik“ der letzten Jahre und riet dazu, auf Mindestlöhne wegen ihrer beschäftigungsfeindlichen Wirkung zu verzichten. “Diese Erholung, die wir sehen, ist fragil“, warnte Hüther. Daher sei von Steuererhöhungen in jedem Fall abzusehen, um den konjunkturellen Aufschwung “nicht abzuwürgen“.

Kritisch beurteilt Hüther auch die Lage der durch Konjunkturpakete und gesunkene Steuereinnahmen belasteten Staatsfinanzen. Demnach drohe in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit von 87 Milliarden Euro, für 2010 sagt das Institut sogar 136 Milliarden Euro voraus. Das entspreche rund 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und überschreite damit deutlich die zulässige Höchstgrenze von drei Prozent des Europäischen Stabilitätspakts. Dazu erklärte Hüther: “Die Konsolidierung ist die Aufgabe einer Dekade, das wird nicht in Kürze gehen.“ 

ap

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