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Datenschutz-Desaster

Facebook-Tochter WhatsApp laufen die Nutzer weg - Auch Messaging-Methusalem profitiert, doch es ist Vorsicht geboten

WhatsApp: Die Messenger-App hat wegen der geplanten Änderung der Nutzungsbedingungen Ärger mit ihren Nutzern.
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WhatsApp: Die Messenger-App hat wegen der geplanten Änderung der Nutzungsbedingungen Ärger mit ihren Nutzern.
  • Thomas Schmidtutz
    VonThomas Schmidtutz
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WhatsApp hat seine User mit der geplanten Änderung der Datenschutz-Bestimmungen verärgert. Viele Nutzer haben dem Messenger-Dienst inzwischen sogar den Rücken gekehrt.

  • WhatsApp ist der wichtigste Messenger-Dienst der Welt.
  • Doch mit dem geplanten Update der Datenschutzbedingungen hat die Facebook-Tochter ein Eigentor geschossen.
  • Weltweit suchen User nach Alternativen.
  • Jetzt feiert sogar ein Messenger-Methusalem sein Comeback.

München – Der Messenger-Dienst WhatsApp hat sich als weltweit führende Smartphone-Anwendung für Nachrichten etabliert. Rund um Globus chatten über zwei Milliarden Menschen mit WhatsApp, schicken sich Fotos oder telefonieren per Video. Doch seit Anfang Dezember hat die Erfolgsgeschichte schwere Kratzer bekommen. Quasi über Nacht hatte die Facebook-Tochter ihre User aufgefordert, neuen Datenschutz-Bestimmungen zuzustimmen – und damit einen weltweiten Aufschrei provoziert.

Der Unmut war so groß, dass Heerscharen von Nutzern der Plattform den Rücken kehrten und zur Konkurrenz flohen. Alleine die auch bei Querdenkern beliebte Messaging-Plattform Telegram hat nach eigenen Angaben innerhalb von drei Tagen rund 25 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen. Signal war zwischendurch sogar die meist geladene App in den Stores bei Google und Apple. Dazu feiert auch noch ICQ sein Comeback.

ICQ ist die Mutter aller Messenger-Apps. Die Mini-Anwendung für iPhone und Android-Phones geht auf das gleichnamige PC-Programm des Tel Aviver Unternehmens Mirabilis aus dem Jahr 1996 zurück. Binnen weniger Monate wurde aus dem Chat-Programm ein weltweites Phänomen. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2001 hatten rund 100 Millionen Menschen ICQ („I seek you“) auf ihren Rechnern installiert. Doch mit dem Siegeszug der Smartphone-Messenger war ICQ Old School.

Zwar gibt es seit 2010 auch eine Version für Smartphones. Aber an den Erfolg anderer populärer Messenger kam der Messenger-Methusalem bislang nicht heran. Doch nun haben ICQ, Telegram, Signal oder Threema mit dem WhatsApp-Flop unerwartet Rückenwind erhalten. Und Old School ist plötzlich wieder hip.

WhatsApp: Geplante Datenschutz-Änderung erweist sich als Desaster

Im Facebook-Headquarter im kalifornischen Menlo Park hat der unvermittelte Hype der WhatsApp-Konkurrenz für Unruhe gesorgt. Man werde die Frist für die Zustimmung bis Mitte Mai verlängern, hatte der Konzern vor gut einer Woche angekündigt.

In der Branche gilt das WhatsApp-Desaster inzwischen als Musterbeispiel für schlechte Kommunikation. Anders, als viele User argwöhnen, will WhatsApp die Nutzungsdaten nach eigenen Angaben gar nicht an Facebook weiterleiten, was im übrigen laut EU-Recht ohnehin verboten wäre. Stattdessen sollen Nutzer laut WhatsApp nur erlauben, dass sie über den Messenger Produkte kaufen können, die sie zuvor bei Facebook oder der Facebook-Tochter Instagram gesehen haben. Ob der Konzern mit dieser Botschaft aber noch bei den Usern durchdringt, ist derzeit eher fraglich.

Noch fraglicher ist allerdings, ob ICQ in Sachen Datensicherheit eine vernünftige Alternative zu WhatsApp werden kann. Schließlich gehört der Oldie-Messenger inzwischen zu Mail.ru. Der russische Internet-Riese war in der Vergangenheit wiederholt wegen mangelnder Datensicherheit in den Schlagzahlen. So sollen etwa russische Strafverfolgungsbehörden wiederholt Zugang zu ICQ-Nachrichten von Angeklagten gehabt haben – noch bevor ihre jeweiligen Endgeräte beschlagnahmt werden konnten. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Netzwerks.

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