300 Millionen Euro zusätzlich

Weitere Mehrkosten bei Stuttgart 21 möglich

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Stuttgart 21 könnte noch 300 Millionen Euro teurer werden, nachdem bereits eine Verteuerung um 1,1 Milliarden Euro bekannt geworden war. Foto: Marijan Murat

Milliardenschweres Großprojekt statt Ausbau in der Fläche? Für Kundenvertreter und Kritiker steht der Bahnhofsbau in Stuttgart für die falsche Priorität. Und die Kosten könnten weiter steigen.

Stuttgart/Berlin (dpa) - Das Bahnprojekt Stuttgart 21 könnte noch teurer werden als die nun bekannt gewordenen 7,6 Milliarden Euro. Die Bahn plant mit einem Risikopuffer von weiteren 300 Millionen Euro, wie die "Wirtschaftswoche" mit Verweis auf Aufsichtsrats-Unterlagen berichtete.

Als Kostentreiber zähle der Vorstand unter anderem noch nicht vergebene Aufträge, die verzögerte Inbetriebnahme und geologische Risiken auf. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur aus dem Umfeld des Kontrollgremiums bestätigt.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bahn nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro für das umstrittene Projekt erwartet - bislang waren es 6,5 Milliarden Euro. Die Fertigstellung verzögert sich von Ende 2021 auf Ende 2024. Der neue Zeit- und Kostenplan soll auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.

Die steigenden Kosten schaden laut Fahrgast- und Verkehrsverbänden Bahnkunden bundesweit. "Durch die fatalen Mehrkosten fehlt das Geld an anderer Stelle, beispielsweise für den dringenden Ausbau so mancher regionaler Strecke", sagte der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ähnlich äußerte sich der Verkehrsclub Deutschland in der "Pforzheimer Zeitung".

Aus den Reihen von Grünen und Linken kamen Forderungen nach einem Ausstieg aus dem Projekt. "Kein Geld mehr ins Milliardengrab", verlangte die Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig (Linke) am Donnerstag und warb für ein Alternativkonzept der Projektgegner. Parteichef Bernd Riexinger warf der Bahn und der Bundesregierung vor, in dieser Frage seit Jahren "faktenresistent" zu sein. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kritisierte im Deutschlandfunk, das Projekt sei nie so genau durchgeplant gewesen, wie die Befürworter immer behauptet hätten.

Ein Ausstieg aus Stuttgart 21 würde laut einem Gutachten für den Bahn-Aufsichtsrat sieben Milliarden Euro kosten. Entsprechende Informationen des "Handelsblatts" (Donnerstag) wurden im Umfeld der Aufseher bestätigt. Wie sich die Summe im Einzelnen zusammensetzt, wurde nicht bekannt. 2013 waren die Abbruchkosten auf zwei Milliarden Euro beziffert worden.

Die Projektpartner von Stuttgart 21 bekräftigten, sich nicht an den Mehrkosten beteiligen zu wollen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag): "Welche Zahlen auch immer am Ende bestätigt werden, es bleibt dabei: Bauträger ist die Bahn, verantwortlich sind daher die Bahn und der Bund. Das Land zahlt nicht mehr als die vereinbarten 930 Millionen Euro."

Bei dem Projekt soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein unterirdischer Durchgangsbahnhof werden. An der Station wird seit Februar 2010 gebaut. Projektpartner sind das Land, die Stadt Stuttgart, die Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart.

Bahn-Pressemitteilungen

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Tweet Sabine Leidig

Hermann im Deutschlandfunk

Konzept "Umstieg21"

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