Zuversicht bei Renditezielen

Volkswagen sieht seine Kernmarke "wieder in der Offensive"

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Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw sieht sich dank Sparerfolgen und neuer Modelle wieder in der Erfolgsspur. Foto: Uli Deck

Der enorm teure Dieselskandal zwang VW erst recht zum Sparen - dabei hatte der Autobauer ohnehin vor, profitabler zu werden. Wichtige erste Schritte sollen jetzt gemacht sein. Aber der Balanceakt aus Renditezielen und Milliardeninvestitionen ist nicht einfach.

Wolfsburg (dpa) - Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw sieht sich dank Sparerfolgen und neuer Modelle nach dem Dieselskandal wieder auf Kurs. "Volkswagen ist auf allen seinen Kernmärkten wieder in der Offensive", sagte Markenvertriebschef Jürgen Stackmann.

Dabei hätten die Wolfsburger gerade erst mit ihrer großen Modelloffensive begonnen, meinte der Manager. Auch in Deutschland, wo die Diskussion um Dieselaffäre und Fahrverbote in Großstädten den Absatz im laufenden Jahr belastet hat, soll es nun mit den Auslieferungen im November wieder aufwärts gehen.

Die Umweltprämie, die Volkswagen zum Umtausch alter Dieselfahrzeuge in neuere Autos anbietet, trage dazu bei, sagte Stackmann. Ende des Jahres läuft der Rabatt in der derzeitigen Form allerdings aus. Bisher hätten rund 50 000 Kunden Gebrauch davon gemacht, berichtete der Vertriebschef. Rund 9 Prozent davon hätten zudem alternative Antriebe vom Elektromotor bis zum Flüssiggasabtrieb gewählt.

"Unser Ziel ist es, Volkswagen zum weltweit führenden Volumenhersteller zu machen und optimal auf die Zukunft der Auto-Mobilität vorzubereiten", ergänzte Markenchef Herbert Diess. VW hatte nach dem milliardenteuren Skandal um manipulierte Abgastests unter anderem neue Modelle der im Trend liegenden Stadtgeländewagen (SUV) angekündigt.

"Zugespitzt könnte man sagen: Mit den SUVs verdienen wir das Geld, das wir für die Wende hin zur Elektromobilität benötigen", erklärte Diess. In drei Jahren sollen 20 SUV-Modelle 40 Prozent der verkauften Autos ausmachen. Parallel dazu soll der Bau von E-Fahrzeugen ausgebaut werden - möglicherweise auch durch eine Produktion in den USA.

Um die lange renditeschwache Kernmarke des Konzerns fit zu machen, hatte der Autobauer im vergangenen Jahr zudem den Abbau von weltweit rund 30 000 Stellen bis 2020 angekündigt, davon 23 000 in Deutschland. Das soll die Kosten ab 2020 um jährlich 3,7 Milliarden Euro senken.

In dem "Zukunftspakt" genannten Programm seien bereits 1,9 Milliarden Euro an Einsparungen erreicht, im laufenden Jahr seien in Deutschland 3800 Arbeitsplätze abgebaut worden. Weil unter anderem neue Auszubildende hinzukamen, betrug das Minus in der Summe rund 1800 Stellen. Das Ziel von 9200 unterschriebenen Verträgen zur Altersteilzeit werde Ende des Jahres wohl erreicht, hieß es.

Zwischenzeitlich hatte es mit dem Betriebsrat rund um die Vereinbarungen des Sparpakts kräftig Krach gegeben. Doch alles in allem hätten Unternehmen und Arbeitnehmerseite sich zusammengerauft, sagte Diess. "Ich kann mich über die Zusammenarbeit überhaupt nicht beklagen." Diese sei "hervorragend".

Bei den Renditezielen wird die Marke VW aber bislang nur etwas zuversichtlicher. Das operative Ergebnis soll 2020 zwischen 4 und 5 Prozent vom Umsatz ausmachen, bisher war lediglich die Rede von "mindestens 4 Prozent". In den ersten neun Monaten 2017 lag der Wert bereits bei 4,3 Prozent. Marken-Finanzvorstand Arno Antlitz sprach davon, dass VW die Ertragskraft schon in den ersten zwölf Monaten des "Zukunftspakts" gestärkt habe. Den Umbau hin zur Elektromobilität verband Diess erneut mit einer Kampfansage an die Konkurrenz.

Auch bei der Umrüstung von der Manipulation betroffener Dieselfahrzeuge sieht sich VW in der Spur. In Deutschland seien 91 Prozent umgerüstet, in Europa 73 Prozent. "Die Quote der Kunden, die nicht einverstanden sind mit dem Update, die liegt unter einem Prozent", sagte Diess.

Ausgestanden ist die Affäre aber noch nicht. In Braunschweig ermittelt die Staatsanwaltschaft strafrechtlich weiter gegen Dutzende Beschuldigte, Anleger klagen wegen mutmaßlich zu später Information durch das Unternehmen. Autofahrer versuchen weiter vor Gericht, Schadenersatz von Volkswagen einzuklagen.

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