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Einzelhandel

Studie: Direktvertrieb kommt glimpflich durch Corona-Krise

Coronavirus - Virtuelle Tupperparty
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Gestellte Szene für eine virtuelle Tupperparty. Das Coronajahr 2020 war eigentlich keine gute Zeit für Unternehmen, die ihre Waren direkt an den Kunden verkaufen.

Verkaufspartys und Vertreterbesuche waren lange Zeit tabu in der Coronakrise. Der Direktvertrieb steigerte dennoch seine Umsätze. Und die Branche hat große Erwartungen an das laufende Jahr.

Mannheim - Das Coronajahr 2020 war eigentlich keine gute Zeit für Unternehmen, die ihre Waren direkt an den Kunden verkaufen: Denn die branchentypischen Verkaufspartys und Vertreterbesuche mussten pandemiebedingt oft ausfallen.

Dennoch konnte die Direktvertriebsbranche ihre Umsätze im vergangenen Jahr um rund ein Prozent auf 18,7 Milliarden Euro steigern, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Studie der Universität Mannheim im Auftrag des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland (BDD) hervorgeht.

Das leichte Wachstum sei „ein unglaublicher Erfolg“, wenn man berücksichtige wie stark der Direktvertrieb durch die Beschränkungen bei der persönlichen Beratung beeinträchtigt gewesen sei, urteilte Studienautor Florian Kraus.

Die Hauptgrund für den Erfolg sieht die Branche in dem Digitalisierungsschub, den sie in der Pandemie erfahren hat. „Viele Unternehmen haben im Vertrieb erfolgreich auf Online-Partys gesetzt sowie auf den Austausch in den sozialen Medien und so den Kunden auch während des Lockdowns eine persönliche Beratung ermöglicht“, sagte der BDD-Vorstandsvorsitzende, Jochen Acker. Der Studie zufolge haben rund zwei Drittel der Unternehmen während der Pandemie über Social Media Kontakt zu ihren Kunden gesucht und 59 Prozent Online-Partys im Vertrieb eingesetzt.

Besonders nachgefragt waren in der Pandemie Haushaltswaren, Energie- und Telekommunikationsdienstleistungen, Bekleidung, Accessoires und Wellnessprodukte. Für die Zukunft ist die Branche zuversichtlich. Für das laufende Jahr rechnen die Unternehmen der Studie zufolge mit einem Umsatzwachstum von 12,1 Prozent. Die Branche gehe „gestärkt aus der Krise hervor“, meinte Acker.

In der Direktvertriebsbranche arbeiteten 2020 hierzulande den Angaben zufolge 911.000 Menschen als Vertriebspartner, das waren rund 20.000 weniger als ein Jahr zuvor. Zu den bekanntesten Direktvertriebsfirmen gehören der Haushaltsgerätehersteller Vorwerk und die Plastikboxen-Firma Tupperware. Weitere Beispiele sind der Schlankheitsprodukte-Anbieter Nahrin und die Kosmetikfirma Younique. Seit 2011 hat sich der Umsatz der Branche der Studie zufolge um rund 50 Prozent erhöht. dpa

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