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Von wegen Füße hochlegen

In Rente, aber nicht im Ruhestand: Millionen Deutsche arbeiten auch jenseits der Altersgrenze

Mit 66 Jahren in den Ruhestand? Das ist für zahlreiche Rentner in Deutschland nicht die Realität. Vielmehr arbeiten sie teilweise weit darüber hinaus.

München - Wer Jahrzehnte lang arbeitet, freut sich in der Regel sehnlichst auf den wohlverdienten Ruhestand. Dieser ist in Deutschland aktuell im Alter von 66 Jahren vorgesehen, jedoch wird das Eintrittsalter mittelfristig erhöht: Die Anpassung auf die Rente mit 67 ist im Gange, sogar eine weitere Erhöhung* erscheint nicht abwegig.

Jedoch gibt es alleine hierzulande eine Menge Menschen, die schon jetzt über das Regeleintrittsalter hinaus arbeiten, statt sich einem geruhsamen Lebensabend hinzugeben. Wie die dpa berichtet, waren im Jahr 2020 nicht weniger als 1,04 Millionen Beschäftigte bereits 67 Jahre oder gar älter. Nahezu 600.000 Personen gingen sogar noch im Alter ab 70 Jahren einer regelmäßigen Tätigkeit nach. Das geht aus einer entsprechenden Anfrage der Linken an die Bundesregierung hervor.

Rente in Deutschland: Hunderttausende arbeiten noch mit 75 oder älter

Selbst ab einem Alter von 75 arbeiten noch viele Menschen in Deutschland - angeblich etwa 220.000. Dünner wird es dann ab 80 Jahren, diese Zahl beträgt laut der Stellungnahme offenbar immer noch 72.000. Der Großteil der Erwerbstätigen ab 67 Jahren gehört der Sparte Minijobber an - also Menschen, die sich bei der Kombination aus Rente und Nebenjob nicht sozialversichern müssen und die Einnahmen steuerfrei erhalten (etwa 800.000).

Aber warum entscheiden sich so viele Menschen dazu, trotz Rente arbeiten zu gehen? Ein zentraler Grund dafür ist die höhere Lebenserwartung. Wie Arbeitsmarktforscher schon länger feststellen, sind ältere Generationen heutzutage fitter als früher und möchten nicht gänzlich auf Arbeit verzichten. Dazu seien besonders erfahrene Fachkräfte auch im vermeintlichen Ruhestand noch begehrt.

Renteneintritt und dann Feierabend? Nicht für Hunderttausende von Menschen in Deutschland.

Arbeiten trotz Rente: „Bei vielen ist es die schiere finanzielle Not“

Hinzu kommen jedoch viele Menschen, für die finanzielle Engpässe der ausschlaggebend sind. Das betreffe laut Experten mehrheitlich Frauen, die sich ihre Rente mit einem Zuverdienst aufbessern müssen. Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken, findet: „Natürlich gibt es Beschäftigte, die freiwillig bis ins hohe Alter arbeiten, aber bei vielen ist es die schiere finanzielle Not, etwas hinzuverdienen zu müssen.“ Dem Mitglied des deutschen Bundestages* zufolge sei es ein „Trauerspiel“, wenn Menschen über 70 noch arbeiten müssten.

Johannes Vogel (FDP) sieht das ein wenig anders und bemängelt vielmehr eine mangelnde Anpassungsfähigkeit des deutschen Rentensystems: „Die größte Erleichterung wäre ein flexibles Renteneintrittsalter statt einer starren Altersgrenze.“ Dabei können sich Bürger schon heute aussuchen, wann sie ihr Berufsleben hinter sich lassen. Eine frühere Rente ist jedoch in der Regel mit finanziellen Abstrichen verbunden. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Simona Pilolla/imago-images

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