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Nebenverdienst im Alter

Arbeiten trotz Rente? So viel Geld dürfen Sie hinzuverdienen

Senior in einer Elektronik-Werkstatt: Arbeiten trotz Rente ist eine Möglichkeit, die Altersbezüge aufzustocken
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Senior in einer Elektronik-Werkstatt: Arbeiten trotz Rente ist eine Möglichkeit, die Altersbezüge aufzustocken.
  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Viele Menschen beabsichtigen, trotz Rente weiterzuarbeiten. In manchen Fällen resultieren daraus allerdings Abzüge bei der Altersbezüge. Wir erklären die Sachlage.

München - Schreckensmeldungen im Hinblick auf die Altersvorsorge kursierten in den vergangenen Monaten. Gewichtigen Anteil daran hatten im Zuge der Rente ab 67 auch Gerüchte über eine drohende weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters*.

Dabei ist es nicht so, dass die Bevölkerung prinzipiell froh ist, sich so früh wie möglich aus dem Berufsleben zu verabschieden. Vielmehr haben heutzutage mehr Menschen denn je die Wahl getroffen, trotz Rente weiterzuarbeiten und damit ihr Einkommen aufzubessern. Es handelt sich alleine in Deutschland um Millionen.

Das ist zwar einerseits keine zu verharmlosende Entwicklung im Hinblick auf die Altersarmut, die auch im Zuge der ungebremsten Inflation weiter zunehmen könnte. Andererseits wählen viele Senioren auch freiwillig den Weg der Weiterbeschäftigung. Angeblich ist mehr als ein Drittel sämtlicher beschäftigten Rentner statistisch auf das Einkommen zum Lebensunterhalt angewiesen, während es die übrige Personengruppe eher auf den Zuverdienst abgesehen hat.

Arbeiten trotz Rente: Keinen Abzug der Altersbezüge bei Nebeneinkommen

Vor allem Höherqualifizierte arbeiten offenbar länger als sie müssten: In dieser Gruppe war den Angaben nach jeder Vierte in der Altersgruppe zwischen 65 und 69 Jahren noch berufstätig. Auch Selbstständige halten länger am Job fest. Das Statistische Bundesamt vermutet den Grund darin, dass diese Klientel oft nicht in die Rentenversicherung einzahlt.

Welche Regeln gelten für einen Zuverdienst in der Rente? Sobald Menschen Ihre jeweilige Regelaltersgrenze (könnte langfristig weiter steigen*) erreicht haben, dürfen Sie im Prinzip unbegrenzt hinzuverdienen. Ein Großteil der erwerbstätigen RentnerInnen gehört der Fraktion Minijobber an - also Menschen, die sich bei der Kombination aus Rente und 450-Euro-Job nicht sozialversichern müssen und daraus resultierende Einnahmen steuerfrei erhalten. Einen Abzug bei der Rente gibt es dadurch also nicht.

Wer seiner Arbeit gar nicht mehr oder nur eingeschränkt nachgehen kann, erhält gegebenenfalls Erwerbsminderungsrente. Wenn das der Fall ist, kann ein Nebenverdienst durchaus zur Rentenkürzung führen. Gleiches gilt laut Focus.de übrigens für die Hinterbliebenenrente. Eine Ausnahme würden hierbei jedoch Waisenrentner bilden. Angemeldet werden muss ein Nebenjob bei der Rentenversicherung demzufolge nicht.

Länger arbeiten trotz Rente: Das erhöht auch die Altersbezüge

Durch eine Verlängerung der Regelarbeitszeit lassen sich übrigens die späteren Renteneinkünfte erhöhen: Wird die Rente erst später in Anspruch genommen, steigt dadurch auch der Rentenanspruch. Finanziell lohnt sich diese Vorgehensweise: Für jeden Monat, der über die Regelaltersgrenze hinaus gearbeitet wird, gibt es einen Aufschlag von 0,5 Prozent auf die Rente, wie Focus.de erklärt. Außerdem kann die Rente erhöht werden, wenn trotz Rente weitergearbeitet wird - und freiwillig Beiträge in die Rentenkasse wandern. Bei Minijobs ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, Rentenbeiträge zu zahlen. Eigene Zusatzleistungen wirken sich obendrauf auf das Konto der Altersvorsorge aus.

Ein wenig anders ist die Sachlage, wenn vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze eine Rente bezogen wird. Hier hat der Gesetzgeber für den Nebenverdienst Grenzen festgelegt. So gibt es bestimmte Personengruppen, die ihren Hinzuverdienst der Rentenversicherung melden müssen, weil ab einer bestimmten Einkommensgrenze ein Rentenabzug droht:

  • Personen, die „Rente mit 63*“ erhalten
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Arbeitsjahre)
  • Altersrente für Schwerbehinderte

Hier dürfen pro Jahr bis zu 6300 Euro jährlich hinzuverdient werden, ohne dass es Einbußen der Altersbezüge gibt. Diese Regelung gilt wohlgemerkt lediglich bis zum Eintritt in das gesetzliche Rentenalter. Jedoch: Für das Jahr 2021 wurde die Verdienstgrenze deutlich nach oben gesetzt. Der Grund? Corona.

Derweil spielt das Thema Rente* natürlich im Bundestagswahlkampf eine große Rolle. Die Volksparteien haben sich in diesem Bereich auf folgende Herangehensweisen verständigt:

Erwerbsminderung und Nebenjob: Jahreseinkünfte von maximal 6300 Euro ohne Einbußen

Für die vorgezogene Rente aufgrund einer festgestellten Erwerbsminderung gibt es eine spezielle Regelung. Auch diese Personengruppe darf hinzuverdienen – jedoch nur soweit es die Gesundheit erlaubt. Es geht in diesem Zusammenhang zumeist um die Anzahl der geleisteten Stunden sowie das Gehalt. Grundsätzlich gilt: Maximal 6300 Euro brutto pro Jahr sind wie bei vorgezogenen Altersrentnern (siehe oben) legitim und ohne Rentenabzug. Was darüber hinausgeht, wird angerechnet.

Allerdings drohen hier Konflikte aufgrund der plötzlich wieder vorhandenen Arbeitsmöglichkeit: Wird zum Beispiel eine Rente wegen voller Erwerbsminderung bezogen, dazu noch ein Halbtagsjob mit vier Stunden pro Tag geleistet, drohen Schwierigkeiten mit dem Gesetzgeber. Bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung darf mehr hinzuverdient werden. Der Betrag ändert sich jährlich und ist nach individuellen Gesichtspunkten bei der deutschen Rentenversicherung zu erfragen.

Welche Parteien stimmen mit Ihrer Haltung zu sozialpolitischen Themen überein? Antworten darauf gibt der Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland*. (PF) *Merkur.de ist ein Teil von IPPEN-MEDIA

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