Wegen Grenzschließungen und Reisebeschränkungen

Corona-Krise: Dramatischer Exporteinbruch von mehr als 30 Prozent - auch Import zurückgegangen

Deutsche Exporte und Importe sind in der Corona-Krise stark zurückgegangen. (Symbolbild)
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Deutsche Exporte und Importe sind in der Corona-Krise stark zurückgegangen. (Symbolbild)

Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft schwer. Nun hat das Statistische Bundesamt schockierende Zahlen veröffentlicht.

  • Die Corona-Krise* trifft die deutsche Wirtschaft hart.
  • In Baden-Württemberg hatte ein Eilantrag von Tchibo Erfolg, der Konsequenzen für das ganze Bundesland mit sich bringt (siehe Update 8. Juni, 12.15 Uhr).
  • Die Agentur für Arbeit veröffentliche nun erschreckende Arbeitslosenzahlen.

Update vom 12. Juni, 19.37 Uhr: C&A steht schweren Vorwürfen gegenüber. Der Mode-Riese soll bei der Kurzarbeit während der Corona-Krise massiv betrogen haben.

Update vom 9. Juni, 8.42 Uhr: Infolge der Corona-Krise ist der deutsche Export im April dramatisch eingebrochen. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Wert der Warenausfuhren um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Dabei handelt es sich um den größten Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit dem Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24 Prozent. 


Corona-Krise: Deutsche Exporte und Importe gehen dramatisch zurück

Zu dem drastischen Rückgang der Ausfuhren führten die Grenzschließungen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht. Auch die Importe verringerten sich. Bei ihnen wurde ein Rückgang um 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 72,2 Milliarden Euro verzeichnet.

Update vom 8. Juni, 15.58 Uhr: Der Autobauer Porsche will mit zusätzlichen Schichten am Wochenende die durch die Corona-Krise ausgefallenen Produktion wieder aufholen. Im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen soll in diesem Jahr an ca. zwölf Samstagen, so wie am Brückentag an diesem Freitag gearbeitet werden. 

Natürlich wollen wir so viele Fahrzeuge wie möglich wieder aufholen“, sagte Produktionsvorstand Albrecht Reimold der Stuttgarter Zeitung. Auf Grund der Corona-Pandemie stand die Produktion beim deutschen Autobauer sechs Wochen lang komplett still. Seit Anfang Mai wird wieder produziert. 

Corona-Krise: Tchibo setzt sich durch - ein Bundesland muss Auflage gravierend lockern

Update vom 8. Juni, 12.15 Uhr: Die Tchibo GmbH hat mit einem Eilantrag gegen eine Bestimmung in der Corona-Verordnung* in Baden-Württemberg Erfolg gehabt: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) des Bundeslandes hat die dortige coronabedingte Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel für unwirksam erklärt. Die Richtgröße von 20 Quadratmetern Verkaufsfläche je Person im Laden ist damit vorläufig außer Vollzug gesetzt. Dies teilte der VGH in Mannheim mit.

Die Landesregierung hatte argumentiert, dass sie keine fest verbindliche Vorgabe zur Beschränkung der Kundenzahl sei, sondern lediglich ein Orientierungswert. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen das Gebot der Bestimmtheit von Normen: Rechtsvorschriften müssten so gefasst sein, dass die Betroffenen die Rechtslage konkret erkennen und ihr Verhalten danach ausrichten können.

Der Kaffeeröster Tchibo hatte geltend gemacht, die Einhaltung der Richtgröße führe zu erheblichen Umsatzeinbußen. Auch CDU und FDP im Landtag, das Wirtschaftsministerium und der Handelsverband hatten sich vergangene Woche dafür stark gemacht, die Einschränkungen im Einzelhandel zu lockern.

Übrigens: Über den aktuellen Stand der Corona-Lockerungen in den Bundesländern informieren wir Sie auf einem Übersichtsartikel bei Merkur.de.

Corona-Krise: Arbeitslosenquote erreicht erschreckende Höhe

Update vom 5. Juni, 9.32 Uhr: Die Bundesregierung hat ein 130 Milliarden schweres Konjunkturpaket erlassen, um der deutschen Wirtschaft Anschub zu geben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dazu den Fragen von ARD und ZDF gestellt - und ein düsteres Corona-Szenario gezeichnet. 

Update vom 3. Juni, 14.50 Uhr: Der Berliner Flughafen Tegel wird nun doch nicht vorübergehend geschlossen. Man rechne wieder mit steigenden Passagierzahlen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am heutigen Mittwoch (3. Juni).

"Wir werden den Flugverkehr auf beide Flughäfen verteilen", sagte der Flughafenchef weiter. Derzeit gebe es 17 Verbindungen von Berlin aus. Ende Juli sollen es schon wieder 100 Ziele sein, die nach seinen Worten angeflogen werden können.

Corona-Krise: Der Flughafen Tegel wird nun doch nicht vorübergehend geschlossen. (Archivbild)

Corona-Krise: Arbeitslosenquote erreicht erschreckende Höhe - Bundesagentur für Arbeit mit düsterer Prognose

Update vom 3. Juni, 10.52 Uhr: Die Corona-Krise in Deutschland zeigt sich nun an der Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote kletterte im Mai um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am heutigen Mittwoch (3. Juni) mit. Im Vergleich zum April stieg die Arbeitslosen-Zahl um 169.000 auf 2,813 Millionen Menschen. 

Ein Blick in das vergangene Jahr zeigt das Ausmaß ebenfalls: Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit um 577.000 Personen nach oben.

Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für April wegen der Corona-Krise außerdem mit sechs Millionen Kurzarbeitern. Die Rücklage der Bundesagentur in Höhe von 26 Milliarden Euro werde zur Finanzierung voraussichtlich nicht ausreichen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. Der Arbeitsausfall der Kurzarbeiter liege einer Schätzung zufolge im Schnitt bei 50 Prozent und damit höher als bei früheren Krisen.

Wirtschaft in Deutschland: Die Arbeitslosigkeit steigt wegen der Corona-Krise im Mai weiter (Symbolbild).

Corona-Krise: BMW will schnellen Stellenabbau - „Bisherige Entscheidungen reichen nicht“

Erstmeldung vom 29. Mai: 

München - BMW will den Stellenabbau im Konzern beschleunigen. Derzeit verhandelt der Vorstand mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6000 der weltweit insgesamt 126.000 Arbeitsplätze streichen kann. Am Freitag teilte Finanzvorstand Nicolas Peter auf Anfrage mit: „Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern.“ Personalchefin Ilka Horstmeier sagte, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie Kurzarbeit „kommen wir nicht umhin, jetzt weitere Maßnahmen zu ergreifen“.

Corona-Krise: BMW will Einsparungen ohne betriebsbedingte Kündigungen erzielen

Nun werde geprüft, Mitarbeiter zwei oder drei Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter mit einer Abfindung früher in den Ruhestand zu schicken. Die rund 800 fertig werdenden Azubis sollen übernommen werden. Allerdings sollen sich junge Mitarbeiter für ein Studium oder eine Qualifizierung freistellen lassen können mit der Garantie, danach wieder bei BMW beschäftigt zu werden. Statt Urlaubsgeld soll es mehr Urlaubstage geben, 40-Stunden-Verträge auf 35 Stunden gekürzt werden. 

BMW will wegen der Corona-Krise Stellen abbauen. Das soll aber wenn möglich ohne betriebsbedingte Kündigungen passieren. 

„Unser Ziel ist es, noch im Juni ein Paket zu verabschieden“, sagte Horstmeier. Normalerweise verlassen jährlich etwa 5000 Mitarbeiter den Autokonzern, die Hälfte davon geht in Rente. Eine Nachbesetzung frei werdender Stellen wird bereits in jedem Einzelfall geprüft. In der Rezession wechseln jedoch weniger Mitarbeiter zu anderen Unternehmen als in normalen Zeiten.

Corona-Krise: BMW rechnet wie andere Autobauer mit Verlust im laufenden Quartal 

Im laufenden Quartal rechnet BMW wie VW und Daimler mit Verlust. Der Absatz ist mau, die Werke arbeiten im Ein-Schicht-Betrieb. Vorstandschef Oliver Zipse hatte bei der Hauptversammlung Mitte Mai gesagt: „Die Prognosen für 2020 sind düster.“ Weiter schloss BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch betriebsbedingte Kündigungen schon nicht mehr aus. Eine Betriebsvereinbarung garantiert jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz - aber nur, solange das Unternehmen einen Jahresgewinn erwirtschaftet. 

Neben Autobauern steckt auch die Lufthansa in der Krise. Eine geplante milliardenschwere Rettung durch die Regierung verzögert sich nun. Die Fluglinie hat den Deal der Regierung vorerst abgelehnt, wegen damit verbundenen Forderungen der EU-Kommission. Übrigens fordert auch BMW staatliche Unterstützung. Für Empörung sorgte der Großkonzern vor einigen Tagen nun jedoch durch die Ausschüttung von kostspieligen Dividenden an Aktionäre

In Deutschland könnten Schülern nach den Sommerferien Unterrichtsstunden in Vereinsheimen oder Messehallen winken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigt indes eine Corona-App an.

Im Juni 2020 kündigt der Münchner Autobauer BMW massive Stellenstreichung ab - 6000 Jobs sind betroffen. 

dpa/cia

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