Zusätzliche Fernverkehrszüge

Deutsche Bahn in Shopping-Laune: So viel kosten die neuen Züge

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Ein ICE 4 bei der Einfahrt in den Bahnhof Hamburg-Altona: Die Bahn will 15 zusätzliche Züge dieser Bauart anschaffen. Foto: Soeren Stache

Trotz aller Probleme hat die Bahn mit ihren ICE und Intercity im vergangenen Jahr einen Passagierrekord eingefahren. Um den Betrieb zu stabilisieren und auszuweiten, sollen weitere neue Züge aufs Gleis.

Update 5. Februar 2019, 18.59 Uhr: Die Deutsche Bahn hat dem spanischen Hersteller Talgo einen Großauftrag erteilt: Talgo solle für rund 550 Millionen Euro mindestens 23 Fernverkehrszüge an die Deutsche Bahn liefern, gab das spanische Unternehmen am Dienstag in Madrid bekannt. Das Vertragsvolumen umfasst bis zu 100 Züge.

Die ersten neuen Züge sollen nach Angaben der Deutschen Bahn ab 2023 über die Gleise rollen. Eingesetzt werden sollen sie auf Fernverkehrsstrecken, die nicht von ICE-Zügen bedient werden: zwischen Berlin und Amsterdam, Köln und Westerland sowie zwischen Hamburg und Oberstdorf, wie eine Bahn-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP in Berlin sagte.

Die Talgo-Züge sollen bis zu 230 Stundenkilometer erreichen. Der Auftrag der Bahn umfasst den Angaben zufolge die Lieferung von Elektro-Lokomotiven samt Reisewagen.

Talgo hat zuletzt einige Großaufträge bekommen: Für den spanischen Bahnbetreiber Renfe baut das Unternehmen mindestens 15 Hochgeschwindigkeitszüge. Zudem ist Talgo Teil des Konsortiums, das die neue Bahnverbindung zwischen den saudiarabischen Pilgerstädten Mekka und Medina errichtete.

Bahn will Fernverkehrs-Angebot mit neuen Zügen ausbauen

Berlin - Die Bahn will ihr Angebot im Fernverkehr auch mit weiteren neuen Zügen ausbauen. Zusätzlich bestellt werden dafür jetzt 23 neue Eurocity-Züge, wie Personenverkehrsvorstand Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Noch in diesem Jahr sollen wie angekündigt 15 neue ICE 4 dazukommen und 10 Doppelstock-Intercitys (IC 2) in Betrieb gehen. Daneben sollen in den nächsten Jahren unter anderem 58 ältere ICE 1 und 65 ICE 3 generalüberholt werden.

Damit wolle die Bahn die Tendenz fortschreiben, "dass so viele Menschen wie niemals zuvor mit unseren ICE- und IC-Zügen fahren", sagte Huber. Im vergangenen Jahr seien deutlich mehr als 145 Millionen Fahrgäste in den Fernzügen unterwegs gewesen - nach 142 Millionen im Jahr zuvor und 130 Millionen zum Start eines neuen Fernverkehrskonzepts 2015. "Bis 2030 werden wir dann in der Lage sein, sogar 200 Millionen Menschen im Fernverkehr zu befördern."

Verspätungen sorgten für Unmut und Kritik

Im Tagesgeschäft steht der bundeseigene Konzern wegen Verspätungen und Servicemängeln bei vielen Fernzügen in der Kritik. Auch unter Druck der Bundesregierung soll die Bahn die Probleme möglichst schnell in den Griff bekommen. Die Grünen hatten eine Ausweitung des Fernzug-Netzes auf bisher abgekoppelte Großstädte gefordert.

Huber sagte, die Umsetzung einer 2015 gestarteten Angebotsausweitung auch in die Fläche sei bereits in Gang. Bis 2030 solle ein neues ICE-Netz mit bis zu zwei Verbindungen pro Stunde zwischen Metropolen aufgebaut werden.

Über Intercitys sollen nahezu alle Großstädte im Zwei-Stunden-Takt an den Fernverkehr angebunden werden. Darunter seien 190 neue Direktverbindungen aus der Fläche in die 50 größten Städte. "Dazu müssen wir übrigens nicht gezwungen werden", sagte Huber. Die Bahn mache dies aus eigenem Interesse und um damit Beiträge zur Verkehrs- und Klimawende in Deutschland zu leisten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte den Ausbau der Fernzugflotte, hat aber Bedenken bei doppelstöckigen Intercitys. Diese seien für den Fernverkehr nur bedingt geeignet und nicht für viele Menschen mit viel Gepäck konzipiert, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

dpa

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