Verschlechterte Absatzlage

Audi-Bänder stehen ab Montag still

Die Audi-Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Brüssel, Györ in Ungarn und San José Chiapa in Mexiko fahren bis Ende dieser Woche schrittweise herunter, ab kommendem Montag steht die Produktion still. Foto: picture alliance / dpa
+
Die Audi-Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Brüssel, Györ in Ungarn und San José Chiapa in Mexiko fahren bis Ende dieser Woche schrittweise herunter, ab kommendem Montag steht die Produktion still. Foto: picture alliance / dpa

Die Autokäufer bleiben zuhause, die Lieferkette wackelt - Audi zieht jetzt die Konsequenzen. BMW und MAN machen erst mal weiter.

Ingolstadt/München (dpa) - Der Autobauer Audi stellt die Produktion in seinen europäischen Werken und in Mexiko zum Ende der Woche ein.


Wegen der "aktuell deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen", teilte die VW-Tochter in Ingolstadt mit.

Wegen der Coronaseuche wurde auch die Jahrespressekonferenz ganz abgesagt: Selbst der für Donnerstag als Notlösung geplante Webcast mit dem scheidenden Audi-Chef Bram Schot findet nicht statt.


Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler sagte: "Die aktuelle Lage zwingt uns nun zu den angekündigten Maßnahmen und wird uns weiterhin viel Flexibilität und Solidarität abverlangen." Die Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Brüssel, Györ in Ungarn und San José Chiapa in Mexiko fahren bis Ende dieser Woche schrittweise herunter, ab kommendem Montag steht die Produktion still. Der Schritt sei mit dem Betriebsrat und dem Volkswagen-Konzern abgestimmt. In den deutschen Audi-Fabriken arbeiten rund 60.000 Beschäftigte.

In China dagegen sei die Produktion seit Mitte Februar schrittweise wieder hochgefahren: "Inzwischen sind wir zu einem normalen Produktionsprozess zurückgekehrt. Es zeichnen sich aktuell keine Lieferengpässe von Komponenten bei FAW-VW ab", sagte eine Sprecherin. FAW-VW ist Audis Joint-Venture-Partner in China.

Die Bilanzpressekoneferenz des Münchner Konkurrenten BMW soll am Mittwoch per Webcast stattfinden. "Die Werke der BMW Group und des Joint Ventures BMW Brilliance Automotive in China laufen regulär. Es gibt derzeit keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in unserer Lieferkette", sagte eine Sprecherin am Dienstag. In Deutschland beschäftigt BMW 90.000 Mitarbeiter.

Auch bei dem zur VW-Tochter Traton gehörenen Lastwagenbauer MAN läuft die Produktion derzeit weiter. Das weitere Vorgehen werde aber geprüft, sagte eine Traton-Sprecherin in München. Die MAN Truck und Bus SE beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter in München und Nürnberg, 2400 in Salzgitter. Volkswagen will an den meisten deutschen Standorten nach Freitag für voraussichtlich zwei bis drei Wochen pausieren.

Beim fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler läuft die Produktion derzeit. Über mögliche weitere Schritte zu entscheiden, sei es zu früh, teilte das Unternehmen mit.

Kommentare