Arbeitsmarktbericht November Bezirk Rosenheim

7.310 Arbeitslose stehen 4.630 offenen Stellen gegenüber

Rosenheim - Der Arbeitsmarkt profitierte auch im November von den vergleichsweise milden Temperaturen. Witterungsbedingte Entlassungen hielten sich in Grenzen.

„Der Arbeitsmarkt in der Region profitiert - wie schon im Oktober - von den vergleichsweise milden Temperaturen. In den saisonal geprägten Außenberufen wie Baugewerbe, Gartenbau oder Forstwirtschaft sind die witterungsbedingten Entlassungen bisher nur in Einzelfällen eingetreten. Hotels, Gaststätten und Kurbetriebe in den Fremdenverkehrsregionen haben dagegen über den Winter häufiger geschlossen, so dass sich im November aus diesen Branchen schon viele Mitarbeiter arbeitslos gemeldet haben“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Mit 7 310 Arbeitslosen sind 160 Personen mehr erwerbslos gemeldet als im Oktober. Es sind jedoch 480 weniger Erwerbslose gemeldet als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat somit lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angestiegen und liegt damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert von November 2016.“

Die Agenturleiterin stellt heraus, dass trotz der geringen Erwerbslosigkeit auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung ist. „Im Betrachtungszeitraum vom 13. Oktober bis zum 14. November haben sich 2 790 Personen neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber stehen 2 610 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit oder aus sonstigen Gründen, wie der Beginn einer Weiterqualifizierung, Erkrankung oder der Eintritt in den Mutterschutz oder die Rente.“ Cujai weist im Zuge dessen auf den e-Service der Arbeitsagentur als attraktives Kommunikationsmittel hin (www.arbeitsagentur.de): „Unsere Kunden können die Arbeitssuchendmeldung oder den Arbeitslosengeldantrag bequem online erledigen, eine Urlaubs- oder Krankmeldung vornehmen oder sich in Arbeit abmelden.“

Vielseitige finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten

Cujai stellt jedoch heraus, dass es trotz der guten Situation auf dem Arbeitsmarkt Personen gibt, die nach wie vor auf Stellensuche sind. Sie appelliert an die Unternehmen bei der Besetzung von Arbeitsstellen auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. „Auch Arbeitnehmer mit unvollständigen Bewerbungsunterlagen, beispielsweise wegen fehlender Zeugnisse, oder die aufgrund von Kindererziehung, längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit eine unterbrochene Biografie haben, können gut zu Ihrem Unternehmen passen. Informieren Sie sich unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20 über Möglichkeiten, diese Menschen in Ihrem Betrieb probearbeiten zu lassen. Es stehen auch finanzielle Mittel zur Verfügung, um Qualifizierungsdefizite, die einer Arbeitsaufnahme im Wege stehen, auszugleichen.“ Sie weist darauf hin, dass auch arbeitslose Kunden, die noch keine neue konkrete Stelle in Aussicht haben, durch berufliche Qualifizierungen unterstützt werden. Aktuell befinden sich 780 Teilnehmer in einer solchen Maßnahme, 130 davon haben im November begonnen.“

Ein besonderes Augenmerk legt die Agenturleiterin auch auf die Arbeitslosen mit Behinderung. Cujai zu diesem Personenkreis: „Die Lage dieser Menschen stellen wir mit der deutschlandweiten „Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 27. November bis 1. Dezember 2017 besonders in den Mittelpunkt. Aktuell sind in unserem Agenturbezirk 620 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet. Unsere Spezialisten vom Reha-Team sind zusammen mit Kollegen des Arbeitgeberservice deshalb mit Betrieben in ständigem Kontakt. Sie wollen durch Gespräche und Erfahrungsaustausch Ängste und Vorbehalte abbauen, damit Arbeitgeber dem Personenkreis der Schwerbehinderten eine Chance geben.“ Die Agenturleiterin weist darauf hin, dass es auch in diesem Bereich vielseitige finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten gibt. Interessierte Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich gerne unter der Rufnummer 08031 202-271 bei der Agentur für Arbeit melden.

1100 Stellen in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Auch der Stellenmarkt spiegelt die Aufnahmefähigkeit und Dynamik des Arbeitsmarkts wider: Im November haben die Betriebe im Agenturbezirk – die meisten sind kleine und mittelständische Unternehmen – bei der Arbeitsagentur 1 100 neue Stellen gemeldet. Damit sind aktuell 4 630 vakante Arbeitsplätze registriert, 4 340 davon sozialversicherungspflichtig. Die meisten Angebote gibt es in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (1 280), Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (900) sowie Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (800). Ein Großteil der Stellenanzeigen ist in der Jobbörse der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de veröffentlicht.

Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum 4 330 Kunden nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen betreut. Die Jobcenter in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie in Bad Tölz-Wolfratshausen und der optierenden Kommune in Miesbach betreuten in dem Zeitraum 2 990 SGB II-Kunden.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Die Stadt Rosenheim weist im November eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent auf (entspricht dem Vormonatsniveau). Derzeit sind insgesamt 1 429 erwerbsfähige Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 10 Betroffene auf 622. Für 807 arbeitslose SGB II-Kunden, 17 weniger als im Vormonat, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2  376 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 835 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. 
  • Im Landkreis Rosenheim sind 3 138 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent entspricht (0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat). Von den Erwerbslosen sind 1 818 bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, zwei mehr als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 320 arbeitslose SGB II-Kunden, 20 mehr als im Oktober. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 591 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 856 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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