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Versicherer

Allianz: Mega-Verlust und Milliardenklagen in den USA - Heftige Kritik an EZB: „Raub an Geld von Privatleuten“

Logo der Allianz-Versicherung - und davor eine rote Fußgängerampel
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Logo der Allianz-Versicherung - und davor eine rote Fußgängerampel.

Stürme, Fluten, tiefe Zinsen: Die üblichen Gefahren für Versicherungen haben die Allianz 2021 nicht beeinträchtigt. Das aktuell teuerste Risiko ist die US-Justiz.

München - Der Allianz-Vorstand gibt sich nach Milliardenverlusten in den USA reuig. Vorstandschef Oliver Bäte sprach den verärgerten Anlegern in München sein Bedauern aus und sicherte zu: „Das Management wird einen angemessenen Teil der Last tragen.“

Da die Bezahlung der Allianz-Vorstände - wie in Dax-Unternehmen üblich - an die Leistung gekoppelt ist, werden Bäte und seine Kollegen Gehaltseinbußen hinnehmen müssen: „Das wird einen signifikanten Einfluss auf unsere Vergütung haben“, sagte der Manager. Wie hoch die Gehaltseinbußen sein werden, zeigt sich allerdings erst am 4. März, wenn der Geschäftsbericht veröffentlicht wird.

Allianz-Versicherung: Mega-Verlust wegen US-Vermögensverwaltung

Der Münchner Dax-Konzern* hat wegen Rechtsstreitigkeiten mit US-amerikanischen Großkunden 3,7 Milliarden Euro zurücklegt, die Nettobelastung in der Jahresbilanz beläuft sich auf 2,8 Milliarden Euro. Die US-Investoren machen die Vermögensverwaltung Allianz Global Investors (AGI) für die Milliardenverluste im Frühjahr 2020 verantwortlich. Die misslungenen Deals haben nichts mit dem ursprünglichen Kerngeschäft Versicherung zu tun: Die Tochtergesellschaften AGI und Pimco zählen auch zu den größten Vermögensverwaltern der Welt.

Die folgenschweren Auswirkungen klingen nach Jonglieren auf fragilen Finanzmärkten: Die Vorwürfe handeln davon, dass Manager die eigenen Richtlinien nicht eingehalten und nicht angemessen auf Kurseinbrüche zu Beginn der Corona-Pandemie reagiert hätten. Zu den Klägern gehörten nach US-Medienberichten unter anderem die New Yorker Metro, der Lehrer-Pensionsfonds im Bundesstaat Arkansas sowie die Gewerkschaft Teamsters.

Mit der Mehrheit der verärgerten Investoren habe sich die Allianz* mittlerweile geeinigt, ließ Bäte wissen. Jedoch sind die Untersuchungen des US-Justizministeriums und der US-Börsenaufsicht SEC nicht abgeschlossen. Die US-Justiz ist für hohe Strafzahlungen gefürchtet, die Unternehmen nach Fehlern zahlen müssen. Jedoch scheinen die finanziellen Weichen innerhalb des Konzerns mittlerweile wieder auf Erfolg zu stehen: Für 2022 peilt der Vorstand einen operativen Gewinn zwischen 12,4 Milliarden und 14,4 Milliarden Euro an.

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Allianz: Scharfe Kritik an der EZB

Darüber hinaus attackierte der Allianz-Vorstand die EZB-Politik* scharf. Bäte kritisierte im Zusammenhang mit der hohen Inflation die Europäische Zentralbank: „Wir haben in Deutschland Zinsen von minus fünf bis sechs Prozent, was im Grunde Raub am Geld von Privatleuten ist.“ Die Vorhersagen der EZB seien „alle falsch“ gewesen, das mit den Tiefzinsen und „Quantitative Easing“ - ultralockerer Geldpolitik - erhoffte Ziel höherer Investitionen in Europa verfehlt worden.

Wie die gesamte Versicherungsbranche hat die Allianz in den vergangenen Jahren unter den tiefen Zinsen gelitten, insbesondere im Lebensversicherungsgeschäft. „Die Zinssätze müssen steigen, jetzt“, forderte Bäte - und betonte gleichzeitig, dass dabei große Vorsicht angebracht sei.

Unter dem Strich verdiente der Allianz-Konzern im vergangenen Jahr - mit Versicherung und Vermögensverwaltung - rund 6,6 Milliarden Euro, drei Prozent weniger als im Vorjahr. (PF mit dpa-Material)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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