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Deutsche Eislauf-Union

„Sport ist zu begrenzt“: Eiskunstlauf-Reform gefordert

Nicole Schott
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Unterstützt die Reformideen ihres Trainers: Nicole Schott.

Die Biathleten sind das Vorbild. In Deutschland ist die Forderung laut geworden, den Eiskunstlauf mit neuen Wettkampfformaten zu modernisieren.

Peking - Deutschlands beste Eiskunstläuferin Nicole Schott und ihr Trainer Michael Huth haben vor den Olympischen Winterspielen in Peking eine Modernisierung ihrer Sportart mit neuen Disziplinen gefordert.

„Der Eiskunstlauf gehört zu den Sportarten, die sich am wenigsten mit Wettkampfformen und -durchführung auseinandersetzt“, kritisierte der frühere DDR-Meister und Coach mit internationalem Renommee. „Wir müssen darüber nachdenken, Technik-, Mehrkampf- oder Show-Weltmeister zu haben.“

Schott: „Es ist ein total cooles Event“

Die letzte olympische Innovation der Internationalen Eislauf-Union ist der Teamwettbewerb, der 2018 in Pyeongchang Olympia-Premiere feierte, bei der Deutschland den 7. Platz belegte. In Peking werden am 4. Februar zehn Mannschaften vor der Eröffnungsfeier den Kampf um die Medaillen beginnen. „Es ist ein total cooles Event“, sagte Schott, die schon vor vier Jahren dabei war. Ein ähnliches Abschneiden wie vor vier Jahren könnte eventuell das beste Olympia-Resultat bescheren. Bei der EM in Tallinn sorgten zuletzt die Paarläufer Minerva Hase/Nolan Seegert als Achte für das beste Ergebnis.

Die viermalige deutsche Meisterin unterstützt die Reformideen ihres Trainers Huth. „Die Vorschläge finde ich richtig gut, unser Sport ist zu begrenzt bei der Zahl der Medaillenvergaben bei EM, WM und den Winterspielen“, sagte die 25-jährige Essenerin Schott.

Vorbild Biathlon

Für sie ist Biathlon ein Vorbild und Vorreiter zur Weiterentwicklung einer Sportart. „Die Biathleten haben im Winter viel mehr Medienaufmerksamkeit, weil viel mehr Medaillen vergeben werden“, sagte sie. „Das wäre auch für das Eislaufen besser, um es populärer zu machen.“ Die Biathleten und Biathletinnen gehen in China in elf Disziplinen in der Loipe und am Schießstand auf Medaillenjagd.

Hinter den Ideen von Huth steckt noch ein anderer wichtiger Beweggrund: Die fast erdrückende Dominanz der russischen Vierfachspringerinnen, an die kein Schlittschuh-Land der Welt heranreicht. „Das sind interessante Ansätze“, lautet der Kommentar von Claudia Pfeifer, der Sportdirektorin der Deutschen Eislauf-Union. „Damit käme man besser mit der Diskrepanz zurecht. Bei einer gewissen Anzahl von Vierfachen können andere Nationen einpacken.“

Man müsse sich aber fragen, ob dem künstlerischen Anspruch genüge getan werde, wenn „nur noch von einem Vierfachen zum nächsten gerannt werde“, sagte sie. „Vor dem Hintergrund wäre es interessant, über andere Wettkampf-Formate zu sprechen.“ Zumal Russland die Zulassung der vierfachen Sprünge auch im Kurzprogramm durchsetzen will.

Kufen-Vorherrschaft von Russland

Ob dies die Kufen-Herrschaft von Russland mit Wunderkind Kamila Wasiljewa (15) an der Spitze einer Schar sprunggewaltiger Teenager beeinträchtigen würde, bezweifelt der in der DEU für Leistungssport zuständige Vizepräsident Reinhard Ketterer. „Man könnte den Eiskunstlauf für neue Disziplinen öffnen, doch die russischen Mädchen würden auch den Artistik-Wettbewerb gewinnen“, sagte er. „Den gewinnt nicht die Schott.“ Grundsätzlich sei er dafür, „nur die Hoffnung, die man damit verknüpft, die wird sich nicht so erfüllen“.

Viel Zuversicht hat Ketterer auch nicht, dass es drei Wochen nach der verpatzten EM-Generalprobe bei Olympia besser laufen wird. „Ich habe nicht die Hoffnung, dass sich zwischen EM und Olympia noch etwas dramatisch verändert hat“, sagte der Berliner. Seit dem Olympiasieg im Paarlauf von Aljona Savchenko und Bruno Massot 2018 in Pyeongchang sind keine Medaillenanwärter made in Germany in Sicht. dpa

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