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Rodler vom Königssee im Gespräch

„Es schmerzt sehr – Aber der Sport ist jetzt nicht das Wichtigste“

Tobias Arlt (links) und Tobias Wendl bei der Heim-WM am Königssee im Januar 2021.
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Tobias Arlt (links) und Tobias Wendl bei der Heim-WM am Königssee im Januar 2021.

Mit Bestürzung reagieren die Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt auf die schweren Schäden, die durch das Unwetter im Berchtesgadener Land entstanden sind. Im Gespräch mit BGLand24.de geben sie zudem Einblicke in die Konsequenzen für die deutschen Rennrodler und den Nachwuchs. Außerdem kündigen die Weltklasse-Rodler eine Spendenaktion an.

Schönau am Königssee - Die verheerenden Unwetter im Berchtesgadener Land haben auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Der Schaden wurde vom Verbands-Generalsekretär Thomas Schwab gegenüber BGLand24.de auf 20 Millionen Euro geschätzt, an sportliche Aktivitäten ist auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt in naher Zukunft nicht zu denken.

Dies hat auch unmittelbare Konsequenzen für die Leistungssportler vom Königssee, die vor einem olympischen Winter stehen und ihre wichtigste Trainingsstätte nicht mehr nutzen können. Tobias Wendl und Tobias Arlt, mehrfache Weltmeister, Olympiasieger und Gesamtweltcupsieger im Doppelsitzer, zeigen sich im Gespräch mit BGLand24.de entsprechend betroffen.

„Die Schicksale der Menschen wiegen viel schwerer“

„Wir haben noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag davon erfahren und die Bilder der Zerstörung gesehen. Das schmerzt schon sehr, wir sind als kleine Kinder schon auf dieser Bahn gefahren, da hängt unser Herz dran. Wir müssen aber ganz klar betonen, dass der Sport unter diesen Umständen nicht im Fokus steht. Die Schicksale der vielen Menschen, die alles verloren haben und zu Schaden gekommen sind, wiegen viel schwerer“.

Die Doppelsitzer ergänzen: „Auch sind wir Rodler alle froh, dass im unmittelbaren Umfeld der Bahn keine Personenschäden entstanden sind. Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können, wenn man sich die Bilder ansieht.“

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt.
Die Bob- und Rodelbahn am Königssee ist durch das Unwetter schwer beschädigt. © Thomas Schwab / BSD

Hilfe für die Betroffenen: Wendl und Arlt organisieren Spendenaktion

Um den Opfern der Katastrophe zu helfen, haben Arlt und Wendl eine Spendenaktion organisiert. Unter dem Motto „Einzeln sind wir stark - gemeinsam sind wir stärker!“, werden am Samstag, den 24. Juli, am Untersberg mit einer Radl-Aktion Spenden für die Betroffenen gesammelt.

Jeder der ein Rad hat (egal ob E-Bike, Mountainbike oder Rennrad) kann die Rodler am kommenden Samstag auf ihrer Hausrunde rund um den Untersberg begleiten. Eine Runde hat rund 50 Kilometer und kann natürlich so oft wie möglich umrundet werden. Für jeden gefahrenen Kilometer soll von den Radlern 1 Euro gespendet werden. Hier gibt es genauere Infos

Aus sportlicher Sicht hat der Wegfall der Trainingsstätte am Königssee unmittelbare Konsequenzen für Wendl, Arlt und ihre Kollegen vom Stützpunkt Berchtesgaden. „In der offiziellen Vorbereitung ist nur eine Trainingswoche am Königssee eingeplant, die lässt sich durch eine Verlagerung auf eine andere Bahn auffangen. Aber kurzfristige Materialtests, die wir vor und während einer Saison immer wieder durchführen, sind jetzt natürlich nicht mehr möglich“, erklären die 34-Jährigen.

Wie die Athleten vom Olympiastützpunkt in Berchtesgaden dies kompensieren werden, ist wenige Tage nach der Unwetterkatastrophe noch unklar. „Die Planungen sind schon im Gange, noch wissen wir aber nichts konkretes“, sagen Arlt, der seit 1991 Rennrodler ist und am Königssee seinen Sport erlernte, und Wendl, der seit 1994 Rennrodler ist.

„Für den Nachwuchs ist das eine Katastrophe“

Entsprechend besorgt sind die Olympiasieger von 2014 und 2018 um den Nachwuchs. „Für die Juniorinnen und Junioren ist das aus sportlicher Sicht eine Katastrophe. Wir Profi-Sportler werden Alternativen finden, aber der Nachwuchs wird besonders unter der Situation leiden. Den normalen Trainingsbetrieb kann man nicht einfach mal auf andere Bahnen verlegen, das ist für Kinder und Jugendliche neben der Schule nicht umsetzbar“, erklären Wendl und Arlt und präzisieren das Dilemma.

„Als wir Nachwuchsfahrer waren, ging es mindestens zwei Mal pro Woche auf die Bahn. Es gab Wochen, da waren wir täglich auf der Bahn. Da kann man sich vorstellen, was für ein großer Nachteil diese Situation für alle Talente am Königssee darstellt. Durch die Corona-Einschränkungen hat die Nachwuchsförderung ohnehin schon gelitten, das ist jetzt ein weiterer herber Rückschlag.“

Sorgen bereiten ihnen auch die unmittelbaren Auswirkungen für die Mitarbeiter an der Bahn. „Es hängen viele Arbeitsplätze an der Bob- und Rodelbahn. Wir hoffen sehr, dass man einen Weg findet, die Arbeitsplätze zu retten und den treuen und fleißigen Menschen, die unseren Sport erst ermöglichen, zu helfen.“

Neben den Einheiten auf der Bahn wird am Olympiastützpunkt auch in der sogenannten „Werkstatt“ trainiert. Dort findet u.a. das Kraft- und Ausdauertraining der Sportler statt. „So weit wir wissen, ist die Werkstatt nicht betroffen“ so die beiden abschließend.

*Hinweis der Redaktion: Am Donnerstag folgt ein ausführlicher Bericht zur Spendenaktion von Tobias Wendl und Tobias Arlt.

truf

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