Historische Augenzeugenberichte

Bayern im Visier der Meteroiten

Augsburg - Bayern wird jedes Jahr schwerer: In den vergangenen 1000 Jahren haben mehrere Meteoriten den Freistaat getroffen.

Mindestens sieben Meteoriten sind in den vergangenen 1000 Jahren in Bayern eingeschlagen. An diesem Freitag ist ein ähnlicher Vorfall nicht zu erwarten - der Asteroid „2012 DA14“ soll knapp an der Erde vorbeirasen.

Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat historische Augenzeugenberichte, die im Jahr 952 beginnen, ausgewertet. „Den glaubhaften Augenzeugen zufolge sind sieben Meteoriten mit insgesamt über 100 Kilogramm Gewicht auf Bayern gefallen“, sagte Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes, am Donnerstag. „Es ging fast immer glimpflich aus.“ Allerdings: Der bislang letzte registrierte Meteoritenfall vor zehn Jahren habe das Märchenschloss Neuschwanstein nur knapp verfehlt.

Wie das Nördlinger Ries entstand

Die Erde werde jede Stunde von tausenden winzigen bis faustgroßen Meteoriten bombardiert - allerdings unbeobachtet. Statistisch werde Bayern dadurch jedes Jahr um sieben Kilo schwerer. Vor 15 Millionen Jahren allerdings waren die Schäden gewaltig: Damals traf ein riesiger Meteorit Schwaben und formte das heute weltberühmte Nördlinger Ries. Im Umkreis von 100 Kilometern wurde damals alles Leben ausgelöscht.

So kann man den Mega-Asteroiden sehen

Bemerkenswert sei, dass jeder in Bayern gefallene untersuchte Meteorit wohl auf einem anderen Himmelskörper beheimatet war, ergänzte Eichhorn. Zwar stammten alle aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, aber immer von jeweils unterschiedlichen Asteroiden. Die in Bayern gefundenen Meteoriten sind rund 4,6 Milliarden Jahre alt und damit neunmal älter als die ältesten Gesteine in Bayern. Für die Wissenschaft seien Meteoriten von unschätzbarem Wert: „Meteoriten sind das Älteste im Universum, was wir in Händen halten können“, sagte Eichhorn.

Meteoriteneinschläge von Oberfranken bis ins Allgäu

Diese Meteoriteneinschläge hat das Landesamt für Umwelt (LfU) in Bayern registriert:

- Im Jahr 1722 bei Schäftlarn (Landkreis München)

- 1775 bei Bad Rodach (Landkreis Coburg)

- 1785 bei Eichstätt

- 1803 bei Massing (Landkreis Rottal-Inn)

- 1807 bei Untermässing (Landkreis Roth)

- 1846 bei Schönenberg (Landkreis Günzburg)

- 2002 bei Schloss Neuschwanstein (Landkreis Ostallgäu)

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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