Was ist dran, am Freitag, 13.?

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Landkreis - Heute ist es wieder soweit: Es ist Freitag, der 13. Für viele Menschen ein Grund, das Haus nicht zu verlassen. Doch was ist eigentlich so schlimm an diesem Tag?

Ein Freitag, der auf den 13. eines Monats fällt. Ein Tag, vor dem sich viele Menschen fürchten. Laut Aberglauben hat man an diesem Tag besonders viel Pech, es ist ein Unglückstag. Laut einer Studie glauben immerhin 25% der Deutschen daran, dass ihnen an einem Freitag, den 13., Unglück widerfährt. Doch warum eigentlich?

Problem an der Sache: Mit dem Freitag als Tag und der 13 als Zahl fallen gleich zwei als Unglücksbringer verschrieene Symbole zusammen.

Die Zahl 13

Ist Ihnen zum Beispiel schon mal aufgefallen, dass in vielen Hotels das 13. Stockwerk fehlt? Oder, dass es kaum ein Flugzeug mit einer dreizehnten Sitzreihe gibt? Auch in Krankenhäusern wird gerne auf diese Zahl verzichtet, ebenso im Motorsport, wo die Startnummer 14 nach der Startnummer 12 kommt.

Gerade im 19. Jahrhundert blühte der Aberglauben rund um die Zahl 13 erst richtig auf. Wussten Sie zum Beispiel, dass es zum echten Problem werden konnte, wenn eine Tafel für 13 Personen gedeckt war? Es hieß, sitzen 13 Menschen an einem Tisch, so wird eine dieser Personen binnen eines Jahres sterben. In diesem für die Gastgeber sehr peinlichen Fall konnte es durchaus vorkommen, dass kurzerhand ein 14. Stuhl an den Tisch gerückt wurde, auf den eine Strohpuppe gesetzt wurde. Die Strohpuppe, der 14. Gast, stand dementsprechend symbolisch für Jesus, den man an den Tisch lud, um das Unglück, die 13, die auch Symbol für den Teufel sein kann, abzuwenden. Um das zu untermauern, war es nicht selten, dass zudem ein kurzes "Komm, Herr Jesus, sei unser Gast..." gebetet wurde.

In der Kirchengeschichte ging es an einem Freitag, den 13., übrigens auch gleich unglücklich weiter: Der französische König Philipp IV. ließ am Freitag, den 13. Oktober 1307, alle Templer in Frankreich verhaften. Eine Hinterhältigkeit des Königs, der vor allem auf das Vermögen aus war, das der Orden seinerzeit besaß. Viele Templer wurden unter der Anklage der Blasphemie gefoltert, Geständnisse wurden erpresst und die Angeklagten grausam hingerichtet. Papst Clemens V. hob in Folge dieser Ereignisse den Orden auf.

Diese religiös-geschichtlichen Ereignisse sind unter anderem für den Aberglauben an die Zahl 13 als Unglückssymbol verantwortlich.

Der Freitag

Religiös geht es hier gleich weiter. Denn in der christlichen Religion liegt auch der Ursprung des Freitags als Unglückstages. Denken Sie mal an Ostern. Am Karfreitag, dem wichtigsten Freitag des Kirchenjahres, gedenken alle Christen jedes Jahr aufs Neue dem Tod Jesu. Der wurde laut Neuem Testament nämlich an einem Freitag gekreuzigt.

Noch im Alten Testament war es ein Freitag, an dem Adam und Eva den verbotenen Apfel pflückten, aßen und in direkter Konsequenz sich selbst und die gesamte Menschheit aus dem Gottesparadies verbannten.

Die Wissenschaft

Doch bleiben wir mal realistisch. Woher kommt die Annahme vom Freitag, den 13. als Unglückstag? Für den Regensburger Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder ganz einfach: In unserer heutigen Zeit benutzen wir das Datum als Kompensation. Üblicher Aberglaube, wie er noch im 19. Jahrhundert im Kirchenjahr oder im Kalenderjahr (zum Beispiel bei Ernte oder auch Aussaat) vorkam, hat heute keine oder sehr viel weniger Relevanz. Wir suchen uns also neue Termine, die unseren Aberglauben stützen können. Der Freitag und die 13 in dieser Kombination: ganz klar eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts! Erst nämlich in den 1950er Jahren wird Freitag, der 13., als solches in der deutschen Presse erstmals als Unglückstag erwähnt. Freitag, 13.? Ein Phänomen unserer Zeit!

Die gute Nachricht

Ziehen wir doch die Unfallstatistiken des statistischen Bundesamtes heran, um mal mit harten Fakten zu hantieren. Die Unfallzahlen zwischen 2008 und 2010 sagen klar: An Freitagen, die auf einen 13. fallen, passieren Unfälle. Aber überhaupt nicht mehr als an anderen Freitagen! Freitage schreiben in der Unfallstatistik allgemein höhere Zahlen als andere Wochentage. Der ganz rationale Grund: An Freitagen herrscht allgemein ein höheres Verkehrsaufkommen als an Montagen, Dienstagen usw.

Was man sonst noch wissen sollte

  • Die Phobie vor der Zahl 13 nennt man Triskaidekaphobie.
  • Arnold Schönberg, Komponist und Erfinder der Zwölftonmusik, litt unter Triskaidekaphobie. Er starb an einem Freitag, den 13. Juli 1951.
  • Im Jahr 2012 erwarten uns noch zwei weitere Freitage, die auf einen 13. fallen: Im April und im Juli.
  • Die erste Lottozahl, die jemals gezogen wurde, war die 13.
  • In Italien fürchtet man die Zahl 17, in China die Zahl 4, in Spanien und Lateinamerika ist der Dienstag, 13., ein Unglückstag.
  • Der Tod ist im Tarot der Zahl 13 zugeordnet.

rr/rosenheim24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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