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Siehst Du, Zuckerberg, so wird das gemacht

Vier Studenten stoppen Falschmeldungen auf Facebook

Princeton/München - Vier Studenten schaffen das, was Facebook bislang noch nicht gelingt: Sie entwickeln eine Software, die „Fake News“ aufdeckt. Wenn auch nur in kleinem Rahmen. Herunterladen kann sich das Programm jeder.

Viel wurde zuletzt berichtet über Trolle, die im Auftrag oder zumindest im Sinne der russischen Regierung Falschmeldungen über Social-Media-Kanäle lancieren beziehungsweise kommentieren. Dazu der Wahlkampf in den USA, seit dem der Einfluss von gefälschten Nachrichten auf das Ergebnis diskutiert wird. Erst am Samstag hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, stärker gegen so genannte "Fake News" vorgehen zu wollen.

Rat könnte er sich dafür bei vier College-Studenten holen. Sie haben bei einem Programmier-Workshop an der Uni in Princeton "FiB - Stop living a lie" entwickelt. Die Software soll „Fake News“ auf Facebook erkennen und dem Nutzer einen Link zur korrekten Meldung anbieten. Der 18-jährige Anant Goel ist Teil des Teams. In der Süddeutschen Zeitung erklärt er, wie das funktioniert.

Ein Punktesystem enttarnt Lügen

Die Software sortiere demnach Meinungsäußerungen, um die Tatsachenbehauptungen in einem Artikel freizulegen. „Dann sucht sie nach anderen Artikeln über das gleiche Thema, um zu prüfen, ob die Behauptungen zutreffen“, erklärt Goel. „Dafür und für seriöse Quellen vergeben wir sogenannte Wahrheitspunkte. Ab einem gewissen Schwellenwert ist der Link verifiziert. Wenn er die Schwelle nicht erreicht, wird er als Fake gekennzeichnet.“

Das Punktesystem klingt auf den ersten Blick logisch. Zuerst aber bewertet die Software noch die Quelle des Artikels. Goel sagt der SZ: „Wir haben eine Liste mit vertrauenswürdigen Quellen angelegt. Darin stehen Medien, die ihre Informationen üblicherweise überprüfen - wie die New York Times. Danach wird der Inhalt geprüft.“

Software in 36 Stunden entwickelt

Die vier Genies brauchten gerade einmal 36 Stunden, um die Software zu programmieren. Allerdings, schränkt Goel ein, sei das Projekt in einem kleineren Rahmen entwickelt worden. „Würde Facebook so etwas machen wollen, wäre der Aufwand viel größer, man bräuchte viele Techniker“, glaubt er. Seiner Meinung nach würde Facebook sich bei der Verwendung einer solchen Software aber vor allem selbst verraten: „Leute können im Prinzip posten, was sie wollen. Würde Facebook ‚Fake News‘ unterbinden, würde das nach aktuellem Stand den eigenen Richtlinien widersprechen.“

Offenbar enttarnt das System sogar Lügen, auch wenn sie im Internet noch so oft wiederholt werden. Der nächste Vorteil: Jeder kann sich die Software herunterladen. Nach der Vorstellung des Projekts seien erstmal die Server zusammengebrochen, berichtet Goel. Microsoft half den Kommilitonen aus. 

Die vier Entwickler wollen das Projekt weiter verbessern, neue Funktionen sind in Planung. Doch erst einmal stehen die Prüfungen an der Uni an. Das hat Vorrang. „An den Thanksgiving-Feiertagen wollen wir weitermachen“, sagt Goel. Von Facebook habe sich im Übrigen noch niemand gemeldet. Das ändert sich vielleicht noch.

mke

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