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Fachmagazin «Science Advances»

Studie: Es schneit Mikroplastik

Forscher haben selbst in der Arktis Mikroplastik nachgewiesen. Foto: Bernd Wüstneck
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Forscher haben selbst in der Arktis Mikroplastik nachgewiesen. Foto: Bernd Wüstneck

Winzige Plastikteilchen finden sich in den Tiefen der Meere, an entlegenen Stränden und fernen Bergregionen. Selbst in der Arktis ist Mikroplastik nachgewiesen. Wie es dort hingelangt, haben Forscher nun untersucht.

Bremerhaven (dpa) - Mit Schnee rieseln Mikroplastik-Teilchen aus der Luft auf die Erdoberfläche - selbst in der abgelegenen Arktis.

Die winzigen Teilchen mit einer Größe unter fünf Millimetern werden in der Atmosphäre transportiert und können so über weite Strecken verteilt werden, berichtet ein Forscherteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Demnach liegt nahe, dass die Luft erheblich mit Mikroplastik verschmutzt ist. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen sollten künftig genau untersucht werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin «Science Advances».

Melanie Bergmann und ihre Mitarbeiter hatten Schneeproben analysiert: aus Helgoland, Bayern, Bremen, den Schweizer Alpen und aus der Arktis, dort sowohl von der Inselgruppe Spitzbergen als auch von mehreren Eisschollen. Sie schmolzen den Schnee, filterten das Wasser und untersuchten die Rückstände per Infrarotspektroskopie. So ließen sich die Kunststoffrückstände nachweisen und analysieren.

Die Wissenschaftler fanden Mikroplastik in nahezu allen untersuchten Proben. Der Gehalt an Schnipseln war in den Schneeproben aus der Arktis geringer als in den europäischen Proben, allerdings sei er immer noch «substanziell». Im Schnitt fanden sich 1760 Teilchen pro Liter Schmelzwasser in den arktischen Proben. Auf einer Eisscholle hatten sich 14.400 Teilchen pro Liter gesammelt. Zum Vergleich: Die höchstbelastete Probe - neben einer Landstraße in Bayern genommen - barg 154.000 Teilchen pro Liter. Die Größe der Teilchen lag zwischen 11 und 474 Mikrometern (Millionstel Meter), wobei die besonders kleinen Winzlinge überwogen: 80 Prozent aller Teilchen waren kleiner als 25 Mikrometer.

Bei den Partikeln handele es sich unter anderem um Lackteilchen, Nitrilkautschuk und Polyamide. Sie können aus Beschichtungen von Fahrzeugen oder Gebäuden stammen, aus Abrieb von Reifen oder auch Schuhsohlen und aus zahlreichen anderen verbreiteten Kunststoffen. Wenn sie aufgewirbelt werden und in die Atmosphäre gelangen, werden sie mit Luftströmungen transportiert, berichten die Wissenschaftler. Schnee bindet die Partikel dann und nimmt sie mit auf die Erdoberfläche.

Abstract (nach Ablauf der Sperrfrist)

Abstract (Studie aus Nature Geoscience)

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