Zusammenstöße bei versuchter Flughafenbesetzung

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Ein Polizist versucht am Samstag in Berlin den Zaun des ehemaligen Flughafens Tempelhof provisorisch zu reparieren. Der früherer Stadtflughafen steht im Mittelpunkt von Auseinandersetzungen zwischen Besetzern und der Polizei.

Berlin - Polizei und Demonstranten haben sich bei einer versuchten Massenbesetzung des Berliner Flughafens Tempelhof harte Auseinandersetzungen geliefert.

Etwa 150 Personen versuchten am Samstag nach Angaben der Polizei, mit einem Wurfanker den Zaun niederzureißen und auf das Areal des stillgelegten Airports vorzudringen. Als die Beamten dagegen einschritten, wurden sie mit Steinen beworfen. “Ein Polizist soll seine Schusswaffe gezogen haben, um einen Demonstranten abzuschrecken“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele der Nachrichtenagentur AP vor Ort. Die “Berliner Morgenpost“ veröffentlichte im Internet ein Foto, das einen Mann in Zivil mit Waffe im Anschlag zeigt, der auf einen Demonstranten zielt. Über Verletzte konnten beide Seiten bis zum Abend noch keine Angaben machen.

Insgesamt mehrere tausend Demonstranten hatten im Laufe des Tages erfolglos versucht, den acht Kilometer langen Zaun an verschiedenen Stellen zu überwinden. Dazu hatte das linke Bündnis “Squat Tempelhof“ (Besetzt Tempelhof) aufgerufen. Erklärtes Ziel der Organisatoren ist es, die Fläche für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie hatten ursprünglich mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet. Bis zum frühen Abend war es nach Angaben der Polizei noch keinem Demonstranten gelungen, über den Zaun zu klettern. Etwa alle 100 Meter entlang der Absperrung waren Polizisten auf Posten. An einigen Stellen hatten die Sicherheitskräfte zusätzlichen Rolldraht ausgelegt. Auch im Inneren des Geländes waren massiv Polizeikräfte im Einsatz.

Ströbele spricht von “Stück aus dem Tollhaus“

Ströbele bezeichnete die massive Polizeipräsenz als “Stück aus dem Tollhaus“. Der Grünen-Politiker und Direktkandidat für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterstützte die Aktion, weil seiner Ansicht nach “das Gelände für alle Bürger geöffnet werden müsste“. An den friedlichen Protesten wollten sich auch die Linken, die Jungsozialisten und die Grüne Jugend beteiligen. Ein Polizeisprecher betonte hingegen: “Der Zaun steht dort nicht zum Selbstzweck. Auf dem Gelände befinden sich immer noch Einrichtungen zur Flugsicherheit, die für den Flugverkehr in Richtung Osteuropa genutzt werden.“ Zudem müsse der stillgelegte Flughafen als Notlandeplatz bereitgehalten werden. Gegen Mittag kam es an mehreren Stellen entlang des Zauns zu Festnahmen.

Rund zwei Dutzend als Clowns verkleidete Personen wurden von der Polizei festgesetzt, als sie an der Absperrung rüttelten. “Der zivile Ungehorsam, der von den Veranstaltern propagiert wurde, hat nicht lange gehalten. Wir hatten schon ziemlich früh Flaschen- und Steinwürfe“, sagte ein Polizeisprecher. Der Stadtflughafen Tempelhof wurde Ende Oktober 2008 geschlossen, technisch ist er aber nach wie vor voll funktionsfähig. Das Gelände wird seit der Schließung nicht mehr genutzt. Der Senat will dort später Wohnungen bauen lassen und einen Park anlegen.

AP

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