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Todes-Drama in den Alpen

Fünf Tote bei Lawinenunglück in Tirol - Experten beklagen Leichtsinn

Lawinenunglück in Tirol
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Der Lawinenkegel nach einem Lawinenabgang an der tirolerisch-schweizerischen Grenze in Spiss (Bezirk Landeck). Bei einem Lawinenabgang im österreichischen Bundesland Tirol sind am Freitag nach Angaben der Polizei fünf Menschen ums Leben gekommen.

Ein schreckliches Lawinenunglück hat sich in Tirol ereignet. Fünf Menschen sind im Gebiet von Spiss ums Leben gekommen, eine weitere Person wird noch vermisst.

Update, 20.36 Uhr - Fünf Tote bei Lawinenunglück in Tirol

Bei einem Lawinenabgang im österreichischen Bundesland Tirol sind am Freitag nach Angaben der Polizei fünf Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich abseits der Piste im Gebiet von Spiss, einem Ort an der Grenze zur Schweiz. Ein Opfer wurde verletzt in die Schweiz geflogen. Bei einem weiteren Lawinenunglück nahe Sölden - ebenfalls im ungesicherten Gelände - wurden laut Polizei am Freitag fünf Menschen erfasst. Vier von ihnen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Zum genauen Hergang, der Herkunft und dem Alter der Opfer konnte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

Aufgrund des vielen Neuschnees kam es am Donnerstag und Freitag nach Angaben des Lawinenwarndienstes zu fast 60 Lawinen allein in Tirol. Der Freitag war der bis dahin folgenschwerste Lawinentag in dieser Wintersaison. Der Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, sagte angesichts der zahlreichen Vorfälle: „Es macht mich traurig, aber ich bin auch erschüttert und wütend, dass alle Warnungen nichts nützen.“ Seit Tagen werde auf die kritischen Verhältnisse hingewiesen. Skitouren und Variantenabfahrten erforderten aktuell besonders viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr.

Laut Österreichs Lawinenwarnsystem herrscht nach dem Neuschnee, der regional zwei Meter hoch ist, in weiten Teilen der Berge erhebliche Gefahr - die dritte Stufe auf der fünfteiligen Risikoskala. Bei dieser mittleren Gefahrenlage passieren für gewöhnlich die meisten Lawinenunfälle.

Glück im Unglück hatte eine deutsche Skifahrerin, die im Tiroler Skigebiet Glungezer verschüttet wurde. Sie konnte dank einer raschen Suchaktion ihrer Begleiter nach 15 Minuten lebend geborgen werden. Sie wurde laut Polizei in einer Tiefe von 1 bis 1,5 Metern gefunden. Die Frau war bewusstlos, doch ihre Atmung und ihr Kreislauf funktionierten noch. „Auf jeden Fall ist es ein totaler Glücksfall, wenn man 15 Minuten lang überlebt“, sagte der Polizeisprecher. Die Frau, die in Innsbruck lebt, wurde verletzt in ein Krankenhaus geflogen.

Die Frau und ihre Kollegen waren mit elektronischen Ortungsgeräten, Lawinensonden und Schaufeln gut ausgerüstet in dem Skigebiet unterwegs. Die rasche Bergung durch Begleiter ist laut Experten von entscheidender Bedeutung, da die Überlebenschancen von Verschütteten unter dem Schnee binnen kurzer Zeit rasch sinken.

Update,18.18 Uhr - Weiteres Opfer geborgen

Bei dem Lawinenabgang im österreichischen Bundesland Tirol sind am Freitag nach neuen Informationen der Polizei fünf Menschen ums Leben gekommen. Zunächst war von vier Opfern die Rede gewesen. Nun wurde ein weiteres Opfer gefunden, das berichtet der Focus. Nicht nur in Tirol kam es zu einer enormen Anzahl an Lawinen, in ganz Österreich war die Lawinenbelastung extrem hoch. Allein in Tirol gingen am Freitag bis zum Nachmittag 13 Lawinen ab. In ganz Österreich kam es aufgrund des vielen Neuschnees am Donnerstag und Freitag nach Angaben des Lawinenwarndienstes zu fast 60 Lawinen. Der Freitag war der bis dahin folgenschwerste Lawinentag in dieser Wintersaison.

Die Tiroler Tageszeitung berichtet, dass die Lawinensituation auch das Bundesheer auf den Plan gerufen hat. Gemeinsam mit einem Flugretter stehe ein Heerestransporthubschrauber für Erkundungsflüge, Lawinensprengen und Transportaufgaben bereit. Außerdem formierte das Militärkommando seine Lawineneinsatzzüge. 

Erstmeldung - Vier Tote bei Lawinenabgang in Tirol

Spiss - Bei einem Lawinenabgang im österreichischen Bundesland Tirol sind vier Menschen getötet worden. Eine weitere Person werde vermisst, teilte die Leitstelle der Einsatzkräfte am Freitag mit. . Eine Person wurde verletzt in die Schweiz geflogen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das Unglück ereignete sich im Gebiet von Spiss, einem Ort an der Grenze zur Schweiz. Informationen zu Herkunft und Identität der Opfer waren noch nicht bekannt.

Zum Einsatzort flogen zwei Schweizer Hubschrauber, ein österreichischer Notarzthubschrauber sowie ein Polizeihubschrauber. Einsatzkräfte suchten am Nachmittag den Lawinenkegel nach möglichen weiteren Verschütteten ab, sagte ein Polizeisprecher laut Informationen der ORF. Das Schneebrett ging bei der Fließer Stieralpe ab und damit im freien Gelände. Es war eines der schwersten Lawinenunglücke in Österreich in dieser Saison. Anfang Dezember waren drei Skiwanderer im Salzburger Land von Schneemassen getötet und zwei weitere verletzt worden

Am Freitag gingen in Tirol bis zum Nachmittag dreizehn Schneebretter ab. Im beliebten Skiort Sölden verschüttete eine Lawine fünf Wintersportler auf einer gesicherten Piste. Sie wurden lebend geborgen. Vom Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, hieß es angesichts der zahlreichen Lawinenunfälle am Donnerstag und Freitag: „Es schmerzt mich persönlich und macht mich traurig, wenn man tagelang warnt, warnt und wieder warnt: Und dann passieren innerhalb von zwei Tagen über 50 registrierte Lawinenunfälle.“, so zitiert ihn ebenfalls das ORF. Mit Ausnahme des südlichen Osttirol herrschte am Freitag in ganz Tirol „erhebliche Lawinengefahr“, das ist die Stufe drei auf der fünfteiligen Skala. Erfahrungsgemäß ereignen sich bei dieser Gefahrenstufe die meisten Lawinenunfälle.

nt

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