Vermeintliches Mondgestein nur versteinertes Holz

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Kein Mondgestein: Dieser Brocken ist nur versteinertes Holz.

Amsterdam - Jahrzehntelang glaubte das Rijksmuseum in Amsterdam , einen kleinen Brocken Mondgestein der Apollo-11-Mission zu besitzen. Bei einer Überprüfung stellte sich das Exponat jetzt aber schlicht als versteinertes Holz von der Erde heraus.

Das Museum will das Stück dennoch behalten und als Kuriosität ausstellen. “Wir können darüber lachen“, erklärte Museumssprecherin Xandra van Gelder. Kurios ist allemal die Geschichte der Herkunft des vermeintlichen Mondgesteins. Laut Van Gelder wurde es im Oktober 1969 vom damaligen US-Botschafter in den Niederlanden, William Middendorf, an den seinerzeitigen Ministerpräsidenten Willem Dreesman übergeben.

Anlass war eine Rundreise der drei Apollo-Astronauten drei Monate nach der ersten Mondlandung. Middendorf erklärte unlängst, er habe den Stein vom US-Außenministerium erhalten, könne sich aber an keine Einzelheiten mehr erinnern. Dreesman starb 1988 und vermachte den Gesteinsbrocken ans Rijksmuseum, das keinerlei Zweifel an seiner Echtheit hegte. Erst 2006 erfuhren die Kuratoren, dass die US-Weltraumbehörde NASA so kurz nach der ersten Mondlandung wohl kaum Mondgestein verschenkt haben dürfte.

Die meisten Mondbrocken in ausländischen Museen stammen von späteren Apollo-Missionen. Daraufhin wurden Geologen der Universität Amsterdam eingeschaltet, die die Wahrheit an den Tag brachten. Zu sehen war der ominöse Stein allerdings schon in der Vergangenheit nur bei Sonderausstellungen. Das Rijksmuseum ist in erster Linie eine Gemäldegalerie für die Werke von Rembrandt und anderen niederländischen Künstlern.

AP

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