DEUTSCHE URLAUBERIN 2014 IN TIROL GETÖTET

Nach Schock-Urteil: Dieser Vier-Punkte-Plan soll Almbauern die Verunsicherung nehmen

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Almkuh
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Innsbruck - Nach dem Urteil gegen einen Almbauern nach einer tödlichen Kuh-Attacke stehen Tiroler Landwirte weiter unter Schock. Bei einem Runden Tisch wurde nun ein Maßnahmen-Paket geschnürt:

Das Urteil nach einer tödlichen Kuh-Attacke im Jahr 2014 schlug ein wie eine Bombe. Ein Tiroler Bauer wird (bisher noch nicht rechtskräftig) zu rund 400.000 Euro Schadensersatz an die Hinterbliebenen verurteilt. Seitdem sind viele österreichische Almbauern extremverunsichert. Eine so hohe Geldsummen könnte eine echte existenzielle Bedrohung für den jeweiligen Landwirt werden. Einige Landwirte fühlen sich von dem Urteil bereits in die Enge getrieben und versuchen ähnliche Konsequenzen mit einem drastischen Schritt zu umgehen. So haben einige Almbetreiber bereits Wanderwege, die über Almen führen, für die Öffentlichkeit gesperrt. Bauernbund-Präsident Georg Strasser befürchtet im Gespräch mit krone.at das Aus für den österreichischen Almbetrieb, sollte das Urteil in Kraft treten.

Vier-Punkte-Plan soll Landwirten Verunsicherung nehmen

Am Mittwoch fand nun ein Runder Tisch von Vertretern der Tiroler Landesregierung, der Bauern, des Tourismus und des Alpenvereins statt. Kurz davor hat bereits Bundeskanzler Sebastian Kurz in einer Pressekonferenz gesetzliche Nachschärfungen angekündigt. „Der tragische Zwischenfall soll nicht dazu führen, dass das grundsätzlich gute Miteinander zwischen Touristen und der Landwirtschaft auf Almen gefährdet ist“, so Kurz laut ORF Tirol. Beim anschließenden Runden Tisch wurde dann ein Vier-Punkte-Plan festgelegt, wie die Tiroler Tageszeitung aktuell berichtet. Neben einem umfassenden Versicherungsschutz für Landwirte sollen sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene die Gesetze nachgebessert werden. Zusätzlich wurde eine Image- und Aufklärungskampagne in Auftrag gegeben.

Als Akutmaßnahme wird die Ausweitung des Versicherungsschutzes dienen. Dieser soll auf der bereits bestehenden Wegeversicherung aufbauen und ausgeweitet werden. „Etwa auf Wiesen und Weiden“, erklärte Landeshauptmann Gunther Platter auf der Pressekonferenz nach dem Runden Tisch. Wer die laut Platter „überschaubaren“ Kosten tragen soll, sei derzeit noch offen. Die Versicherung soll noch vor dem Sommer fixiert werden. Zusammen mit Tourismus und Landwirtschaft werde man eine Lösung für die Finanzierung finden.

Gesetzesänderungen für mehr Eigenverantwortung

Als mittel- bzw. langfristige Lösung sei eine Gesetzesänderung angedacht. Wie das ORF Tirol Landeshauptmann Platter zitiert, solle das Tiroler Almschutzgesetzt entsprechend angepasst werden. Darin soll das Verhalten auf Almen neu geregelt werden und festgelegt werden, wie man sich gegenüber Tieren auf den Almen verhalten solle und was es bei Wanderungen mit Hunden zu beachten gelte. Diese Verhaltensregeln sollen generell für Wälder und alpines Gelände gelten und nicht auf Almbereich beschränkt sein. Ziel sei es, die Eigenverantwortung stärker zu betonen

Verurteilter Bauer soll abgesichert werden

Wie der ORF Tirol weiter berichtet wurde dem betroffenen Stubaier Bauern von Seiten der Tiroler Landesregierung und von der Landwirtschaftskammer volle Unterstützung zugesagt. Er werde demnach sicher schadlos gehalten und nicht im Stich gelassen. Platter hoffe allerdings, das das Urteil im Berufungsverfahren noch aufgehoben werde.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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