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Blutige Unruhen in Kirgistan: 17 Tote

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Zwei Regierungsgegner helfen einem verletzten Mitstreiter wieder auf die Beine.

Bischkek - Blutige Krise in der zentralasiatischen Republik Kirgistan: Tausende Demonstranten haben den Regierungssitz gestürmt - wegen einer massiven Erhöhung der Strom- und Heizkosten.

Lesen Sie auch: Demonstranten töten kirgisischen Innenminister

Die schwarzgekleideten Demonstranten stürmten am Mittwoch den Regierungssitz, setzten das Büro des Staatsanwalts in Brand und plünderten die Zentrale des staatlichen Fernsehens. Am Vormittag machten die Regierungsgegner Jagd auf Polizisten, verprügelten sie und bemächtigten sich ihrer Fahrzeuge.

Die Polizei setzte zunächst Gummigeschosse, Tränengas und Wasserwerfer gegen die Regierungsgegner ein. Dann feuerten die Ordnungshüter in die aufgebrachte Menge. Bei den Straßenschlachten starben mindestens 17 Menschen, 180 wurden verletzt.

In zwei weiteren Städten gab es ebenfalls schwere Zusammenstöße: Etwa in Naryn im Süden des Landes. Dort stürmten rund 5000 Demonstranten den Sitz der Regionalregierung, setzten den amtierenden Gouverneur ab und einen neuen ein, wie der Oppositionsaktivist Adilet Eschenow mitteilte. Mindestens vier Personen, darunter der regionale Polizeichef, seien bei den zweitägigen Unruhen verletzt worden. Mindestens zehn Oppositionsführer wurden verhaftet.

Unklar war zunächst das Schicksal von Innenminister Moldomusa Kongatijew. Ein Oppositionsaktivist, Schamil Murat, teilte mit, der Minister sei in der rund 300 Kilometer westlich von Bischkek gelegenen Stadt Talas von Demonstranten zusammengeschlagen worden und wenig später seinen Verletzungen erlegen.

Ausgelöst wurden die Proteste von einer massiven Erhöhung der Strom- und Heizkosten. Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Präsident Kurmanbek Bakijew, der 2005 an der Spitze einer Protestbewegung an die Macht gelangte: Die sogenannte Tulpenrevolution führte zum Sturz seines Vorgängers Askar Akajew, dem Korruption und Günstlingswirtschaft vorgeworfen wurden. Inzwischen sieht sich Bakijew aber mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Die Pressefreiheit wurde deutlich eingeschränkt, und Oppositionspolitiker klagen über eine massive Einschüchterung durch die Sicherheitskräfte.

Die Unruhen in Kirgistan werden von den USA und ihren Verbündeten in Afghanistan mit großer Sorge beobachtet: In der früheren Sowjetrepublik liegt ein US-Stützpunkt zur Unterstützung des Militäreinsatzes in Afghanistan.

ap

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