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Doch Lieferengpässe bei öffentlichen Kliniken

Tirol verteilt Impfstoff an Privatklinik - obwohl dort keine Covid-Patienten behandelt werden

  • Daniel Pichler
    VonDaniel Pichler
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Wie österreichische Medien übereinstimmend berichten, wurde in Tirol Corona-Impfstoff an die Medalp-Privatklinik verteilt, in welcher keine Covid-Patienten behandelt werden. Warum die Klinik den Impfstoff bekommen hat, ist offenbar unklar.

Auch in Österreich kommt es zu Lieferengpässen mit dem Corona-Impfstoff. So muss sich etwa der Rettungsdienst gedulden, auch öffentliche Spitäler haben die Nachricht erhalten, dass es mit der Auslieferung des Vakzins noch dauern könne. Eine schwierige Situation, schließlich steht das Personal in beiden genannten Fällen im direkten Kontakt mit Corona-Infizierten.

Private Klinik vorgereiht? Das sagt Miteigentümer

In dieser Gesamtlage sorgt eine Meldung aus Tirol wieder für Aufsehen. Wie „Der Standard“ berichtet, wurden rund die Hälfte der Mitarbeiter der Medalp bereits gegen Corona geimpft. Die privaten Medalp-Unfallkliniken betreuen allerdings keine Covid-Patienten, sondern sind auf Unfallchirurgie spezialisiert. Betrieben werden sie in der Nähe von Skigebieten.

Die Frage, ob die privaten Unfallkliniken vorgereiht worden seien, verneint Medalp-Mitgründer Alois Schranz im Gespräch mit dem „Standard“. Man habe dem Land auf Aufforderung hin mitgeteilt, wie viele Impfdosen benötigt würden. Diese seien dann von der Landessanitätsdirektion geliefert worden. Das Land Tirol bestätigt diese Lieferung.

Bei den Tirol Kliniken wurden indes bislang 15 Prozent der Mitarbeiter geimpft, in manchen Tiroler Bezirksspitälern (entsprechen Spitälern auf Landkreisebene) war gar erst am Dienstag Impfstart. In Tirol sorgt die Verteilung der Impfdosen deshalb für Unverständnis, heißt es in einer Vorgabe des Bundes doch, dass Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Expositionsrisiko bevorzugt zu behandeln sind. Doch gerade dort ist der Impfstoff Mangelware.

Heftige Kritik

Seitens der Tiroler Grünen meldet sich nun Klubobmann Gebi Mair zu Wort. Er verweist auf die klaren Vorgaben des Impfplans. Georg Dornauer, Chef der Tiroler SPÖ, wird in einer Aussendung deutlich: „Dass nun private Einrichtungen ohne Covid-Patienten Impfdosen erhalten haben, während der Impfstoff für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Tirol Kliniken bereits ab nächster Woche wieder knapp wird, ist inakzeptabel und verantwortungslos.“ Bezeichnend sei auch, dass die Tiroler Adlerrunde in der Causa mitmische. Bei der Adlerrunde handelt es sich um einen Unternehmerverbund - Vizepräsident ist Medalp-Mitgründer Alois Schranz. Wie „Der Standard“ in einem eigenen Artikel zur Adlerrunde vorrechnete, spendete diese in den vergangenen Jahren über eine Million Euro Wahlkampffinanzierung an die ÖVP.

Ermittlungen um Schutzmasken eingestellt

Die Medalp-Kliniken sahen sich im späten Frühjahr mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konfrontiert. Konkret stand der Vorwurf im Raum, die Sportklinik Medalp in Imst habe schadhafte und nicht ausreichend zertifizierte Schutzmasken verkauft. Öffentlich gemacht wurde der Fall vom Tiroler Internetpublizisten Markus Wilhelm. Schranz sprach damals gegenüber dem ORF von einem „Missverständnis“, das ganze sei nicht in böser Absicht passiert.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dieser Causa wurden jedenfalls Ende November eingestellt. Der Vorwurf, Schranz habe bewusst minderwertige Schutzmasken in Umlauf gebracht und sich daran bereichert, habe sich nicht erhärtet, so die Staatsanwaltschaft. Dass kein Vorsatz der Täuschung oder des Betrugs vorliege, zeigten dementsprechende Bestellbestätigungen sowie die Tatsache, dass Schranz die Masken in seinen Kliniken selbst zum Einsatz gebracht habe. Auch dass er sich an den Masken durch einen Weiterverkauf bereichern wollte, bestätigten die Erhebungen der Staatsanwaltschaft nicht.

Schranz sieht keine Bevorzugung vorliegen

In der aktuellen Impf-Causa sieht Schranz laut „ORF“ keine Bevorzugung vorliegen. Seine Mitarbeiter benötigten den gleichen Schutz wie in anderen Abteilungen, sagt er „Ö1“. Warum die Medalp den Impfstoff überhaupt erhalten hat, ist laut „ORF“ unklar.

Rubriklistenbild: © Rafiq Maqbool/dpa

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