Bis September an Inntal- und Brenner-Autobahn

Droht weiteres Verkehrschaos? Tirol sagt Reiseverkehr mit Fahrverboten den Kampf an

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Tirol - Um Mautflüchtlingen und Stauumfahrern Herr zu werden, greift das Nachbarland Tirol nun zu rigorosen Maßnahmen. Zum Leidwesen der deutschen Seite?

Tirol greift weiter gegen Reiseverkehr aus Deutschland und anderen Ländern durch. Neben der Lkw-Blockabfertigung, die mittlerweile regelmäßig an der Grenze in Kufstein durchgeführt wird, werden nun auch Landstraßen zwischen Italien und Deutschland für den Reiseverkehr gesperrt. So sollen jene gestoppt werden, die sich die Maut sparen oder einen Stau umgehen wollen.

Seit Donnerstagmorgen, den 20. Juni, 7 Uhr, gilt das Verbot. Es soll helfen, den Transitverkehr aus den betroffenen Dörfern entlang der Stau-Umgehungsstrecken zu verbannen. Das temporäre Fahrverbot gelte auf den Landstraßen rund um Innsbruck und beinhalte den gesamten Verkehr, also Lkw, Pkw und Motorräder, wird der Tiroler Regierungschef Günther Platter (ÖVP) vom Bayerischen Rundfunk zitiert.

Fahrverbot in Tirol: An Wochenenden von 7 bis 19 Uhr

Das Fahrverbot in und rund um Innsbruck wirkt sich auch auf die Abschnitte entlang der Inntal- und der Brenner-Autobahn aus. Die Straßen sollen zunächst bis zum 14. September gesperrt werden, also bis zum Ende der Sommerferien, heißt es in dem Bericht. Gesperrt wird an Wochenende und verlängerten Wochenenden jeweils von 7 und 19 Uhr.

Wer versucht, sich auf den Landstraßen die Maut zu sparen oder damit Staus zu umfahren, wird kurz nach der Ausfahrt von der Polizei gestoppt, erklärt der Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Wenn die Beamten feststellen, dass die Autofahrer zum Brenner oder in Richtung Deutschland fahren wollen, werden sie direkt zurück zur Autobahn geschickt.

Fahrverbot in Tirol: Kontrollen durch Polizei

"All jene, die nach Innsbruck oder in die umliegenden Dörfer wollen, können dies auch weiterhin tun", versichert Günther Platter laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung. "Drastische Situationen verlangen drastische Maßnahmen."

Wie die sogenannten Mautflüchtlinge von Urlaubern, die nach Tirol wollen, von den österreichischen Beamten unterschieden werden, sei eine Ermessensfrage der Polizisten vor Ort. Nur die Brenner-Bundesstraße bleibt laut Tiroler Tageszeitung weitestgehend von den Fahrverboten verschont, werde aber seitens der Verkehrspolizei und des Landes streng beobachtet.

Fahrverbot in Tirol: Frage der Sicherheit für Tirol

Jährlich fahren nach Angaben der Tiroler Wirtschaftskammer über elf Millionen Autos und zweieinhalb Millionen Lkw über den Brenner. "Es kann nicht sein, dass es selbst für Einsatzfahrzeuge kein Durchkommen mehr gibt", erklärt Sicherheitsreferent Josef Geisler laut Tiroler Tageszeitung. "Dem können und dürfen wir nicht länger zusehen — eine solche Situation braucht entsprechende Maßnahmen. Es geht darum, den transitierenden Verkehr zu lenken."

Auch im Salzburger Land denkt man über ein solches Fahrverbot nach. Dort würde vor allem der Landkreis Berchtesgadener Land darunter leiden. Zudem werden die Lkw-Blockabfertigungen an der Grenze in Kufstein zunehmend ausgeweitet.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Montage (picture alliance/dpa)

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