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Terror in London

Attentäter verteidigte früher Mobbing-Opfer

Woolwich London Terror
+
Der 28 Jahre alte Haupttäter soll in der Schule Schwächere gegen Mobbing verteidigt haben

London - Die hasserfüllten Worte des London-Attentäters gingen um die Welt. Nun melden sich eine Ex-Freundin und ehemalige Schulkameraden zu Wort. Sie können nur Gutes über den 28-Jährigen sagen.

Die britische Polizei arbeitet fieberhaft an der Aufklärung der Hintergründe der schockierenden mutmaßlichen Terrorattacke auf einen Soldaten in London. „Dies sind große und komplexe Ermittlungen, die sich schnell verändern können“, hieß es von Scotland Yard. Man verfolge zahlreiche Spuren. Am Donnerstagabend wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen, ein Mann und eine Frau, beide 29 Jahre alt. Sie wurden von der Polizei verhört. Mehrere Wohnungen in verschiedenen Teilen Londons und in der Grafschaft Lincolnshire wurden durchsucht.

Die beiden Hauptverdächtigen, die 22 und 28 Jahre alt sein sollen, lagen unter scharfer Bewachung weiter im Krankenhaus. Die Polizei hatte sie am Mittwoch angeschossen, nachdem sie mit den mutmaßlichen Tatwaffen in der Hand bei dem ermordeten Soldaten angetroffen worden waren. Beide Männer hätten keine lebensgefährlichen Verletzungen, hieß es. Die Männer waren der Polizei bekannt. Der Sender BBC berichtete, einer von ihnen sei 2007 bei einer islamistischen Demonstration in Luton bei London dabei gewesen.

Der Attentäter aus London im Video-Interview

Die Ex-Freundin des älteren Haupttäters beschrieb den 28-Jährigen unterdessen gegenüber britischen Medien als "normalen, durchschnittlichen Kerl". Die Friseuse, die mit Michael A. als Jugendliche befreundet war, berichtete außerdem: "Er war richtig freundlich und richtig höflich und nichts hat jemals darauf hingedeutet, dass er so etwas tun würde. Wir können es alle nicht fassen", zitiert die "Daily Mail" die heute 26-Jährige. Auch ehemalige Schulfreunde des 28-Jährigen können nur Positives über ihn sagen. Er habe sogar andere Schüler gegen Mobbing verteidigt. 

Das Interesse am Islam kam dem Bericht der "Daily Mail" erst im Alter von 16 oder 17 Jahren auf. In den vergangenen Wochen wurde er immer wieder predigend im Stadtteil Woolwich gesehen. "In den vergangenen drei Wochen ist er die Hauptstraße schreiend und predigend hoch und runter gelaufen", berichtet ein 29-Jähriger gegenüber dem "Daily Telegraph". "Es war offensichtlich, dass da jemand Verrücktes umherläuft."

Soldat war Familienvater und auch in Deutschland stationiert

Auch über das Opfer, ein 25-jähriger Soldat, der unter anderem mit einem Fleischerbeil zu Tode gehackt worden war, ist inzwischen mehr bekannt. Er war Vater eines zweijährigen Sohnes und nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 2009 in Afghanistan und danach auch in Deutschland (Celle) stationiert. Seine Familie drückte in einer Stellungnahme ihre Trauer aus und erklärte, er habe schon immer Soldat werden wollen. Bis zum Abend legten Menschen am Tatort Blumen nieder.

Die beiden mutmaßlichen Täter hatten bei dem Mord islamistische Parolen ausgerufen. Bei den Männern soll es sich um britische Staatsbürger mit Verbindungen nach Nigeria handeln. Sie waren der Polizei bekannt.

Attentat in London: Soldat auf offener Straße ermordet

Attentat in London: Soldat auf offener Straße ermordet

Mit einer Machete und einem Fleischerbeil wurde am Mittwoch in London ein britischer Soldat auf offener Straße von zwei Männern attackiert. Das Opfer starb nach dem  Angriff, der vermutlich eine terroristischen Hintergrund hatte. © dpa
Mit einer Machete und einem Fleischerbeil wurde am Mittwoch in London ein britischer Soldat auf offener Straße von zwei Männern attackiert. Das Opfer starb nach dem  Angriff, der vermutlich eine terroristischen Hintergrund hatte. © dpa
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Mit einer Machete und einem Fleischerbeil wurde am Mittwoch in London ein britischer Soldat auf offener Straße von zwei Männern attackiert. Das Opfer starb nach dem  Angriff, der vermutlich eine terroristischen Hintergrund hatte. © dpa
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In den kommenden Tagen will die Polizei in London mit zusätzlichen Beamten Präsenz zeigen. Für das am Samstag anstehende Champions-League-Finale werden Zehntausende Besucher aus Deutschland erwartet. Die Finalteilnehmer Borussia Dortmund und Bayern München erklärten, sie reisten ohne Bedenken nach London.

Mehrere muslimische Gruppen in Großbritannien verurteilten den mutmaßlichen Terrorangriff scharf. Eine solche barbarische Tat habe keinerlei Basis im Islam, hieß es am Donnerstag vom britischen Muslimrat. Alle Menschen und Gruppen, egal ob muslimisch oder nicht, müssten nun zusammenhalten. Die Polizei müsse dafür sorgen, dass keine Spannungen hochkochten. Der Rat betonte zudem, dass Muslime seit langem als Soldaten in der britischen Armee arbeiteten, und dies mit Stolz täten.

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte den Mord. „Es kann absolut keine Rechtfertigungen für solche Taten geben“, sagte der Präsident laut einer am Donnerstag in Washington veröffentlichten Mitteilung. Die USA stünden entschlossen an der Seite Großbritanniens.

dpa

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