Elfter Jahrestag

11. September: Amerika gedenkt der Opfer

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So berichtete das US-Fernsehen damals über die Katastrophe

Washington - Amerika gedenkt an diesem Dienstag der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Am elften Jahrestag der Attacken soll auch der Präsidentschaftswahlkampf weitgehend ruhen.

Amerika hat zum elften Mal den Opfern der verheerendsten Terroranschläge auf amerikanischem Boden gedacht. An einem sonnigen und klaren Tag, ganz ähnlich dem des 11. September 2001, erinnerten etwa 1.000 Menschen in New York mit einer Schweigeminute an die knapp 3.000 Opfer. Um Punkt 8.46 Uhr Ortszeit herrschte Stille am Ground Zero in Manhattan. Das war der Zeitpunkt, als das erste von zwei Flugzeugen in den Nordturm des World Trade Center steuerte.

Dieses Jahr waren die Zeremonien stiller als zum zehnten Jahrestag. Hatten in den vergangenen Jahren noch Tausende an den Zeremonien in New York teilgenommen, so waren am Dienstag etwa 1.000 Besucher dabei, als Familienmitglieder am Denkmal in Manhattan die Namen ihrer getöteten Angehörigen verlasen. Auch in der Hauptstadt Washington, wo ein Flugzeug in das Pentagon stürzte, und in Pennsylvania, wo ein weiteres Flugzeug abstürzte, wurden die Namen der damals Getöteten verlesen.

US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle gedachten vor dem Weißen Haus der Opfer. „Unser Land ist sicherer und unser Volk ist widerstandsfähig“, sagte Obama. Anschließend legte er einen Kranz am Pentagon nieder. Später besuchte das Präsidentenpaar den Nationalfriedhof in Arlington, wo sie den Toten der Kriege in Afghanistan und im Irak ihren Respekt zollten.

Ein Wendepunkt ist erreicht

Zugleich machte sich bei vielen US-Bürgern das Gefühl breit, dass nach dem zehnten Jahrestag im vergangenen Jahr ein Wendepunkt im Umgang mit dem Thema erreicht ist. So sprachen bei der Gedenkzeremonie in New York dieses Mal ausschließlich Angehörige, während es in den vergangenen Jahren stets auch Politiker waren. „Es ist Zeit, den 11. September von der Politik zu befreien“, schrieb der „Boston Globe“ in einem Leitartikel.

In diesem Jahr, sagte die um ihren Ehemann trauernde Jane Pollicino, „fühle ich mich viel entspannter“. Direkt nach dem neunten Jahrestag sei alles auf den zehnten Gedenktag hinausgelaufen. „In dieser Hinsicht fühlt sich das sehr anders an. Es ist ein anderer Jahrestag, den wir ruhiger begehen können, ohne diesen Zehn-Jahre-Druck.“

Der Wahlkampf ruht

Der Wahlkampf ruhte am Dienstag. Die Teams von Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney verzichteten auf ihre negativen Wahlwerbespots, in denen sie den politischen Gegner angreifen.

Romney schüttelte die Hände von Feuerwehrleuten am Flughafen O'Hare, bevor er nach Nevada zur Jahresversammlung der Vereinigung der Nationalgarde reiste. Vizepräsident Joe Biden besuchte in Shanksville in Pennsylvania eine Gedenkveranstaltung. Dort stürzte eine der entführten Maschinen ab, nachdem Passagiere die Angreifer überwältigt hatten.

Bilder: New York gedenkt der Opfer von 9/11

Bilder: New York gedenkt der Opfer von 9/11

Auch dort, wo in Reaktion auf die Anschläge nach nur einem Monat die ersten amerikanische Bomben fielen, wurde der Jahrestag begangen. Im Hauptquartier der Schutztruppe ISAF in Kabul wurde bei einer internationalen Zeremonie den im Afghanistankrieg getöteten Soldaten gedacht. „Elf Jahre nach diesem Tag sollte es keine Zweifel an unsere Hingabe für dieses Engagement geben“, sagte US-General und Oberkommandierender der ISAF, John Allen. In den vergangenen elf Jahren kamen etwa 3.000 ausländische Soldaten in Afghanistan um.

Westerwelle erinnert an Verbundenheit mit den USA

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) teilte mit, die gemeinsame Erinnerung an die furchtbaren Ereignisse des 11. Septembers zeige jedes Jahr, „wie sehr unser deutsches und europäisches Schicksal mit dem Schicksal Amerikas verbunden ist“. Die Gefahren des globalen Terrorismus seien immer noch nicht überwunden. Sie könnten nur überwunden werden, „wenn wir als Wertegemeinschaft zusammenstehen“.

Bei den Anschlägen vor elf Jahren brachten 19 islamistische Terroristen innerhalb kurzer Zeit vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt und versuchten, sie in wichtige und symbolträchtige Gebäude zu stürzen. Den Flugzeugentführern, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida angehörten, gelang es, zwei Maschinen in die beiden Türme des World Trade Centers in New York und eine in das Pentagon in Washington zu lenken. Ein Flugzeug, das möglicherweise auf das Weiße Haus stürzen sollte, wurde von den Passagieren auf einem Feld in Pennsylvania zum Absturz gebracht.

Die Anschläge kosteten knapp 3.000 Menschen das Leben. Die meisten Opfer, rund 2.800 Menschen, gab es in New York, wo die beiden Türme des World Trade Centers einstürzten und völlig zerstört wurden. Den Terrorangriffen folgten zwei langjährige Krieg im Irak sowie in Afghanistan mit unzähligen Toten.

Bilder vom 11. September 2001

Bilder vom 11. September 2001

dapd

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