Neue Feuer gemeldet

Waldbrand wütet bei Berlin - «Lage noch nicht entspannt»

Ein Wasserstrahl der Feuerwehr inmitten eines von Flammen erleuchteten Waldes. Foto: Patrick Pleul
1 von 7
Ein Wasserstrahl der Feuerwehr inmitten eines von Flammen erleuchteten Waldes. Foto: Patrick Pleul
Ein brennender Wald nahe Klausdorf im Südwesten Brandenburgs. Foto: Patrick Pleul
2 von 7
Ein brennender Wald nahe Klausdorf im Südwesten Brandenburgs. Foto: Patrick Pleul
Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg, spricht mit Feuerwehrleuten im Wald. Foto: Michael Kappeler
3 von 7
Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg, spricht mit Feuerwehrleuten im Wald. Foto: Michael Kappeler
Im Boden der vom Feuer betroffenen Region stellt Munition aus dem Zweiten Weltkrieg eine zusätzliche Gefahr dar. Foto: Patrick Pleul
4 von 7
Im Boden der vom Feuer betroffenen Region stellt Munition aus dem Zweiten Weltkrieg eine zusätzliche Gefahr dar. Foto: Patrick Pleul
Zwischen Frohnsdorf und Klausdorf in Brandenburg steigen Rauchwolken auf. Foto: Sascha Graf
5 von 7
Zwischen Frohnsdorf und Klausdorf in Brandenburg steigen Rauchwolken auf. Foto: Sascha Graf
Mit Atemschutzmaske kommt ein Feuerwehrmann aus einem brennenden Waldstück. Rund 300 Einsatzkräfte bekämpfen die Flammen. Foto: Patrick Pleul
6 von 7
Mit Atemschutzmaske kommt ein Feuerwehrmann aus einem brennenden Waldstück. Rund 300 Einsatzkräfte bekämpfen die Flammen. Foto: Patrick Pleul
Die Rauchwolken des Waldbrandes treiben bis nach Berlin. Foto: Christian Pörschmann
7 von 7
Die Rauchwolken des Waldbrandes treiben bis nach Berlin. Foto: Christian Pörschmann

Feuerwehrleute kämpfen in Brandenburg gegen einen riesigen Waldbrand. Vorsorglich geräumte Dörfer blieben zunächst verschont. Aber bis die Lage ganz unter Kontrolle ist, kann es dauern.

Ein Wasserstrahl der Feuerwehr inmitten eines von Flammen erleuchteten Waldes. Foto: Patrick Pleul

Berlin (dpa) - Hunderte Einsatzkräfte haben einen riesigen Waldbrand südwestlich von Berlin an diesem Freitag zwar eingedämmt, aber noch nicht unter Kontrolle gebracht. Zwei Dörfer in Brandenburg blieben bis auf Weiteres evakuiert.

Die Einsatzkräfte kämpften mit drei Brandherden rund um Treuenbrietzen, sagte ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums am Freitag. «Die Lage ist noch nicht entspannt.» Es sei kein Regen in Sicht und der Wind frische auf.

Das Feuer hatte sich gut 50 Kilometer vor den Toren der Hauptstadt rasch ausgebreitet: Nach zunächst fünf Hektar Waldbrandgebiet stand zuletzt eine Fläche in Flammen, die 400 Fußballfeldern entsprach. Gleichzeitig wurden neue Feuer aus der Nachbargemeinde Jüterbog gemeldet. Nach Angaben der Stadtverwaltung standen dort mehrere Hektar Fläche auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Flammen. Die Brandursachen waren zunächst unklar.

Eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark sagte, sie rechne mit tagelangen Löscharbeiten rund um Treuenbrietzen. Die Glut reiche 40 bis 50 Zentimeter tief in den Waldboden. Wann die Bewohner der evakuierten Orte Klausdorf und Tiefenbrunnen in ihre Häuser zurückkehren können, war der Sprecherin zufolge am Freitagnachmittag weiter unklar. «Wir prüfen alle vier Stunden, ob die Sperrung aufgehoben werden kann.» Die Häuser der Dörfer konnten bislang vor den Flammen geschützt werden.

Der Ort Frohnsdorf war bereits am Freitagmittag wieder freigegeben worden. Um die 500 Menschen hatten ihre Häuser in den drei Dörfern südlich von Potsdam am Donnerstagabend verlassen müssen. Sie verbrachten die Nacht bei Bekannten und in einer Notunterkunft.

Das betroffene Areal ist den Behörden zufolge mehr als halb so groß wie die Schadensfläche der mehr als 400 vorhergehenden Brände im Landseit Jahresbeginn zusammengenommen. «Wir haben schon einige große Waldbrände in der Region gehabt. In dieser Dimension, wo es sich zwischen den Ortschaften bewegt, haben wir das noch nicht gehabt», sagte der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Michael Knape.

Rund 600 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, die im Wald liegen, erschwerten die Löscharbeiten. Feuerwehrleute können sich nicht gefahrlos bewegen. «Wir kommen stellenweise nicht ran, nur von befahrbaren und geräumten Wegen», sagte ein Sprecher der Einsatzleitstelle. Die Kräfte sind daher auf Unterstützung aus der Luft angewiesen, etwa von Helikoptern. Unter anderem vom Technischen Hilfswerk (THW) kam die Forderung, dass Löschflugzeuge auch in Deutschland verfügbar sein sollten.

Das Feuer wirkte sich auch auf den Bahnverkehr aus. Betroffen sei die Strecke zwischen Wannsee und Jüterbog, teilte die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) auf ihrer Internetseite mit. Demnach enden die Regionalbahnen des privaten Eisenbahnunternehmens bereits in Treuenbrietzen. Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen. «Teilweise ist aber auch ein Ersatzverkehr nicht möglich, weil die Straßen gesperrt sind», sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag.

Südwestwind hatte die Rauchschwaden in der Nacht in die Hauptstadt hineingetragen. Die Bewohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, erklärte die Feuerwehr. Außerdem sollten Lüftungsanlagen kontrolliert werden. Am Freitagvormittag drehte sich der Wind allerdings und der Rauch zog aus der Stadt ab. Eine Sprecherin des DWD erklärte am Freitag, es könne in der Nacht zu Samstag aber erneut zu einer Rauchbelastung in Berlin kommen.

Mitteilung zu Evakuierung

Mitteilung ODEG

Wald in Flammen - Warum ist Brandenburg so häufig betroffen?

Munition im Wald erschwert in Brandenburg nicht nur die Löscharbeiten - sie kann auch Ursache von Bränden sein. Die Munition stammt aus dem Zweiten Weltkrieg. «Sie wurde insbesondere in den letzten Kriegstagen 1945 verschossen oder vergraben, damit sie nicht den Alliierten in die Hände fällt», sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Schauplatz waren demnach insbesondere die Waldgebiete. Gerade die aktuell von Waldbränden betroffene Region um Treuenbrietzen sei damals ein sehr umkämpftes Gebiet gewesen.

Zu Bränden ohne Zutun des Menschen kann es kommen, wenn die Munition etwa durch Wind und Wasser wieder an die Oberfläche kommt, wie Engel erläutert. Es könne zu Bränden kommen, wenn phosphorhaltige Munition unter Sonneneinstrahlung mit Sauerstoff in Kontakt komme und leicht brennbares Material wie trockene Kiefernadeln vorhanden sei. Das sei aber keine Explosion, erläuterte Engel.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul

Kommentare