Riesiger Schlag gegen die Camorra bei Neapel

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Bei den Razzien gegen insgesamt drei in der Gegend am Vesuv tätige Camorra-Clans wurden mehr als 80 Mafiosi festgenommen

Rom/Neapel - Italienische Sondereinheiten haben am Mittwoch in einem “Operation Pandora“ genannten Großeinsatz der neapolitanischen Mafia einen schweren Schlag zugefügt.

Bei den Razzien gegen insgesamt drei in der Gegend am Vesuv tätige Camorra-Clans wurden mehr als 80 Mafiosi festgenommen, wie italienische Medien berichteten. Erheblich ist aber vor allem auch der finanzielle Schaden, den die Aktion von Carabinieri und Finanzpolizei der Mafia dabei zugefügt hat. Güter im Wert von etwa 60 Millionen Euro wurden beschlagnahmt oder versiegelt - 65 Betriebe, 210 Gebäude und 160 Fahrzeuge. Gesperrt wurden im Zuge der Razzien auch annähernd 600 Konten des organisierten Verbrechens.

Angerückt waren die Sondereinheiten mit insgesamt 86 Haftbefehlen, die Mafiosi der Familienclans Gallo, Limelli und Vangone hinter Gitter bringen sollen. Sie hatten sich nach den Angaben der Staatsanwaltschaft auf ein ganzes System krimineller Aktivitäten spezialisiert, von Geldwäsche über Drogenhandel bis zur Erpressung. Einer der Familienclans importierte vor allem Kokain aus Spanien.

Mehr als die Festnahmen schädigten die Camorra die erheblichen Beschlagnahmungen, erklärte der nationale Anti-Mafia-Staatsanwalt Pietro Grasso: “Ein Mafioso, der im Gefängnis sitzt, ist schnell ersetzt, es ist aber viel schwieriger, das jetzt Beschlagnahmte zu ersetzen.“ Den italienischen Ermittlern und Sondereinheiten sind gerade in der jüngsten Zeit schwere Schläge gegen das organisierte Verbrechen in Kampanien, Kalabrien und auf Sizilien gelungen.

dpa

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