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Harte Strafe: Wada sperrt Russland für vier Jahre

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Schneechaos und Regenfluten im Salzburger Land und Tirol 

Unwetter und Lawinen: Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß - Lage bleibt angespannt

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In Bad Gastein ist eine Mure abgegangen. Zwei Häuser wurden dabei komplett zerstört.
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  • Markus Zwigl
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  • Isabelle Skubatz
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Pongau - Murenabgänge und Überflutungen halten derzeit die Salzburger Rettungskräfte auf Trab. Hunderte Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten, zahlreiche Häuser mussten evakuiert werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Starkregen und Schneemassen haben in Österreich zu Muren- und Lawinenabgängen sowie Stromausfällen geführt.
  • Hunderte Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten.
  • Brennerautobahn am Sonntag zeitweise komplett gesperrt.
  • Spektakuläres Lawinenvideo aus Osttirol geht viral.
  • Mehrere Personen sind in Karneralm eingeschlossen.
  • Ein 80-Jähriger wurde durch einen Murenabgang getötet.

Update, 18.40 Uhr: Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß

Am Montag verschafften sich Spezialisten aus der Luft ein genaues Bild der Lage in den betroffenen Gebieten entlang des Alpenhauptkamms. Die Flugaufnahmen zeigen das riesige Ausmaß der Murenabgänge im Gasteinertal. Die Zivilschutzwarnung wurde am Nachmittag aufgehoben. Wichtige Straßen bleiben weiterhin durch die Muren blockiert.

Aber die Wetterlage bleibt in den österreichischen Bundesländern Kärnten, Salzburg, Tirol weiter angespannt. Schon in der Nacht auf Dienstag erwarten die Wetterexperten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Osttirol und Ostkärnten „einiges an Niederschlag“. Die Lawinengefahr ist weiter hoch.

Das Problem sei erneut ein „Staueffekt von feuchten Luftmassen an der Alpensüdseite“. „Die Alpen stehen dann da wie eine Staumauer, man spricht dann auch vom Südstau“, erklärt Thomas Wostal von der ZAMG gegenüber der dpa.

Update, 16.48 Uhr: 250 Bewohner in Martell von Außenwelt abgeschnitten

Der Ort Martell in Südtirol ist am Montag wieder erreichbar, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. „Momentan spielt das Wetter in unsere Karten“, sagte Martells Bürgermeister Georg Altstätter gegenüber der dpa. Bis zu 250 Bewohner in höher gelegenen Häusern seien aber weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Auch das hintere Martelltal sei noch nicht erreichbar.

Seit Anfang November hatte sich in den Bergen bis zu zwei Meter Neuschnee angesammelt, heißt es in dem Lagebericht des Bürgermeisters auf der Webseite der Südtiroler Landesverwaltung.

Die Situation hatte sich am Sonntag (17. November) zugespitzt. Eine sogenannte Eberhöfer-Lawine streifte das Dorf Martell, wie ein extremes Facebook-Video von Christian Gurschler dokumentiert, das am Sonntag auf Facebook viral ging. 

Ein Zeuge des Lawinenabgangs kommentiert die Bilder im breiten Südtiroler Dialekt: „Spinn I? Mein Gott!“ Der Clip zeigt eine Lawine, die alles mitreißt, was in ihrem Weg liegt.

Update, 15.49 Uhr: 650 Gäste können Stubaital verlassen

Im Stubaital wurden am Montagvormittag 650 Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahnen beim Gletscherskigebiet eingeschlossen, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Es wurden Lawinensprengungen durchgeführt und die Schneeraumarbeiten liefen auf Hochtouren und werden bis nachmittags noch beendet werden, so die Zeitung. Mittlerweile ist die Ranalter Straße wieder einspurig befahrbar, sodass die betroffenen Personen das Stubaital nach und nach verlassen können.

Update, 15 Uhr: Zug entgleist in Südtirol

Wie wetter.de berichtet, hat der starke Wintereinbruch in Südtirol dafür gesorgt, dass ein Zug in Pustertal entgleiste, verletzt wurde niemand. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich lediglich zwei Personen im Zug nach Bruneck gereist.

Update, 14.27 Uhr: Drei Wanderer wurden gefunden

Die drei Wanderer, die noch vor wenigen Stunden als vermisst galten, wurden wohlbehalten im Bereich der Karneralm aufgefunden. 

Update, 13.51 Uhr: Murenabgang in Bad Kleinkirchheim fordert einen Toten

Bei dem Murenabgang in Kleinkirchheim wurde eine Person getötet, wie salzburg24.at aktuell berichtet. Durch die Mure wurde das Wohnhaus einen 80-jährigen Mannes zerstört, er selbst wurde von den Schlammassen getötet.

Update, 13.40 Uhr:  Bad Gastein von Außenwelt abgeschnitten

Besonders angespannt ist die Lage derzeit auch in Bad Gastein. Hier ist in der Nacht auf Montag eine Mure abgegangen und hat zwei Häuser komplett zerstört. Zwei Frauen wurden unter den Trümmern verschüttet. Eine Bewohnerin konnte von den Einsatzkräften rasch geborgen werden, die zweite erst nach etwa zwei Stunden. 

Murenabgang in Bad Gastein schneidet Ort von Außenwelt ab

Seit dem dramatischen Murenabgang ist der Ort nicht über Straßen erreichbar. "Bei uns brennt der Hut. Laufend rutscht irgendwo etwas", beschreibt Bürgermeister Gerhard Steinbauer in einem kurzen Telefonat mit salzburg24.at die aktuelle Lage.

Update, 13.13 Uhr: Zell am See ruft Bundesheer zu Hilfe

Zell am See hat um die Unterstützung des Bundesheers gebeten. Herbert Reischl vom Katastrophenschutz des Landes berichtete salzburg24.at, dass die große Gefahr vor Murenabgängen derzeit immer noch akut sei. Derzeit fliegen Drohnen im Pinzgau, um einen Überblick der Lage zu erhalten. 

Bezirkshauptmann Bernhard Gratz bittet um „Verständnis, dass wir nicht in allen betroffenen Gebiete gleichzeitig sein können, sondern je nach Gefahrenlage Prioritäten setzen müssen. Aber wir kümmern uns um alles so schnell wie möglich.“ Das berichtet salzburg24.at.

Update, 12.48 Uhr: Suchaktion nach vermissten Wanderern

Wie salzburg24.at berichtet, läuft derzeit eine Suchaktion nach drei vermissten Wanderern in Ramingstein. Die Gemeinde wurde, neben vielen weiteren Gemeinden, von heftigen Unwettern stark getroffen. Im Gespräch mit salzburg24.at bestätigte die Polizei Salzburg die Suchaktion nach den drei Wanderern aus Polen.

Die Feuerwehr Ramingstein ist derzeit unter anderem beschäftigt, Verkehrswege freizuräumen. Der Fokus läge dabei auf der Straße, die in die Karneralm führt, denn dort seien mehrere Personen eingeschlossen worden. Ein Hubschrauber ist im Einsatz, es wird versucht, mit den Personen Kontakt aufzunehmen.  

Update, 12.07 Uhr: Einsatzkräfte suchen Vermissten

In Bad Kleinkirchheim traf eine Mure ein Wohnhaus. Eine Person werde bislang vermisst, die Suchaktion sei soeben gestartet, berichtete Bürgermeister Matthias Krenn gegenüber salzburg24.at.

"Die hintere Seite des Hauses ist total eingedrückt, es steht nur noch die Vorderfront", so der Bürgermeister. Man hoffe nun, dass sich niemand mehr im Haus befinde. Die Person, die derzeit als vermisst gilt, sei etwa eine Stunde vor dem Abgang der Mure noch gesehen worden. Die Fahrzeuge der Hausbesitzer ständen vor dem nun zerstörten Gebäude, so salzburg24.at.

Update, 10.45 Uhr: Mure begräbt B311 unter sich

Am Sonntag ging erneut eine Mure im Pongau ab. Die Einsatzkräfte, die seit Freitag im Dauereinsatz arbeiten, konnten sich in letzter Sekunde retten, bevor die Mure die Pinzgauer Straße (B311) unter sich begrub, wie salzburg24.at berichtet.

Im Gespräch mit dem Nachrichtenportal beschrieb der Feuerwehrkommandant Markus Buzanich den Schreckmoment: Man habe ein Krachen im Wald gehört, sofort habe er den Feuerwehrlern das Kommando gegeben, sich schleunigst zurückzuziehen. „Wir sind gerade weggelaufen, in diesem Moment hat es schon gekracht.“ Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, so Buzanich gegenüber salzburg24.at.

Update, 8.35 Uhr: Mure trifft und zerstört Wohnhaus

In der Nacht von Sonntag auf Montag traf eine Mure zwei Wohnhäuser in der Gemeinde Bad Gastein (Pongau) und riss beide Gebäude weg, wie salzburg24.at berichtet.

Die Rettungskräfte konnten zunächst eine Person retten, eine weitere wurde im Haus eingeschlossen. Das Problem bei diesem Rettungseinsatz war, dass die Häuser an einem Hang gelegen hatten, welcher die Gebäude gefährdete, wie die Zwetung weiter schreibt.

Nach zwei Stunden konnte die eingeschlossene Frau aus dem Wohnhaus gerettet werden.

Update, 6.45 Uhr: Lawinenabgänge in Osttirol und am Stubaier Gletscher

Starkregen und Schneemassen haben in Österreich zu Muren- und Lawinenabgängen sowie Stromausfällen geführt. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Es besteht weiter Lawinengefahr. Auch in Südtirol sorgt der Schnee für Probleme.

Am Sonntag kam es zu einem Lawinenabgang in Prägraten in Osttirol, bei dem niemand verletzt wurde. Laut ersten Einschätzungen wurden zwei Häuser beschädigt. Das Dorf mit rund 900 Einwohnern ist von der Außenwelt abgeschnitten. Für die Mitarbeiter der örtlichen Stromversorgung Tienetz herrschte in Osttirol Hochbetrieb, am Nachmittag waren rund 2500 Haushalte ohne Strom. 90 Monteure gaben im ganzen Bezirk ihr Bestes, um die Stromversorgung wiederherzustellen, der Energieversorger sprach gegenüber der Tiroler Tageszeitung von einer Situation, "die wir noch nie hatten".

Am Sonntag erfasste eine Lawine nahe der Talstation des Stubaier Gletschers ein Auto. Die sechs Menschen im Wagen blieben unverletzt. Im Tiroler Stubaital ist die Zufahrtsstraße infolgedessen gesperrt worden. Dutzende Menschen müssen die Nacht in den Räumen der Gletscherbahn verbringen. Auch die Brennerautobahn musste am Sonntag zeitweise zwischen Brixen und Sterzing gesperrt werden.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) warnte vor einer „extremen Wettersituation". So regnete und schneite es in den vergangenen 48 Stunden bis Sonntag Früh stellenweise mehr, als in einem gesamten durchschnittlichen November. Am Sonntagabend sollten Regen und Schneefall langsam nachlassen und in der Nacht auf Montag allmählich abklingen. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik warnt allerdings, dass es in der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selbst in Osttirol und Oberkärnten stellenweise wieder kräftig regnen und schneien kann.

Update, Montag (18. November), 6.30 Uhr: Murengefahr weiterhin groß

Das Land Salzburg hat in der Nacht auf Montag einen aktuellen Lagebericht herausgebracht: Demnach waren waren am Sonntag in den drei vom Starkregen betroffenen Bezirken mehr als 1.600 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung und Polizei im Einsatz. Vom Unwetter sind insgesamt 35 Gemeinden betroffen. Für Großarl, Hüttschlag, Bad Hofgastein und Muhr im Lungau ist nach wie vor die Zivilschutzwarnung aufrecht. Am Montag bleibt die Volksschule Embach geschlossen, für die Schulen in Zell am See wurde ein Notbetrieb eingerichtet. Bisher liegen den Behörden keine Informationen über verletzte oder verunglückte Personen vor.

50 Evakuierungen im Pinzgau durchgeführt

Im Pinzgau wurden Evakuierungen aus 50 Gebäuden vorgenommen. Am Nachmittag kamen zu den 23 bisherigen noch 13 in der Gemeinde Bruck und 14 in Fusch hinzu. Hauptbetroffen sind die Gemeinden Viehofen, Saalbach, Lend-Embach, Rauris, Taxenbach, Fusch, Zell am See, Piesendorf, Niedernsill, Uttendorf, Wald-Königsleiten und Stuhlfelden betroffen. 

Derzeit nicht erreichbar sind neben dem Zentrum der Bezirkshauptstadt auch Embach, Teile von Thumersbach, das hintere Raurisertal sowie der Ortsteil Brandenau in den Gemeinden Bruck und Taxenbach. Allein im Pinzgau waren heute 700 Feuerwehrkräfte und 40 Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz. Von den insgesamt 29 Ortsfeuerwehren waren 26 im Einsatz.

Pongau: 15 Gemeinden betroffen

Im Lungau wurde die Murtalbahn von Tamsweg bis Murau gesperrt. Betroffene Gemeinden sind Ramingstein, Tamsweg, Unternberg, St. Margarethen, Muhr, Zederhaus und Mariapfarr. Insgesamt wurden 20 Evakuierungen aus Gebäuden durchgeführt, davon elf in der Gemeinde Muhr, in Ramingstein acht und eine in Zederhaus. Im Lungau waren heute 300 Kräfte der Feuerwehr, sieben First-Responder-Fahrzeuge des Roten Kreuzes und ein Ambulanzwagen im Einsatz.

Update, 20.45 Uhr - Einsatzstäbe organisieren die Arbeiten

Mittlerweile stieg die Zahl der evakuierten Häuser auf 54. Über etwa 1.300 Rettungskräfte waren am Sonntag im Pinzgau, Pongau und Lungau im Einsatz, wie salzburg24.de berichtet. Wie weiter berichtet wird, werden die Arbeiten durch mehrere Einsatzstäbe organisiert.

Bis auf weiteres ist das Ortszentrum Zell am See nicht mehr erreichbar, weil es wegen Murenabgänge und lokale Überflutungen keine Ein- oder Ausfahrtmöglichkeiten mehr gibt. Auch Embach, das hintere Rauriser Tal und der Ortsteil Brandenau in den Gemeinden Bruck und Taxenbach können nicht mehr erreicht werden.

Seit Freitag sind enorme Regenmengen (bis zu 150 Millimeter) gefallen.  Experten rechnen damit, dass sich die Hochwassersituation in den Nachtstunden entspannen könnte, die Gefahr von Murenabgängen dagegen bleibt wegen der Bodenfeuchte weiter kritisch.

Erstmeldung

Nach dem lang anhaltenden Regen seit Freitag spitzt sich die Situation südlich von Salzburg am Sonntag, den 17. November, immer weiter zu. "Es kommen immer mehr kleinräumige Vermurungen und Überflutungen dazu", sagte der Pinzgauer Bezirkshauptmann Bernhard Gratz laut salzburg24.de. "Die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung haben seit den frühen Morgenstunden die Situation im Bezirk eingehend erkundet und von Rutschungen besonders betroffene Gebiete identifiziert."

Vor allem Zell am See, Bruck und Taxenbach sind besonders stark betroffen. Zahlreiche Einsätze laufen derzeit in den Bezirken Pinzgau und Pongau. Aus Gründen der Sicherheit mussten 23 Häuser evakuiert werden. Über 200 Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Murenabgänge legten Straßen und Bahnstrecken lahm, auch viele Zufahrtsstraßen zu Häusern sind von Überflutungen betroffen.

Häuser in Hanglage besonders gefährdet

Der Katastrophenschutz empfiehlt den Menschen in den betroffenen Gebieten das Autofahren zu vermeiden und weist auf die Gefahr von Dachlawinen hin. In der Gemeinde Muhr im Bezirk Lungau, werden die Menschen angehalten, ihre Wohnhäuser nicht zu verlassen. In Bad Hofgastein ist die Lage für Hausbesitzer in Hanglage besonders ernst. "Aufgrund der massiven Niederschläge haben sich die Bewohner von Gebäuden in Hanglagen sofort zumindest in das erste Obergeschoss zu begeben und dort talseitig bis auf Weiteres aufzuhalten", heißt es laut salzburg24.de in einer Zivilschutz-Warnung.

In vielen Teilen Österreichs sorgte das Italien-Tief "Detlef" am Mittwoch, den 13. November, für Chaos, vor allem in Tirol, im Salzburger Land, in Kärnten und der Steiermark. 

Im Bundesland Salzburg waren fast 600 Feuerwehrkräfte im Einsatz, um dem Wintereinbruch halbwegs "Herr" zu werden.

ma

Quelle: rosenheim24.de

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