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Kinderlähmung

„Äußerst besorgniserregend“: Fall von wilder Polio in Afrika nachgewiesen

Wilde Polio und Kinderlähmung gilt in Afrika eigentlich seit zwei Jahren als ausgerottet. Jetzt vermeldet ein südafrikanischer Staat einen neuen Fall.

Maputo/Brazzaville – 30 Jahre nach dem letzten bekannten Auftreten von wilder Polio gibt es in Mosambik wieder einen Fall, berichtet die Katholische Nachrichtenagentur (KNA). Demnach habe die Afrika-Zentrale der Weltgesundheitsorganisation WHO am Mittwoch (18. Mai) den Fall bekannt gegeben. Regionaldirektorin Matshidiso Moeti soll die Entwicklung als „äußerst besorgniserregend“ bezeichnet haben.

Laut Moeti käme die Nachricht aber „nicht überraschend“: Bereits im Februar habe das südafrikanische Nachbarland Malawi einen Fall von Polio vermeldet. „Das zeigt uns, wie gefährlich dieses Virus ist und wie schnell es sich ausbreiten kann“, so Moeti. Als Reaktion auf den Ausbruch in der Region habe Mosambik zuletzt mehr als vier Millionen Kinder unter anderen in Kirchen und auf Märkten geimpft. Auch Fälle von Masern nehmen weltweit zu, da viele Kinder nicht geimpft werden.

Fall von wilder Polio in Afrika nachgewiesen: WHO erklärte Kontinent 2020 als poliofrei

Seinen Status als poliofreier Kontinent verliert Afrika aber aufgrund der jüngsten Ausbrüche nicht. Der Grund dafür sei, dass es sich laut Genanalyse um eingeschleppte Krankheitsfälle handelt, so die WHO. Die Virenstämme seien bereits 2019 in Pakistan festgestellt worden.

In Afrika gibt es einen neuen Fall von wilder Polio. Unser Foto zeigt ein Kind, das einen Impfstoff gegen das Virus bekommt.

Afrika hat 2020 mit der Ausrottung wilder Polio-Erkrankungen und der damit verbundenen Kinderlähmung einen Meilenstein erreicht. Allerdings treten immer noch Fälle von sogenannten Impf-Polioviren auf. Diese kommen auf, wenn ein zu großer Teil der Bevölkerung nicht ausreichend immunisiert ist. (ter/kna)

Rubriklistenbild: © Nicholas Kajoba/dpa

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