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Ursachenforschung

Studie: Multiresistenter Pilz breitet sich aus – und löst schwere Infektionen aus

Auch in Wohnungen kann der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus auftreten. (Symbolbild)
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Auch in Wohnungen kann der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus auftreten. (Symbolfoto)

Studien zeigen, dass sich in unserer Umwelt multiresistente Pilze befinden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Infektion tödlich enden.

London – 106 von 218 Pilzen sind gegen mindestens ein übliches Medikament resistent, 26 sogar gegen zwei oder mehr Wirkstoffe. Und 23 der Pilzarten befinden sich in unserer Umwelt. Fast jeder Mensch atmet sie täglich ein. Diese Ergebnisse hat ein Forschungs-Team aus Großbritannien und Irland um Johanna Rhodes vom Imperial College London in der Nature Microbiology veröffentlicht.

Besonders gefährlich ist der Pilz Aspergillus fumigatus. Er ist sehr verbreitet und kommt quasi in allen Lebensräumen vor, berichtet die Pharmazeutische Zeitung: in Form eines dunkelgrauen Polsters an feuchten Wänden, im Mülleimer oder aber als mikroskopisch winzige Sporen in der Luft. Für Menschen ohne Vorerkrankungen oder Schimmelpilzallergien ist das in der Regel unproblematisch: Gelangen Sporen in den Körper, kann die Immunabwehr sie ausschalten.

Kombination des multiresistenten Pilzes und Corona-Infektion wäre gefährlich

Doch bei immungeschwächten Personen, etwa durch Aids oder immunsupprimierende Medikation, kann die Infektion mitunter lebensbedrohlich werden. Auch Erkrankungen der Atemwege wie COPD oder Infektionen mit einem Grippevirus oder Corona können in Kombination mit einer Schimmelpilzinfektion gefährlich werden. Auslöser für die schwere Erkrankung, die sogenannte invasive Aspergillose, ist etwa das Pilzgift Gliotoxin. Es wirkt immunsupprimierend.

Forschende der Universität Jena klärten die Wirkung des Toxins vor einiger Zeit auf: Es unterbricht die Kommunikation der Immunzellen und stört damit den Abwehrmechanismus. „Eindringende Keime, in diesem Fall der Schimmelpilz, können sich so leicht in Geweben oder Organen einnisten“, zitiert die Pharmazeutische Zeitung Dr. Oliver Werz, den Leiter der Studie.

Studie lässt vermuten: Ursache für multiresistente Pilze könnte in der Landwirtschaft liegen

„Wir waren bisher nicht sicher, wie die Patientinnen und Patienten solche Infektionen bekommen – ob [die Resistenz] sich in der Lunge während der Behandlung entwickelt, oder ob die sich einnistenden Sporen von vornherein resistent waren“, zitiert Spectrum.com Forscherin Rhodes vom Imperial College London laut einer Pressemitteilung.

Ihre Ergebnisse zeigen: Beides ist möglich. Die Forschenden fanden mehrere Proben aus erkrankten Menschen, die Pilzen aus Umweltproben genetisch so ähnlich waren, dass eine Ansteckung in der Umwelt wahrscheinlich ist. Neben der Medikamenteneinnahme ist eine zweite Vermutung deshalb, dass die Verwendung von Fungiziden (Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Schadpilzen) in der Landwirtschaft zu den gefährlichen Resistenzen führen kann. (tk)

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