Papst brandmarkt Mafia: "Straße des Todes"

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Papst Benedikt XVI. am Abend bei einem Treffen mit Tausenden von Jugendlichen in Palermo.

Palermo - Bei seinem ersten Besuch als Papst in Palermo auf Sizilien hat Benedikt XVI. am Sonntag das organisierte Verbrechen gebrandmarkt: “Gebt den Einflüssen der Mafia nicht nach, denn sie ist eine Straße des Todes.“

Das sagte der Papst am Abend bei einem Treffen mit Tausenden von Jugendlichen auf der Piazza Politeama im Zentrum der süditalienischen Stadt. Die Jugendlichen begrüßten die eindeutige Stellungnahme des Kirchenoberhauptes mit minutenlangem donnernden Applaus, berichteten italienische Medien.

Auf seinem Weg zum Flughafen ließ Benedikt die Wagenkolonne überraschend halten, um in Capaci zu Ehren des Anti-Mafia-Richters Giovanni Falcone und allen anderen Mafia-Opfern Blumen niederzulegen. Falcone, der als Untersuchungsrichter in den 1980er Jahren eine Sonderkommission gegen die Mafia aufbaute, wurde am 23. Mai 1992 mit seiner Ehefrau und drei Leibwächtern auf der Autobahn bei Capaci bei einem Bombenattentat der Mafia ermordet. Er gilt gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Paolo Borsellino, der ebenfalls 1992 einem ähnlichen Anschlag zum Opfer fiel, als Symbolfigur des Kampfes gegen die sizilianische Mafia Cosa Nostra.

Am Vormittag hatte Benedikt die Palermitaner bereits ermutigt, vor den Plagen des organisierten Verbrechens und der Arbeitslosigkeit nicht zu resignieren. “Ich bin heute hier, um Euch zu ermutigen, keine Angst zu haben, klar und deutlich christliche und menschliche Werte zu bezeugen“, sagte das Kirchenoberhaupt bei einer Messe auf der Strandpromenade. Nach Angaben des Vatikansprechers Padre Federico Lombardi nahmen etwa 200 000 Menschen an dem Gottesdienst teil. Benedikt forderte sie auf, sich an dem 1993 ermordeten Anti-Mafia- Priester Don “Pino“ Puglisi ein Beispiel zu nehmen.

Don “Pino“ (Giuseppe) Puglisi, geboren 1937 im Elendsviertel Brancaccio in Palermo, kämpfte gegen die sizilianische “Cosa Nostra“ und deren Machenschaften. Er wurde 1993 nur wenige Monate vor dem Besuch von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. auf der Straße erschossen. Der polnische Papst geißelte darauf in einer Predigt in Agrigent die Mafia für ihre “Kultur des Todes“.

Nach der Messe am Morgen war der 83-jährige Pontifex mit den sizilianischen Bischöfen im erzbischöflichen Palais zu einem Mittagessen zusammenkommen. Am Nachmittag hatte er außerdem Priester, Ordensleute und Seminaristen in der Kathedrale der Stadt getroffen. Gegen 21 Uhr wurde Benedikt in Rom zurückerwartet.

dpa

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