Lichtblick im Kampf gegen Ölpest

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Washington - Nach 84 Tagen Alptraum ein Lichtblick im Kampf gegen die Ölpest: Experten des BP-Konzerns haben einen 100 Tonnen schweren Zylinder über dem Leck am Meeresgrund platziert. *Livestream*

Der 40-Tonnen-Aufsatz in einer Tiefe von etwa 1,6 Kilometern werde nun am Dienstag getestet, kündigte der britische Energiekonzern an. Im Idealfall kann die Kappe den Austritt des Öls ganz stoppen oder zumindest so weit eindämmen, dass es von Schiffen an der Oberfläche vollständig abgepumpt werden kann.

Damit würde zum ersten Mal seit dem Unglück auf der Plattform „Deepwater Horizon” im April kein Öl mehr ins Meer fließen. Allerdings betonte BP, dass ein Erfolg keineswegs sicher sei. Die Kappe sei noch nie unter solchen Bedingungen oder in diesen Tiefen eingesetzt worden, hieß es in einer Erklärung. Der endgültige Verschluss des Lecks soll nach wie vor Mitte August über Entlastungsbohrungen erfolge.

Der Livestream vom Meeresgrund

Auf der Website des Unternehmens ist zu sehen, wie eine Apparatur am Ende des Bohrlochs angebracht wurde. Die Vorrichtung ersetzt eine am Wochenende entfernte Absaugglocke, mit der es nicht gelungen war, das gesamte Öl aus der lecken Leitung abzupumpen. Spätestens übermorgen zeigt sich, ob der neue Versuch erfolgreich war. Seit der Explosion der Bohrplattform vor elf Wochen fließen täglich mehr als 8000 Tonnen Rohöl ins Meer.

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Allerdings müssten zunächst diverse Tests gemacht werden. Damit werde man am Dienstagmorgen (Ortszeit) beginnen. Sie würden zwischen 6 und 48 Stunden dauern. Ziel sei es, das Leck zumindest zeitweise völlig abzudichten. BP-Topmanager Doug Suttles gab sich optimistisch. "Wir machen weiterhin gute Fortschritte.".

Sollte weiterhin Öl ins Meer fließen, stehen Schiffe bereit, um dies abzupumpen. In der Vergangenheit waren diverse Rettungsversuche gescheitert. Seit der Explosion und dem Untergang auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor elf Wochen fließen Tag für Tag schätzungsweise 8200 Tonnen Rohöl ins Meer. Die US-Golfküste ist streckenweise verseucht. Es handelt sich um die schwerste Ölpest in der US-Geschichte.

Die neue "Operation Top Hat 10" sei ein deutlicher Fortschritt zur Deckel-Variante, die seit Wochen im Einsatz ist und nur locker auf dem Bohrloch sitzt. Diese bisherige Kappe kann nur einen Bruchteil des ausströmenden Rohöls aufhalten.

Bereits während des Tests des neuen rund 30 Meter hohen Zylinders, könne die Fontäne aus dem Bohrloch erstmals komplett aufgehalten werden, sagte Allan. "Wir können das Loch komplett abdichten", hoffte er. Auf eine endgültige Lösung muss aber noch voraussichtlich bis Mitte August gewartet werden. Auch wenn die Operation "Top Hat 10" mit einem Erfolg endet, werde BP zwei Entlastungsbohrungen zum Ursprung der Quelle tief im Meeresgrund fortsetzen, betonte Suttles. Dort solle das Steigrohr mit Schlamm und Zement verschlossen werden.

Nach zwei Rückschlägen vor Gericht verhängte die US-Regierung ein neues Verbot für Öl-Tiefseebohrungen. Angesichts der verheerenden Ölpest sei ein Moratorium angebracht, um Menschen und die Natur an der Küste vor den Gefahren neuer Tiefseebohrungen zu schützen, ordnete Innenminister Ken Salazar am Montag an. Das Moratorium solle zunächst bis Ende November gelten, heißt es. Zuvor war die Regierung mit einem ersten sechsmonatigen Verbot in zwei Gerichtsinstanzen gescheitert. Die Richter bemängelten, der Schritt sei nicht ausreichend begründet. Gegen die staatlich verhängte Zwangspause waren Vertreter der Ölbranche vor Gericht gezogen.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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