Ölpest: Super-Schiff braucht mehr Zeit

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Der Supertanker "A Whale" soll das Öl aus dem Golf von Mexiko absaugen.

Washington - Der Testlauf eines zum Ölabsauger umgebauten Riesentankers im Golf von Mexiko ist vorerst ergebnislos verlaufen. Die Umweltkatastrophe hat den Ölkonzern BP bislang über 3 Milliarden Dollar gekostet.

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Die Kosten der schlimmsten Ölpest der US-Geschichte werden für den britischen Ölkonzern BP zu einer immer gigantischeren Bürde. Das Unternehmen bezifferten den bisherigen Aufwand für den Kampf gegen die Umweltkatastrophe am Montag auf 3,12 Milliarden Dollar (derzeit 2,5 Mrd. Euro).

Tests zum Einsatz des Supertankers “A Whale“ (deutsch “Ein Wal“) im Golf von Mexiko verliefen derweil zunächst ergebnislos. Schwere See über die vergangenen 48 Stunden habe schlüssige Resultate verhindert, sagte ein Sprecher der Eignerfirma TMT der Zeitung “Times-Picayune“ am Montag. Experten hoffen, dass das Schiff mit dem Namen “A Whale“ (Ein Wal) bis zu 80 Millionen Liter des Wasser-Öl-Gemischs täglich aufsaugen und trennen kann. Man werde für den Probelauf zusätzliche Zeit brauchen, sagte der Sprecher weiter.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Der Supertanker aus Taiwan ist so hoch wie ein zehnstöckiges Haus und so lang wie dreieinhalb Fußball-Felder. Er kam Mitte vergangener Woche im Golf von Mexiko an. Es ist der erste Einsatz dieser Art für das Riesenschiff. Die taiwanesische Gesellschaft TMT rüstete den Öltanker eigens für den Einsatz im Golf von Mexiko um.

Direkt an der Unglücksstelle können die Experten weiter nur einen Bruchteil des auslaufenden Öls aufsaugen. Am vergangenen Samstag wurden den Angaben zufolge 25 198 Barrel Rohöl (vier Millionen Liter, 3452 Tonnen) von Tankern aufgefangen. Insgesamt seien in den knapp elf Wochen nach der Explosion der Bohrinsel 585 400 Barrel aus der See geschöpft worden.

Schätzungen zufolge fließen mindestens 35 000 Barrel täglich aus der undichten Ölquelle. Damit wären bislang mehr als zwei Millionen Barrel in den Golf von Mexiko geströmt. Frühestens in vier Wochen, wenn eine zweite Quelle angezapft sein soll, kann die auslaufende Ölmenge deutlich verringert werden.

dpa

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