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Von Islamisten verschleppt

Nigeria: Suche nach Dutzenden entführten Mädchen

Nigeria Polizisten
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Polizisten in Nigeria (Archivbild).

Abuja - Suchtrupps durchforsten seit einer Woche den dichten Sambisa-Wald im Norden Nigerias. Sie fahnden nach Dutzenden entführten Schülerinnen.

Knapp eine Woche nach der Entführung von weit über 100 Mädchen aus einer Schule in Nordnigeria suchen Militär und Sicherheitskräfte weiter fieberhaft nach den verschleppten Jugendlichen. Bis zum Montag konnten sich insgesamt 51 von ihnen aus den Händen der Entführer befreien. 78 Schülerinnen werden noch vermisst. Die radikalislamische Sekte Boko Haram soll hinter der Tat stecken.

Das Militär dehnte die Suche am Osterwochenende Medienberichten zufolge auch auf die Grenzregionen zu den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger aus. Es wird befürchtet, dass die Täter die Jugendlichen aus dem Sambisa Forest, wo sie sich verschanzt halten sollen, in andere Länder schmuggeln wollen.

Mädchen in Nacht zum 15. April verschleppt

Die Mädchen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren waren in der Nacht zum 15. April aus einer Schule in dem Ort Chibok im Bundesstaat Borno verschleppt worden. Zahlreiche verzweifelte Eltern warten weiter auf Informationen über den Verbleib ihrer Töchter. Die Extremisten missbrauchen Frauen häufig als Sexsklavinnen.

Am Ostersonntag griff die Sekte eine weitere Schule an, dieses Mal in Yana im Bundesstaat Bauchi. Dabei sei ein fünfjähriges Mädchen getötet worden, sagte Polizeisprecher Haruna Mohammed der Nachrichtenagentur NAN. Die Täter hätten unter anderem mehrere Häuser auf dem Schulgelände sowie den Schulbus in Brand gesetzt. Jedoch seien alle Schüler in Sicherheit, fügte Mohammed hinzu.

Islamisten von Boko Haram

Die Boko Haram, deren Name übersetzt soviel wie „westliche Bildung ist verboten“ bedeutet, attackiert neben Kirchen und Polizeieinrichtungen auch immer wieder Schulen.

Die Gruppe bekannte sich mittlerweile auch zu dem verheerenden Anschlag auf einen Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja, bei dem vor einer Woche vermutlich über 200 Menschen ums Leben gekommen waren. In einem Video, das der französischen Nachrichtenagentur AFP übermittelt wurde, nannte Sektenchef Abubakar Shekau das Attentat einen „kleinen Zwischenfall“. Er kündigte weitere Anschläge an. Zu den entführten Schülerinnen äußerte er sich nicht.

Unterstützung durch Al Shabaab?

Die Zeitung „Punch“ berichtete am Montag, die somalische islamistische Terrorgruppe Al Shabaab habe die Boko Haram bei der Tat unterstützt. Das Blatt berief sich auf einen ranghohen Militärsprecher, der anonym bleiben wollte.

Die Al Shabaab war unter anderem für den schweren Anschlag auf das Einkaufszentrum Westgate in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit Dutzenden Toten verantwortlich. Die Islamisten fordern einen Abzug kenianischer Truppen aus Somalia. Mittlerweile sollen sie dem Bericht zufolge aber den nigerianischen Extremisten nicht nur logistisch helfen, sondern Seite an Seite mit ihnen kämpfen.

Die Boko Haram kämpft seit 2009 für die Einrichtung eines Gottesstaates im Norden Nigerias. Die Regierung, die bereits im Mai vergangenen Jahres den Ausnahmezustand über die Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa verhängt hatte, scheint bisher hilflos in ihrem Kampf gegen die Gewalt. Bei dem blutigen Terror der Gruppe kamen allein seit Jahresbeginn mindestens 1500 Menschen ums Leben.

dpa

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