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«Umwelt-Dinosaurier»

Bauernpräsident Rukwied bekommt «Umwelt-Dinosaurier»

2,6 Kilogramm schwer, gefertigt aus und wenig schmeichelhaft: der "Umwelt-Dinosaurier". Foto: Britta Pedersen
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2,6 Kilogramm schwer, gefertigt aus und wenig schmeichelhaft: der «Umwelt-Dinosaurier». Foto: Britta Pedersen

Beim Film gibt es die Goldene Himbeere für grausige Machwerke. Umweltschützer verleihen einen Dinosaurier als Negativ-Preis. Das Gegenteil einer Auszeichnung geht dieses Jahr an den Präsidenten des Deutschen Bauernverbands.

Berlin (dpa) - Deutschlands wohl peinlichster Umweltpreis «Dinosaurier des Jahres» geht in diesem Jahr an Bauernpräsident Joachim Rukwied. Er erhalte den Negativ-Preis für seine rücksichtslose Blockade einer umweltfreundlichen Agrarreform, teilte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) am Donnerstag mit.

Die Öffentlichkeit sei erschüttert über die erneute Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat, über zu viel Nitrat im Grundwasser und das drastische Insekten- und Vogelsterben, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Rukwied zeige sich aber nicht an einem ernsthaften Dialog mit Naturschützern interessiert. Er halte die Landwirtschaft für nachhaltig und gebe anderen Entwicklungen die Schuld an Umweltproblemen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands reagierte gelassen auf die Auszeichnung: «Der NABU hat mit seinem alljährlichen Ritual bereits eine Reihe verdienter Persönlichkeiten ausgezeichnet. Ich freue mich über diesen «Preis», unter anderem deshalb, weil sie von vielen Berufskollegen und Mitgliedern als Auszeichnung verstanden wird», teilte Rukwied mit. «Wir Landwirte jedenfalls stehen zu unserer Verantwortung für Umwelt und Artenvielfalt.»

Rukwied hatte Anfang Dezember das umstrittene Ja von Agrarminister Christian Schmidt (CSU) zu einer weiteren Zulassung von Glyphosat in der EU begrüßt. Kritiker sehen das Unkrautgift als Gefahr für die Artenvielfalt und halten es für möglicherweise krebserregend. Im Bundestag fordern SPD, Grüne, Linke und AfD einen Ausstieg aus der Anwendung in Deutschland.

Der Nabu macht die industrielle Landwirtschaft in Deutschland, die auf einen möglichst hohen Ertrag pro Fläche und Tier setzt, für das Artensterben mitverantwortlich. Das Szenario des «stummen Frühlings» sei keine Panikmache der Naturschützer, sondern werde in großen Teilen der Agrarlandschaft zunehmend Realität, sagte Tschimpke. Rebhuhn, Feldhamster und vielen anderen ehemaligen Allerweltsarten fehle inzwischen der Lebensraum. Rukwied bekämpft aus Sicht der Naturschützer Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz der Agrarpolitik.

Der Naturschutzbund vergibt den «Umwelt-Dinosaurier» seit 1993 jährlich an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich seiner Ansicht nach beim Umweltschutz negativ hervorgetan haben. Der «Umwelt-Dino» ist eine aus Zinn gegossene rund 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung einer Riesenechse. Zu den Preisträgern zählten bislang verschiedene Minister sowie Vertreter der Industrie. Den Preis versteht der Nabu auch als Gesprächsangebot. Dadurch habe sich auch schon einiges positiv bewegt - zum Beispiel bei der Umweltverträglichkeit von Kreuzfahrtschiffen.

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