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Liebes-Drama unter Greisen

Mordprozess gegen "Opi Marcel" (93)

Reins - Alter schützt vor Liebe nicht - und vor Mord. Aus Wut über zurückgewiesene Zuneigung soll ein heute 93-Jähriger in Frankreich eine 82 Jahre alte Frau getötet haben.

In der nordostfranzösischen Stadt Reims begann am Mittwoch der Prozess gegen Marcel G., der in Medien "Opi Marcel" genannt wird. Der verstört wirkende 93-Jährige kam von Gefängnisbeamten gestützt in den Gerichtssaal. Auf die wiederholte Begrüßung des Vorsitzenden Richters reagierte der Schwerhörige, Frankreichs ältester Gefängnisinsasse, zunächst nicht.

Die Leiche der 82-Jährigen war im Dezember 2011 auf ihrem Hof nahe des Dorfes Saint-Gilles westlich von Reims gefunden worden. Sie wies zahlreiche Spuren heftiger Schläge und Würgemale auf. Nach fünfmonatigen Ermittlungen und zahlreichen Befragungen wurde Marcel G., ein langjähriger Bekannter der verheirateten Frau, festgenommen und durch einen DNA-Test überführt. Seine Uhr mit Blutspuren war am Tatort gefunden worden.

Der Mann gab an, sich von der Frau gedemütigt gefühlt zu haben, in die er nach eigenem Bekunden "ein bisschen verliebt" war. Er sei dann in einer Nacht zu ihr gegangen, um sie zu bestrafen.

Monate vorher war der Ehemann der 82-Jährigen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Weil die Frau plötzlich alleine auf dem Hof war, lud sie Marcel G. ein, bei ihr zu leben, bis sie einen Hausmeister finden konnte. Nach drei Wochen soll sie G. aber wieder weggeschickt und ihm später mitgeteilt haben, dass sie ihn nie wieder sehen wolle.

Der Anwalt der Nebenkläger mahnte, dem Angeklagten dürfe nicht unangebrachtes Mitleid entgegengebracht werden. "Nicht 'Opi Marcel' steht vor Gericht, sondern ein Mann, der eine Frau mit einer seltenen Gewalt umgebracht hat."

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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