Rache als Motiv?

Mindestens 35 Todesopfer bei Überfall auf Casino in Manila

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Bilder einer Überwachungskamera zeigen den bewaffneten Mann im Hotel- und Casinokomplex. Foto: Philippine National Police
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Bilder einer Überwachungskamera zeigen den bewaffneten Mann im Hotel- und Casinokomplex. Foto: Philippine National Police
Spezialeinheiten der Polizei vor dem "Resort World Manila". Foto: Kyodo
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Spezialeinheiten der Polizei vor dem "Resort World Manila". Foto: Kyodo
Auch viele Stunden nach dem Überfall war die Situation noch unübersichtlich. Foto: Bullit Marquez
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Auch viele Stunden nach dem Überfall war die Situation noch unübersichtlich. Foto: Bullit Marquez
Viele Besucher vermuteten zunächst einen Angriff mehrerer Terroristen und versuchten zu fliehen. Foto: Bullit Marquez
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Viele Besucher vermuteten zunächst einen Angriff mehrerer Terroristen und versuchten zu fliehen. Foto: Bullit Marquez
Die Polizei widersprach Behauptungen der IS-Terrormiliz, die den Überfall für sich reklamiert hatte. Foto: Bullit Marquez
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Die Polizei widersprach Behauptungen der IS-Terrormiliz, die den Überfall für sich reklamiert hatte. Foto: Bullit Marquez
Nach Angaben der Polizei wurden im Rucksack des Täters gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt. Foto: Bullit Marquez
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Nach Angaben der Polizei wurden im Rucksack des Täters gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt. Foto: Bullit Marquez
Rauch steigt über dem Hotelkomplex auf. Foto: Bullit Marquez
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Rauch steigt über dem Hotelkomplex auf. Foto: Bullit Marquez

Erst überfällt ein bewaffneter Mann ein Casino in Manila, dann legt er ein Feuer. Es gibt mehr als 30 Tote. Die genauen Hintergründe liegen noch im Dunkeln. Einen Terrorangriff schließt die philippinische Polizei aus.

Manila (dpa) - Bei einem Überfall auf ein Spielcasino in der philippinischen Hauptstadt Manila hat es mindestens 35 Todesopfer gegeben. Nach Angaben der Polizei erstickten sie bei einem Brand, den der mutmaßliche Angreifer gelegt hatte.

Der bewaffnete Mann - angeblich ein Einzeltäter - starb dabei auch selbst. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei aus. Trotzdem reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich.

Die Leichen wurden erst mehrere Stunden nach Beginn des Überfalls im zweiten und dritten Stock des Casinos gefunden, das zu der Anlage "Resorts World Manila" in unmittelbarer Nähe des Flughafens gehört. Bei dem Brand entstand so starker Rauch, dass die Rettungskräfte zunächst nicht ins Gebäude konnten. Mindestens 78 Menschen wurden verletzt - viele davon, als sie in Panik nach draußen flohen.

Der Mann hatte die Anlage gegen Mitternacht gestürmt. Mit einem Schnellfeuergewehr schoss er um sich. Er zielte aber offenbar nicht auf Menschen, sondern nur auf Bildschirme und Fernseher. Nach Angaben der Polizei zündete er dann aber auch Teppiche und Spieltische an, wodurch das verhängnisvolle Feuer entstand. In dem Casino hielten sich nach Angaben von Augenzeugen mehr als 1000 Leute auf.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben von "Resorts World" um 22 Gäste und 13 Angestellte. Darunter sind auch mehrere Ausländer. Vier davon kamen aus Taiwan. Nach Polizeiangaben hat kein einziges Opfer Schusswunden - was gegen die IS-Behauptung spricht, dass ein Selbstmord-Attentäter mit dem Ziel unterwegs war, möglichst viele Menschen zu töten. Manilas Polizeichef Oscar Albayalde äußerte die Vermutung, dass der Täter geistesgestört gewesen sei.

Nach Beginn des Überfalls hatten viele Casino-Besucher aber wohl tatsächlich vermutet, dass es sich um einen Überfall von Terroristen handelte. Auf den Philippinen - einem mehrheitlich katholischen Land - kämpfen Regierungstruppen seit vielen Jahren gegen muslimische Rebellen. Über die Insel Mindanao im Süden des Landes, ein Gebiet mit mehr als 20 Millionen Bewohnern, hat Präsident Rodrigo Duterte kürzlich das Kriegsrecht verhängt.

Im Internet behauptete die Terrormiliz IS, der Täter sei in ihrem Auftrag unterwegs gewesen. Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, betonte jedoch: "Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war." Zur Identität des Angreifers machte er keine näheren Angaben. Der Mann hatte sich später in ein Hotelzimmer geflüchtet und selbst getötet. Angeblich war er zuvor schon von Schüssen des Sicherheitspersonals getroffen worden.

Manilas Polizeichef Albayalde sagte im Radiosender DZBB: "Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht." Nach Angaben der Polizei wurden im Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt.

Auf den Philippinen geht die Armee seit anderthalb Wochen gegen islamistische Rebellen vor, die sich in der Stadt Marawi im Süden des Landes verschanzt haben. Seit Dienstag vergangener Woche gab es bereits mehr als 180 Tote. Die Islamisten behaupten, in Marawi mehrere Dutzend Zivilisten in ihrer Gewalt zu haben. Mehrere zehntausend Menschen sind aus der Stadt geflohen.

Homepage des Hotels

Tod im Casino: "Das ist das Werk eines Verrückten"

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