Mehr als 42 Tote bei Unwetter auf Madeira

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Mehr als 42 Menschen sind bei Unwettern auf Madeira gestorben.

Funchal - Sturzfluten und Schlammlawinen rissen am Samstag auf der portugiesischen Insel mindestens 42 Menschen in den Tod. Mindestens 120 weitere Menschen erlitten Verletzungen.

Rettungsmannschaften haben am Sonntag nach den verheerenden Überschwemmungen auf Madeira in den Trümmerbergen und unter dem Schlamm fieberhaft nach weiteren Opfern gesucht. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt, da es auch noch etliche Vermisste gab. Deutsche Urlauber kamen nach Auskunft des Auswärtigen Amtes offenbar nicht zu Schaden. Die Sturzfluten, die von den Berghängen zu Tal rasten, waren so stark, dass sie alles mitrissen, was ihnen in die Quere kam. Brücken stürzten unter dem Druck des Wasser ein.

Bilder von den Unwettern auf Madeira

Unwetter auf Madeira

Autos und Bäume wurden mitgerissen, Häuser stürzten ein. Selbst ein schweres Feuerwehrfahrzeug wurde mitgerissen und gegen einen Baum gedrückt. Einer vorläufigen Bilanz zufolge wurden etwa 250 Menschen obdachlos. Nach Behördenangaben war es das schwerste Unwetter auf Madeira seit 1993. Zur Unterstützung der Helfer auf der Insel brachte ein Flugzeug am Sonntag von Portugal Ärzte, Bergungsspezialisten und auch Kommunikationsausrüstung nach Madeira. Die auf der Insel stationierten Einheiten der Streitkräfte halfen mit Rettungshubschraubern, bei der Beseitigung von Trümmern und der Reparatur von Brücken. 

Viele Straßen unpassierbar

Eine britische Touristin sagte der BBC am Samstag, Funchal gleiche einer Geisterstadt. “Die Abwässerkanäle können das viele Wasser, das von den Bergen herunterläuft, einfach nicht auffangen“, zitierte die Nachrichtenagentur PA aus dem Interview mit Cathy Sayers. “Sie sind vollkommen mit Schlamm überlaufen.“ Am Sonntag besserte sich das Wetter zwar. Doch viele Straßen waren zerstört oder unpassierbar, was den Einsatz der Rettungskräfte erschwerte. Kaputte Autos, ausgerissene Bäume, Schutt und Geröll machten ein Durchkommen vielerorts unmöglich.

Der portugiesische Ministerpräsident José Socrates sagte, er sei “tief bestürzt“. Die Regierung werde dafür sorgen, dass der Wiederaufbau so schnell wie möglich beginnen könne. Entsetzt zeigte sich auch der aus Madeira stammende Fußballstar Cristiano Ronaldo, der für Real Madrid spielt. “Niemand bleibt bei so einer Katastrophe gleichgültig“, sagte Ronaldo. Er wolle, so weit es in seinen Kräften stehe, bei der Bewältigung der Zerstörungen helfen. Madeira liegt rund 700 Kilometer westlich der marokkanischen Küste im Atlantik. Sie ist ein beliebtes Urlaubsziel und wird wegen ihrer üppigen Vegetation auch als Blumeninsel bezeichnet.

Offenbar keine deutschen Urlauber unter den Opfern

Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte am Sonntag, nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Deutschen verletzt oder gar getötet worden. Der Reisekonzern TUI teilte mit, keines der gebuchten Hotels sei bei dem Unwetter beschädigt worden. “Nach unseren Erkenntnissen geht es allen Gästen gut“, sagte TUI-Sprecher Michael Blum der Nachrichtenagentur DAPD. Seinen Angaben zufolge halten sich derzeit insgesamt 1.400 Urlauber von TUI und dem ebenfalls zum Konzern gehörenden Veranstalter 1-2-Fly auf Madeira auf. Es sei nicht geplant, sie vorzeitig zurückzuholen, da die Reiseziele nicht von dem Unwetter beeinträchtigt seien. Auch der Flughafen sei nach einer kurzzeitigen Schließung wieder offen.

DAPD

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