„Habe nie gedacht, dass ich hier enden könnte“

Ehepaar gewinnt Millionen im Lotto, dann verprassen sie alles

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Jeder Lotto-Spieler träumt wohl von sechs Richtigen. Ein Engländer hat sein ganzes Vermögen allerdings in kurzer Zeit wieder verloren. (Symbolbild)

Die Freude war groß, das Glück kaum zu fassen. Doch dann verprasste das englische Ehepaar seinen gesamten Lotto-Gewinn wieder. Nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen. 

Wie laut muss sein Freudenschrei wohl gewesen sein? Im Jahr 2005 gewann der Brite Roger Griffiths 1,8 Millionen Pfund im Lotto, nach aktuellem Kurs also mehr als zwei Millionen Euro. Nur wenige Jahre später soll der einstige Glückspilz aber nur noch einen Bruchteil davon besessen haben - sieben Pfund, um genau zu sein. Wie war das nur möglich?

Lotto-Millionäre und ihr Lebenswandel nach dem Gewinn

Sie führten bereits ein angenehmes Leben: Schon vor seinem Millionengewinn hatte das Ehepaar nicht schlecht verdient. So arbeitete Roger Griffiths als IT-Manager, seine Frau als Kunsterzieherin. Beide lebten sie in Boston Spa und hatten nie Probleme, die Hypotheken-Raten für ihr Haus zu bezahlen.  

Doch nach ihrem Gewinn kündigten sie ihre Jobs und verbrachten einen großen Teil ihrer Zeit damit, das gewonnene Geld geradezu aus dem Fenster zu werfen. „Wir haben in zehn Tagen wohl 15.000 Pfund ausgegeben“, erinnert sich der einstige Millionär.  

Nach ihrem Gewinn zogen die Griffiths in die vornehme Kleinstadt Wetherby in West Yorkshire um, wo das Ehepaar mit den beiden gemeinsamen Töchtern in einer für 800.000 Pfund luxuriös umgebauten Scheune lebte - zwei Garagen für ihre insgesamt über 50.000 Pfund teuren Sportwägen inklusive. Und auch für ihre Möbel ließen sie einiges springen. 

Außerhalb ihres noblen Domizils führten die Neureichen ebenso ein Leben in Saus und Braus: mit Urlauben in Metropolen wie New York oder Dubai oder zahlreiche Kurztrips nach London oder Rom. 

Lotto-Millionär-Familie aus England: Nach dem Jubel der rasante Fall

Doch dann die große Wende: 2013 gab der ehemalige Millionär der britischen Daily Mail ein Interview, in dem er schilderte, wie er sich innerhalb weniger Jahre vom Glückspilz in einen Pechvogel verwandeln konnte.

Der damals 42-Jährige lebte nun alleine in einem kleinen Häuschen in Harrogate, rund 15 Kilometer von seinem einstigen schicken Eigenheim entfernt. Dort war seine Frau nach ihrer Trennung nämlich geblieben. 

„Ich habe nie gedacht, dass ich einmal hier enden könnte“, so sein trauriges Resümee. „Das einzige, was ich auf keinen Fall tun wollte, war, das ganze Geld zu verschwenden.“ 

Doch genau das scheint geschehen zu sein. Denn gerade einmal acht Jahre später soll bis auf mickrige sieben Pfund alles wieder weg gewesen zu sein. So hat der Hobbymusiker beispielsweise ganze 25.000 Pfund ausgegeben, um eine Schallplatte mit seiner ehemaligen Studentenband aufzunehmen - und das Ganze in einer noblen Hotelbar nahe der Tonstudios in London zu feiern. 

Um das Haus nach einem großen Feuer, das unglücklicherweise wegen eines defekten Boilers ausgebrochen war, wieder zu renovieren, wurde erneut eine große Summe fällig. Nach Finanzkrise und Konjunkturrückgang sowie einiger Fehlinvestitionen soll dann der Rest des Geldes aufgebraucht gewesen sein. 

(Vielleicht eine Warnung an die 50 Dorfbewohner in Finnland? Sie wurden plötzlich Eurojackpot-Millionäre – und feierten das auf unerwartete Art und Weise.)

Video: Macht Geld glücklich? Das sagen die SKL-Millionäre

Lotto: Wer trägt die Schuld an dem dramatischen Lebenswandel der einstigen Millionäre?

An dem finanziellen Niedergang der einst so wohlhabenden Eheleute will Roger entgegen der Behauptungen seiner Frau allerdings nicht alleine Schuld sein. Die hatte zuvor noch behauptet, er habe alles vermasselt und ihrer beider Leben komplett ruiniert. Doch Roger sieht das anders: „Wir beide wollten mehr aus unserem Gewinn machen“, betont der Engländer. Nach dem Gewinn habe er sich durchaus auch dafür verantwortlich gefühlt.  „Ich dachte, ich würde es richtig machen“, gab sich der einstige Millionär enttäuscht. „Wenn du gesagt bekommst, dass du Millionär bist, fühlt es sich grenzenlos an“, erklärte der Lotto-Gewinner. 

Und je mehr Geld man besitzt und ausgeben kann, umso maßloser scheint man zu werden. So scheint es zumindest im Fall der Griffiths gewesen zu sein. Ihre Töchter schickten sie auf Privatschulen oder leisteten sich Eitelkeiten. So gab Roger sein Geld zum Beispiel für Designer-Klamotten oder verschiedene Schönheitseingriffe aus. 

Doch nicht nur er, auch seine Frau habe es mehr als genossen, im Luxus zu schwelgen. „Sie mochte Handtaschen und Shopping und hat viel Zeit bei Louis Vuitton verbracht“, erinnerte sich Roger. 

Schließlich habe sie ihr ausufernder Lebensstil allerdings tatsächlich finanzielle Not gebracht und auch die Beziehung belastet. „Wir haben uns einfach wegen allem in die Haare bekommen“, erinnerte sich Roger. Schließlich sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als auszuziehen - sonst wäre er wohl verrückt geworden. Wie das Onlinemagazin Teddyfeed berichtet, sollen beide inzwischen allerdings wieder neue Partner gefunden haben. Lara versucht sich derzeit als Augenbrauen- und Wimpern-Spezialistin, wie ihr Instagram-Account beweist. Roger lebt zurückgezogen. 

Ein 94-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Oregon erlebte nun vermutlich den Schock seines Lebens. Knapp 6,5 Millionen Dollar landeten fast im Müll. Beim Lotto in Niedersachsen hat ein Spieler einen Mega-Gewinn abgeräumt, doch er meldet sich einfach nicht. Darüber berichtet nordbuzz.de*.

Lotto-Millionär aus England: „Jeder sollte diesen Lebensstil führen“

Wenn man ihm aber zuhört, wirkt es, als würde er auch rückblickend wenig anders machen wollen. „Ich habe den Lebensstil eines Millionärs geführt. Das sollte jeder, der im Lotto gewinnt. Es anders anzugehen, macht keinen Sinn“, meint der einstige reiche Mann. Allerdings wäre es ihm und seiner Familie wohl auch zu wünschen gewesen, die Dinge wäre anders gekommen. 

Roger Griffith steht mit seiner Geschichte nicht alleine da: Auch eine gerade mal 16-jährige Lotto-Gewinnerin hat ihren Gewinn innerhalb kürzester Zeit verprasst. In Bayern durfte sich ein Mann ebenfalls über eine astronomisch hohe Summe freuen. Er erfuhr allerdings erst aus der Zeitung von seinem Glück. Ein anderer bayerischer Lottospieler dagegen verriet, welcher Kniff ihm zu seinem Geldsegen verhalf. 

Panne bei Lotto.de: Der Live-Stream zur Ziehung der Lottozahlen funktionierte am Mittwoch nicht wie üblich. Zwangsausschüttung bei Lotto am Mittwoch: Der Jackpot wird dieses Mal garantiert geleert. Indes gewann eine Familien-Tippgemeinschaft aus Schwerin Millionen beim Lotto, wie nordbuzz.de* berichtet.

Der Besitzer der Marke Louis Vuitton spielt offenbar mit dem Gedanken, sich einen bekannten Spitzenklub aus dem Fußball zu kaufen.

lr

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