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Als Kinder schliefen, stach er achtmal zu

Lebenslange Haft für Mord an Ehefrau und zweifacher Mutter in Salzburg

Auch vor dem Geschworenengericht gestand der 26-jährige Angeklagte seine Tat, er bereue es, vor allem wegen der Kinder.
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Auch vor dem Geschworenengericht gestand der 26-jährige Angeklagte seine Tat, er bereue es, vor allem wegen der Kinder.

Wegen Mordes ist ein 26-jähriger Serbe am Montag von einem Geschworenengericht zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hatte bereits unmittelbar nach der Tat am 21. März 2021 gestanden, dass er seine Ehefrau mit insgesamt acht Messerstichen tötete. Die beiden gemeinsamen Kinder schliefen im Nachbarzimmer. Nach der Tat rief er ein Kindermädchen für die beiden kleinen Kinder, er selbst ging zur Polizeiinspektion am Südtirolerplatz und gestand den Mord.

Salzburg - Mit leiser Stimme sagte der kleine, aber stämmige Angeklagte, übersetzt von einer Dolmetscherin: „Ich bereue was ich gemacht habe, es tut mir leid dass ich meinen Kindern ihre Mutter weggenommen habe“.

Er hätte mit seinen Kindern nach Serbien oder nach Deutschland zu einer Tante flüchten können, aber er wollte sich stellen.

„Sie wollte sich versöhnen“

Nach einer Prügelei mit den Schwiegereltern im Rahmen einer Weihnachtsfeier am 25. Dezember 2020 kam es zu einer ersten Verurteilung im Jänner 2021, darin wurden auch laufende Misshandlungen und Drohungen gegen seine Ehefrau bekannt und in das Urteil einbezogen.

Das Urteil, zwei Monate ohne Bewährung, hatte eine Entlassung am 25. Februar 2021 zur Folge. „Meine Frau rief mich zwei Tage später an und hat mich eingeladen, sie wollte sich mit mir versöhnen, auch wegen der Kinder“. Die Schwiegereltern hätten aber während seiner U-Haft schon einen neuen Ehemann ausgesucht der auf dem Weg von Serbien nach Salzburg gewesen sein soll.

Der Angeklagte will in den Tagen und Wochen danach jeden Abend bei seiner Frau und den Kindern gewesen sein. „Am Abend des 21. März habe ich erfahren, dass der von den Schwiegereltern ausgesuchte Mann schon zur einer Hochzeitsfeier eingeladen hatte, ich habe meine Frau dann gefragt, warum sie mich vier Wochen lang belogen hat“. Sie habe ihn daraufhin ausgelacht und gemeint, sie werde nun die Polizei anrufen, weil er gegen das Kontaktverbot verstoßen habe, „du wirst wieder ins Gefängnis müssen“, soll sie gesagt haben.

Bluttat vier Wochen nach Entlassung

Der geständige Angeklagte hat die Bluttat vier Wochen nach seiner Entlassung aus der U-Haft begangen. Er saß bis 25. Februar 2021 wegen Körperverletzungen und Drohungen gegen den Schwager und die Schwiegermutter im Rahmen einer Weihnachtsfeier im Dezember 2020, bei den Ermittlungen wurden auch die Misshandlungen und Drohungen gegen die Ehefrau seit April 2020 bekannt. „Ich werde dich abschlachten, das macht mir nichts aus“, soll er ihr immer wieder gesagt haben. Das Urteil bei diesem, ersten Prozess: Zwölf Monate Haft, davon zehn Monate auf Bewährung. Im Urteil war aber auch ein absolutes Kontaktverbot festgeschrieben worden.

Der Staatsanwalt präzisierte den Mordvorwurf, so habe der Angeklagte die zweifache Mutter ermordet, „indem er ihr mit einem Keramikmesser (zehn Zentimeterklinge) fünf Stiche in den rechten Hals versetzt hat, dann zusätzlich mit einem Küchenmesser (20 Zentimeterklinge) drei Mal in den Brustkorb gestochen hat, diese insgesamt acht Stiche hatten das Verbluten des Opfers zur Folge“. Die zwei gemeinsamen Töchter, mittlerweile ein und vier Jahre alt, waren zur Tat in der Wohnung.

Der Angeklagte hätte am Abend des 21. März 2021 „dem Ganzen ein Ende bereiten“ wollen. Nach der Tat habe er den Tatort gereinigt, dann eine gemeinsame Freundin angerufen damit diese auf die Kinder aufpasst und sich dann unmittelbar bei der Polizeiinspektion am Bahnhof gestellt. „Zuvor hat er noch bei seinem Schwiegervater angerufen, `deine Tochter ist tot´ fährt ihr in die Wohnung und holt die Kinder ab, Gute Nacht‘“. Der Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten die volle Zurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat, „er kam offenbar nicht damit klar dass seine Ehefrau womöglich einen neuen Freund hatte“.

Jeweils 100.000 Euro Schmerzensgeld gefordert

Opferanwalt Stephan Rieder forderte für die Angehörigen, also die beiden Kinder und die Eltern, sowie den Bruder jeweils 100.000 Euro Schmerzensgeld, „die Mutter des Opfers ist mittlerweile in psychotherapeutischer Behandlung“, so Stefan Rieder.

Strafverteidiger Michael Hofer skizierte ein Familien- und Beziehungsdrama und erinnerte daran, dass sich der Angeklagte unmittelbar nach der Tat selbst gestellt und ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, „das wird er auch in der Verhandlung wiederholen“. Der Streit sei von den Schwiegereltern ausgegangen, die ihn als Schwiegersohn von Anfang an abgelehnt hätten, sie hätten sogar in aufrechter Ehe bereits einen neuen Mann gesucht, „die Ehefrau soll da durchaus mitgemacht haben“. Die beiden Kinder seien die Leittragenden, sie hätten nicht nur ihre Mutter verloren sondern eigentlich auch den Vater.

Zeugin: „Die Schwiegermutter war das Problem“

Eine Freundin von beiden berichtete als Zeugin, das sich die beiden Eheleute unmittelbar nach der Enthaftung versöhnt hätten und sie ihm auch die Wohnungsschlüssel wieder gegeben hätte. „Ab dem 28. Februar hat er bei ihr wieder täglich übernachtet“. Von Gewalttätigkeiten des Ehemannes gegenüber seiner Frau wisse sie nichts. Das Problem in der Beziehung sei die Schwiegermutter gewesen, sie sei gegen die Beziehung gewesen, „und am Ende hat sie es geschafft“.

hud

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