Lahore: Tote bei Angriffen auf Moscheen

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Lahore - Bei Angriffen auf zwei Moscheen einer muslimischen Minderheit sind am Freitag in Pakistan mindestens 70 Menschen getötet worden. Über 80 weitere Personen wurden laut Polizei verletzt.

Die Moscheen liegen in den mehrere Kilometer auseinander liegenden Stadteilen Model Town und Garhi Shuha in Lahore, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Moscheen wurden während des Freitagsgebets mit Granaten beschossen. Die Angreifer nahmen offenbar mehrere Geiseln, wie ein Polizeisprecher berichtete. Ein Angreifer gab von einem Minarett aus Schüsse ab, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Insgesamt sollen sieben Angreifer die beiden Moscheen überfallen haben, davon drei waren Selbstmordattentäter.

Zwei Angreifer wurden festgenommen. Nach Angaben eines Regierungsbeamten trugen die Attentäter in dem Stadtteil Garhi Shuha Munitionswesten. Nach Feuergefechten mit der Polizei sprengten sich dann in die Luft. Die Moscheen werden von der religiösen Minderheit der Ahmadiyya genutzt, die in der Vergangenheit bereits mehrfach Opfer von Angriffen radikaler Sunniten war. Aber einen Angriff derartigen Ausmaßes gab es bislang nicht. Die Mehrheit der pakistanischen Muslime sind Sunniten. Sie schmähen die Ahmadiyya als Häretiker, da diese den Gründer ihrer Glaubensgemeinschaft als den vom Koran angekündigten Mahdi (Messias) der Endzeit betrachten.

“Barbarei“

Unter Druck von sunnitischen Hardlinern hatte die pakistanische Obrigkeit in den 1970er Jahren die Ahmadiyya zur nicht-muslimischen Minderheit erklärt. Sie dürfen sich selbst nicht als Muslime bezeichnen oder muslimische Praktiken wie beispielsweise das Zitieren islamischer Gebete ausüben. Nach eigenen Angaben gehören den Ahmadiyya im 180 Millionen Einwohner zählenden Pakistan rund vier Millionen Anhänger an.

Ein in den USA ansässiges Mitglied der Glaubensgemeinschaft sagte, die Ahmadiyya verurteilten Gewalt und seien wegen des Blutbades sehr betroffen. Der Regierungschef der Provinz Punjab rief zur Ruhe auf. “Unsere Sicherheitskräfte werden diese Bedrohung bis zum Ende bekämpfen“, sagte Shahbaz Sharif. “Anschläge an religiösen Orten sind Barbarei.“

dapd

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