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„Wir hätten wachsamer sein müssen“

Internationales Rotes Kreuz: Interne Überprüfung bringt offenbar Erschreckendes

Yves Daccord ist Generaldirektor des Roten Kreuzes.
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Yves Daccord ist Generaldirektor des Roten Kreuzes.

21 Mitarbeiter sind beim Internationalen Roten Kreuz in den vergangenen drei Jahren entlassen worden oder freiwillig gegangen. Grund dafür war sexuelles Fehlverhalten.

Genf - Die jüngsten Berichte über sexuelles Fehlverhalten von humanitären Organisationen haben das in Genf ansässige Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) dazu veranlasst, eine interne Überprüfung durchzuführen. Dabei ist Erschreckendes herausgekommen. Wie der Sender BBC am Freitag berichtete, seien in den vergangenen drei Jahren 21 Angestellte des Roten Kreuzes wegen sexuellem Fehlverhalten entlassen worden beziehungsweise freiwillig gegangen.

Seit 2006 ist der Kauf von sexuellen Dienstleistungen für Mitarbeiter des ICRC verboten. Die Überprüfung habe ergeben, dass es in den letzten drei Jahren zu zahlreichen Regelverstößen gekommen sei. 

Alle Verantwortlichen sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Der Generaldirektor des ICRC, Yves Daccord, sagte am Freitag, dass es ein „schwieriger, aber wichtiger Tag“ gewesen sei und entschuldigte sich öffentlich: „Dieses Verhalten ist ein Verrat an den Menschen, denen wir dienen. Es ist gegen die Menschenwürde und wir hätten wachsamer sein müssen, um dies zu verhindern."

Auf der offiziellen Seite des ICRC gibt Daccord zu dem Thema ein ausführliches Statement ab und verspricht, dass auf alle zukünftigen Vorwürfe konsequent reagiert und jeder Mitarbeiter, der gegen die Regeln verstoßen hat, zur Rechenschaft gezogen wird.

Mehrere Hilfsorganisationen stehen aktuell unter Verdacht des sexuellen Fehlverhaltens. Mitarbeiter der Hilfsorganisation Oxfam sollen auf Haiti Orgien mit Prostituierten gefeiert haben. Mittlerweile hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) 16 Fälle von sexueller Belästigung in Hilfsorganisationen gemeldet. Bei den Vorfällen zwischen 2012 und 2017 habe es sich jedoch „in keinem Fall um sexuelle Belästigungen von Hilfsbedürftigen“ gehandelt, sagte eine Sprecherin der GIZ. 

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