Hotel-Brand: 141 Gäste evakuiert

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Saalbach-Hinterglemm - Ein Großbrand hat in der Nacht auf Montag das Vier-Sterne-Hotel “Glemmtalerhof” im Salzburger Pinzgau zerstört.

141 Gäste wurden evakuiert und in benachbarten Hotels untergebracht. Zwei Urlauber erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung, sonst wurde niemand verletzt.

Das Feuer brach laut Polizei gegen 22.15 Uhr im vierten Stock oder im Dachgeschoß aus, wo sich auch der Wellnessbereich samt Schwimmbad und Sauna befand. Montagvormittag bekämpfte die Feuerwehr noch die letzten Glutnester im Holzdachstuhl, gegen 14.00 Uhr hieß es “Brand aus”, sagte Polizeisprecher Hannes Seyfried.

Bilder der Zerstörung:

Hotel-Brand in Saalbach-Hinterglemm

Die Besitzer, der Salzburger FPÖ-Landesobmann Karl Schnell und seine Frau Christine, mussten fassungslos mitansehen, wie ihr “Glemmtalerhof” ein Raub der Flammen wurde. Die Wohnung der Hotelbetreiber lag im Dachgeschoß, sie brannte völlig aus. “Eine Katastrophe, es sieht schrecklich aus”, sagte Schnell verzweifelt zur APA. Der Politiker, der auch praktischer Arzt ist, geht von einem Totalschaden des Gebäudes aus.

Ein Hotelangestellter hatte beobachtet, wie Rauchschwaden aus den obersten Stockwerken aufstiegen und Alarm geschlagen. “Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs waren 120 Gäste im Haus”, schilderte der stellvertretende Bezirkshauptmann von Zell am See, Bernhard Gratz. Der “Glemmtalerhof” hat 68 Zimmer. Viele Touristen saßen noch im Speisesaal, sie ließen den Skitag bei einem festlichen Abendessen ausklingen.

Ein belgischer Stammgast beschrieb gegenüber dem ORF die bangen Minuten: “Wir waren noch beim Abendessen, als plötzlich Leute in den Speisesaal kamen und riefen, dass es brennt. Alle sind durcheinandergelaufen. Ich habe meinen Enkel geschnappt und bin auch nach draußen gerannt. Da kamen die Flammen schon aus dem Dach.”

Die verschreckten Hotelgäste – vorwiegend Deutsche und Niederländer – flüchteten ins Freie. Die Einsatzkräfte überprüften anhand einer Gästeliste, ob auch alle Personen das Haus verlassen hatten. Zwei Urlauber fehlten. Vater und Sohn schliefen noch in ihrem Zimmer im zweiten Stock. Richard Ronacher, Ortsfeuerwehrkommandant von Viehhofen, weckte die zwei Erwachsenen auf und begleitete sie aus dem Hotel. Rot-Kreuz-Sanitäter brachten sie ins Krankenhaus. Die Urlauber mussten ihre Habseligkeiten in ihren Zimmern zurücklassen.

Im 50 Meter entfernten Luxushotel Alpine Palace fanden sie eine erste Herberge. Dort wurde eine Sammelstelle eingerichtet, und von dort wurden sie weiteren Beherbergungsbetrieben zugeteilt. Der örtliche Tourismusverband und einheimische Geschäftsleute trugen notwendige Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Toiletteartikel für die gestrandeten Urlauber zusammen.

Obwohl die Situation in der Nacht kritisch war, lief die Evakuierung “ohne Panik” und “sehr geordnet” ab, sagte Bürgermeister Peter Mitterer (V). Er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und beteiligte sich an dem nächtlichen Löscheinsatz.

Rund 350 Feuerwehrleute der umliegenden Feuerwehren aus dem Pinzgau und Pongau kämpften gegen die Flammen an. Drei Drehleitern und eine Teleskopbühne unterstützten den Einsatz. “Ein offener Brand in einem voll belegten Hotel ist ein Supergau, ein Inferno”, rang Ortsfeuerwehrkommandant Michael Eberharter mit den Worten. Mehr als fünf Millionen Liter Löschwasser wurden bisher verbraucht. Der Wasserschaden im Haus ist enorm. Statiker Hans-Jörg Leitner aus Zell am See sagte Montagmittag, dass die Hotelgäste am Nachmittag kurz die Zimmer betreten und ihr Gepäck abholen dürfen.

Die Polizei bezifferte den Schaden nach einer ersten Schätzung auf mehrere Millionen Euro. Im Erdgeschoß des Hotels “Glemmtalerhof” befand sich auch noch ein Sportgeschäft. Der Glemmtalerhof ist versichert. Das Bundeskriminalamt in Wien hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.

AKtivnews/S24

Quelle: rosenheim24.de

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