Hollands Teenager-Seglerin muss an Land bleiben

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Laura Dekker darf vorerst nicht allein die Welt umsegeln.

Amsterdam - Hollands Teenager-Skipperin Laura Dekker sitzt vorerst auf dem Trockenen. Die 14-Jährigedarf frühestens im kommenden Sommer zu ihrer Solo-Weltumseglung aufbrechen.

Das entschied am Freitag das zuständige Familiengericht in Utrecht. Zur Begründung erklärte es, dass ein so langer und durchaus auch gefährlicher Segeltörn vorerst noch “Lauras Gesundheit und ihre geistige Entwicklung gefährden könnte“. Das Gericht folgte einem Antrag des Amtes für Kinderschutz, die 14-Jährige weiter unter dessen Aufsicht zu stellen.

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Das Erziehungsrecht von Lauras Eltern bleibt zunächst bis zum 1. Juli eingeschränkt, so dass sie ihr den Start nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Staates erlauben dürfen. Laura hatte bereits vor der Entscheidung eingelenkt und Kompromissbereitschaft demonstriert: Sie werde den Termin für den Start mit ihrer 8,30 Meter langen Segeljacht “Guppy“ auf Ende Mai oder Anfang Juni verschieben und erst noch das laufende Schuljahr mitmachen, erklärte sie im Jugendjournal des Senders NOS. “Außerdem wird das Wetter ja nun auch immer schlechter“, fügte sie hinzu.

Das Mädchen war in den vergangenen Monaten von Kinderpsychologen und Ärzten untersucht worden. Zudem hatten Schulexperten von Laura genau Auskunft verlang, wie sie während ihrer auf zwei Jahre angelegten Weltreise gedenke, den Unterrichtsstoff zu bewältigen. Die Teenager-Skipperin will versuchen, per Internet Kontakt mit den Lehrern zu halten und ihre Schulaufgaben zur Kontrolle per E-Mail zu schicken.

Das Gericht prüfte nun die Gutachten der Experten. Neben den gesundheitlichen Bedenken gebe es auch noch eine Reihe von Zweifeln hinsichtlich der Sicherheit des Mädchens auf hoher See, erklärte es weiter zur Begründung des Urteils. Zudem sei die Schulbehörde der Ansicht, dass die bisher aufgezeigten Möglichkeiten zur Fernteilnahme am Unterricht noch nicht ausreichten, um der gesetzlichen Schulpflicht zu genügen.

Das Gericht schloss aber nicht aus, dass Laura nach dem 1. Juli endlich in See stechen darf. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass sie “eine normal entwickelte 14-Jährige ist, die es allerdings zu unabhängigem Handeln drängt und dazu, ihren eigenen Weg zu gehen“. Es gebe keine Gründe, ihr den Rekordversuch grundsätzlich zu verbieten.

Erst kürzlich ist in Australien die 16-jährige Jessica Watson allein zu einer Weltumseglung aufgebrochen. Sie will die Tour in acht Monaten geschafft haben. Laura Dekker will sich hingegen fast zwei Jahre Zeit lassen. Wenn sie im Juli 2010 startet, könnte sie bei der Ankunft immer noch die jüngste Weltumseglerin sein.

Derweil scheint sich die geplante Tour der Holländerin zu einem internationalen Medienereignis zu entwickeln. Fernsehstationen hätten große Summen geboten, um sie streckenweise als Reality-Show live übertragen zu dürfen. Lauras Vorhaben hatte weltweit Aufsehen erregt, als sie im August mit 13 Jahren drauf und dran war, allein in See zu stechen. Das Gericht hatte dies im letzten Moment untersagt.

dpa

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