Unruhen wegen Fahrpreiserhöhung

Junge Sportlerin aus Herleshausen gerät bei Karate-WM in die Unruhen in Chile - "Die Straßen haben gebrannt"

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Demonstranten errichten aus Protest brennende Barrikaden: Nach Unruhen wegen Fahrpreiserhöhungen der U-Bahn in Santiago hat Chiles Präsident Pinera am Freitagabend (Ortszeit) den Ausnahmezustand ausgerufen. Mittendrin die 15-jährige Sportlerin Renée Stein aus Herleshausen.

Die 15-jährige Sportlerin Renée Stein aus Herleshausen war eigentlich zur Karate-Weltmeisterschaft in Chile. Dabei geriet sie mitten in die Unruhen in der Hauptstadt Santiago. 

Die Vorfreude bei Renée Stein war riesig. Lange hat die 15-Jährige aus Herleshausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis auf ihre erste Junioren-Karate-Weltmeisterschaft hin trainiert. Die Vorfreude war riesig. 

Aber dann das: Der Ruf nach sozialen Reformen überschattete die Wettkämpfe in Santiago de Chile, mehr als eine Million Menschen gingen auf die Straße. 18 Personen kamen ums Leben.

Das Hotel brannte viermal 

Renée Stein, Sportlerin aus Herleshausen.

Bereits nach der Ankunft in der chilenischen Sieben-Millionen-Metropole am vergangenen Freitag war der Schock für Stein groß. Das Teamhotel befand sich direkt an der Hauptstraße in Santiago de Chile. „Von unserem Hotel konnten wir die Demonstrationen beobachten“, berichtete Stein, die sah, wie sich die Demonstranten Kämpfe mit den Sicherheitskräften* lieferten, wie die Polizei und das Militär mit Gummischrot und Tränengas gegen die Menschen vorgingen und wie Panzer auffuhren. 

Auf den Straßen brannte es. Das Hotel der Luxemburger Karatekas wurde gestürmt. Die Schweizer Sportler mussten fliehen. Gleich viermal brannte ihr Hotel, weil sich am Gebäude eine Filiale der Chilenischen Bank befand. „Uns blieb nichts anderes übrig, wir mussten im Hotel bleiben“, erzählte Stein, „obwohl wir im Trainingslager in Kelkheim vorbereitet wurden, habe ich nicht gedacht, dass es so schlimm wird.“

Nur eingeschränkt Möglichkeit, sich auf Wettkämpfe vorzubereiten

Die Wettkampfvorbereitung war nur eingeschränkt möglich. Abends dachte Stein viel über die Unruhen nach: „Ich war etwas abgelenkt, aber jeder war abgelenkt.“ Unterdessen beschloss der Weltverband, dass keine Zuschauer zu den Wettkämpfen zugelassen wären. 

Und auch noch das: Für den Transport zwischen Hotel und Halle konnten keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen garantiert werden. Die Algerier wurden vor ihrem Hotel blockiert und verpassten deswegen die Wettkämpfe.

Sportlich lief es auch nicht rund

Sportlich lief es für Renée Stein nicht rund. Eine gute Sache hatte das frühe Ausscheiden aber. Sie flog schon am Freitagabend nach Hause und der besorgten Mutter Mara Stein fiel ein Stein vom Herzen, als sie ihre Tochter am Frankfurter Flughafen in Empfang nehmen konnte: „Gott sei Dank ist sie wieder heile zurückgekommen.“

Von Marvin Heinz

*werra-rundschau.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionnsetzwerkes.

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