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Schreckliche Details zu Marmolata-Katastrophe

Opferzahl nach Todes-Lawine steigt: Zwei Deutsche verletzt – Zusammenhang mit bayerischem Camper?

Gletscher Katastrophe Marmolata
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Gletscher-Katastrophe an der Marmolata.

Bozen – Schreckliches Todesdrama in Italien: Bei einem Gletscherbruch an der Marmolata sind mindestens sieben Bergsteiger ums Leben gekommen. Mehrere Personen werden noch vermisst. Die Katastrophe könnte also noch weit größere Ausmaße annehmen – und inzwischen sind weitere Details bekannt:

Update, 17.05 Uhr - Extrembergsteiger Reinhold Messner äußert sich zu möglicher Ursache

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner hat eine Erklärung für das Unglück und war nicht überrascht. „Der Hauptgrund ist die Erderwärmung und der Klimawandel. Diese fressen die Gletscher weg“, sagte der 77-Jährige der dpa. Just an den Abbruchkanten bilden sich dann sogenannte Eistürme – Séracs genannt – „die so groß sein können wie Wolkenkratzer oder Häuserzeilen“, erklärte Messner.

Der Südtiroler, der als erster Alpinist alle 14 Achttausender der Welt bestiegen hatte, kennt Séracs etwa aus dem Himalaya. Er mahnt, Touren auf Eis nur mit Bergführer zu machen. Doch selbst das ist keine Sicherheitsgarantie; nach Medienberichten gehören auch Bergführer zu den Vermissten nach der Dolomiten-Katastrophe.

Vorfälle wie an der Marmolata „werden wir häufiger sehen“, meinte Messner. „Heute gibt es viel mehr Fels- und Eisabbrüche als früher.“ „Die globale Erwärmung kommt aus den Ballungszentren und Städten, von den Autobahnen und Fabriken“, sagte Messner. „Aber wir in den Bergen merken sie, schon seit 30 Jahren sehen wir mit bloßem Auge, wie die Gletscher schmelzen. Dazu muss man kein Wissenschaftler sein.“

Update, 16.22 Uhr - Auswärtiges Amt bestätigt zwei Verletzte aus Deutschland

Auch zwei Deutsche wurden am Sonntag von der Lawine erwischt, die nach dem Gletscherbruch auf gut 3000 Metern Meereshöhe ins Tal donnerte. Das sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die zwei sind verletzt und werden in einem Krankenhaus von Belluno, südöstlich des Unglücksortes, behandelt.

Nach Angaben der Klinik handelt es sich um einen 67-jährigen Mann und eine 58-jährige Frau. Beide würden eng überwacht. Der Honorarkonsul in Bozen und die deutsche Botschaft in Rom sind im ständigen Austausch mit den italienischen Behörden.

Auf dem Parkplatz unterhalb der Marmolata stand am Montag ein Camper mit bayerischem Kennzeichen, nach Angaben von Polizisten war der Wagen bereits am Sonntag dort geparkt und wurde nicht weggefahren. Der Parkschein hinter der Windschutzscheibe lief am Montagmorgen um 9.30 Uhr ab. Ob es sich um das Auto der zwei verletzten Deutschen handelte, war unklar.

Update, 15.05 Uhr - Zwei Deutsche in Lebensgefahr

Angaben der Austria Presse Agentur (APA) zufolge sollen die beiden verletzten Deutschen in Lebensgefahr schweben. Derzeit seien sie auf der Intensivstation des Krankenhauses von Belluno, hieß es. Die Rettungskräfte gehen derzeit nicht davon aus, noch Überlebende zu finden.

Die Zahl der Todesopfer stieg österreichischen Medienberichten zufolge inzwischen weiter an. Stand Montag Nachmittag (4. Juli) konnten bislang acht Todesopfer geborgen werden. 15 Personen gelten derzeit noch als vermisst, acht wurden teils schwer verletzt.

Update, 14.29 Uhr - Zahl der Todesopfer steigt weiter

Die Rettungskräfte in den italienischen Dolomiten haben nach dem Gletschersturz eine weitere Leiche entdeckt. Das bestätigte die Polizei in Trient am Montagnachmittag. Damit steigt die Zahl der Todesopfer, die bei der Lawine am Sonntag am Berg Marmolata ums Leben kamen, auf sieben. Die Behörden vermuten weitere Todesopfer auf dem Berg.

Die Rettungsarbeiten wurden am Montag wegen eines aufziehenden Unwetters zwischenzeitlich unterbrochen. Auch Italiens Ministerpräsident Mario Draghi, der per Hubschrauber das Lagezentrum in Canazei am Fuße des Berges besuchen wollte, konnte dort nicht landen und musste nach Verona ausweichen, um auf ein Auto umzusteigen.

Update, 12.30 Uhr - Auch Deutsche von Unglück betroffen

Bei dem Lawinen-Unglück in den norditalienischen Dolomiten dürften auch zwei Deutsche verletzt worden sein. Davon geht das Auswärtige Amt aus, wie eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. Ersten Informationen zufolge seien die beiden verletzt. Nähere Angaben zu Geschlecht, Alter und Herkunft machte die Behörde am Vormittag (zunächst) nicht. Der Honorarkonsul in Bozen und die deutsche Botschaft in Rom stünden im ständigen Austausch mit den italienischen Behörden, hieß es weiter.

Um die Mittagszeit teilte eine italienische Gesundheitsbehörde in Belluno mit, dass zwei am Berg gerettete Deutsche in einer Klinik in Behandlung lägen. Dabei handle es sich um einen 67 Jahre alten Mann und eine 58 Jahre alte Frau. Beide würden eng überwacht. Geholfen habe, dass das Klinikpersonal Deutsch sprach und Kontakt zur Familie herstellen konnte.

Unterdessen gingen am Montag die Such- und Rettungsarbeiten am mehr als 3340 Meter hohen Berg Marmolata weiter. Hubschrauber und Drohnen suchten das Gebiet ab, 17 Menschen werden nach wie vor vermisst. In Canazei, am Fuße des Berges, trafen unterdessen laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Montag erste Verwandte von Vermissten ein, um bei den Rettungsdiensten nach Informationen zu ihren Angehörigen zu fragen. Die Behörden ermitteln derzeit nach Haltern von Autos, die auf dem Parkplatz abgestellt wurden, der hauptsächlich von Bergsteigern genutzt wird.

Die Erstmeldung:

„Wir haben ein lautes Geräusch gehört, typisch für einen Bergsturz. Danach sahen wir eine Lawine von Schnee und Eis in hoher Geschwindigkeit in Richtung Tal stürzen und wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist“, so schilderte ein Augenzeuge gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA die fürchterlichen Szenen. rosenheim24.de hatte bereits darüber berichtet.

Inzwischen konnten vier der bislang sechs Todesopfer identifiziert werden. Dabei handelt es sich um drei Italiener und einen tschechischen Staatsbürger. Weitere Angaben zur Identität der Opfer machten die zuständigen Behörden bislang nicht. Die beiden anderen bereits geborgenen Todesopfer (dabei handelt es sich um einen Mann und eine Frau) hätten noch nicht identifiziert werden können, hieß es am Montagmorgen (4. Juli) – rund 18 Stunden, nachdem die riesige Eis- und Gerölllawine in unfassbarer Geschwindigkeit über den Gletscher hinabgerauscht war.

Gletscherbruch an Marmolata fordert zahlreiche Todesopfer

Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata. © dpa
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata. © dpa
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata. © dpa
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata
Großeinsatz nach Gletscherbruch mit Todesopfern an Marmolata. © dpa

„Wenig Hoffnung für vermisste Personen“

Die Identifizierung könnte außerdem sehr schwierig und aufwendig werden, da die „geborgenen Leichen von Eis, Steinen und Geröll zerstückelt“ seien. Deswegen sollen am Montag auch DNA-Tests durchgeführt werden. Danach sollen die genetischen Daten mit denen von Familienmitgliedern und Verwandten abgeglichen werden. Insgesamt acht zum Teil schwerverletzte Bergsteiger waren am Sonntag in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Für die rund 20 Personen, die ebenfalls von der Lawine mitgerissen wurden und noch vermisst werden, werden die Überlebenschancen inzwischen als äußerst gering eingeschätzt. „Wir haben wenig Hoffnung, die Vermissten lebend zu finden“, sagte Raffaele De Col, Leiter des Zivilschutzes der Region Trentino, vor Ort gegenüber Medienvertretern. Da die Lawinengefahr im Unglücksgebiet weiterhin sehr hoch ist, musste der Großeinsatz der Rettungskräfte am Sonntagabend vorübergehend unterbrochen werden. Lediglich mit Hubschraubern und Drohnen wurde weiter gearbeitet. Die Such- und Rettungskräfte müssen also auch am Montag zwecks Eigenschutz äußerst vorsichtig vorgehen. Der Zugang zum Marmolata-Gletscher wurde bis auf weiteres gesperrt. Die italienische Alpinrettung hat für die Angehörigen der Bergsteiger eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Halter von 16 Autos am Fuß von Berg noch nicht gefunden

Auf dem Parkplatz am Fuße des Berges, von dem die Aufstiegswege losgehen, wurden – Stand Montagmorgen – 16 Autos gezählt, deren Halter noch nicht ausfindig gemacht wurden. „Wir wissen noch nicht, ob die Wagen den toten oder vermissten Personen gehören oder Leuten, die nichts mit dem Unfall zu tun haben“, sagte der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti. „Wir sind vor Trauer über diese große Tragödie erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien, aber natürlich auch bei den Rettungskräften, die auf der Marmolada im Einsatz sind“, sagte der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in ständigem Kontakt mit seinem Trentiner Amtskollegen steht.

Die Marmolata (italienisch Marmolada, ladinisch Marmoleda) ist der höchste Berg der Dolomiten und Teil der Marmolata-Gruppe. Der Gipfel befindet sich genau an der Grenze zwischen den italienischen Regionen Südtirol und Trentino. Die Marmolata ist ein westöstlich verlaufender Gratrücken, der von der Punta Penia über die Punta Rocca und die Punta Ombretta zum Pizzo Serauta und der Punta Serauta führt. Dieser Gratrücken bricht nach Süden in einer geschlossenen, zwei Kilometer breiten und bis zu 800 Meter hohen Steilwand ins Ombrettatal ab. Die auf der Nordseite zum Passo Fedaia vergleichsweise sanft abfallende Flanke trägt den einzigen größeren Gletscher der Dolomiten (Ghiacciaio della Marmolada).

mw

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