Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer

Rom - Mehr als 500 Flüchtlinge aus Afrika haben am Wochenende versucht, die italienischen Küsten zu erreichen. Für einige von ihnen endete der Versuch wahrscheinlich tödlich.

Bei einem erneuten Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sollen nach Augenzeugenberichten 31 Menschen ums Leben gekommen sein. Ein Schlauchboot mit 53 Flüchtlingen aus Afrika sei vor der libyschen Küste gekentert und mehr als die Hälfte der Menschen an Bord seien ertrunken, berichteten laut Nachrichtenagentur Ansa die 22 Überlebenden.

Sie waren gerettet worden und kamen am Sonntag auf der süditalienischen Insel Lampedusa an. Die Afrikaner standen unter Schock und waren unterkühlt von der langen Zeit im Wasser.

Eine offizielle Bestätigung für die 31 Todesopfer bei dem Unglück am späten Freitagabend gab es zunächst nicht. Unter den Opfern sollen den Berichten zufolge neun Frauen gewesen sein. Die meisten der Flüchtlinge stammten aus Nigeria, Gambia, Benin und dem Senegal.

Insgesamt wurden am Wochenende mehr als 500 Migranten von der italienischen Küstenwache gerettet und in Sicherheit gebracht. Die letzten 92 Schiffbrüchigen waren am Sonntagnachmittag an Land gebracht worden. Das Flüchtlingslager auf Lampedusa, rund 130 Kilometer von der Küste Tunesiens entfernt, ist Medienberichten zufolge völlig überfüllt: Mehr als 1000 Menschen halten sich dort auf, obwohl das Lager eigentlich nur 350 Flüchtlingen Platz bietet.

Die Insel südlich von Sizilien ist wegen ihrer Nähe zu Afrika seit Jahren für Bootsflüchtlinge das Tor nach Europa. Immer wieder wagen Migranten aus Nordafrika die gefährliche Überfahrt. Ihre Boote sind meist kaum seetüchtig, oft ertrinken Menschen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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