Neue Panne in Großbritannien

„Nicht sicher für den Gebrauch“ - Britische Behörde ruft hunderttausende Corona-Tests zurück

Rund 740.000 Coronavirus-Tests eines britischen Herstellers wurden unter behördlicher Anweisung zurückgerufen. (Symbolbild)
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Rund 740.000 Coronavirus-Tests eines britischen Herstellers wurden unter behördlicher Anweisung zurückgerufen. (Symbolbild)

Corona-Test-Sets einer britischen Firma wurden zurückgerufen. Die Regierung hatten viel Geld investiert. Beraterbeziehungen eines Abgeordneten werfen Fragen auf.


London - Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat veranlasst, dass hunderttausende Coronavirus-Test-Sets zurückgerufen werden. Das bestätigte die Regierung in London am Samstag (8. August). Es handle sich um bis zu 741.000 Tests der Firma Randox. Zur Begründung hieß es, dass die betroffenen Sets möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch seien.

Britische Behörde ruft hunderttausende Corona-Tests zurück: „Nicht sicher für den Gebrauch“


Die britische Regierung hatte Randox im März für 133 Millionen Pfund unter anderem dafür beauftragt, Tests für das Coronavirus* bereitzustellen. Wie der Guardian berichtete, wurde der Auftrag ohne Ausschreibung vergeben. Die Verantwortlichen begründeten diese Entscheidung damit, dass priorisiert wurde, die Testkapazität des Landes möglichst schnell zu erhöhen.

Bedenklich ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson, als Berater für die Firma tätig ist. Das Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments gibt Aufschluss darüber, dass Paterson jährlich 100.000 Pfund, was rund 110.000 Euro sind, für die Tätigkeit erhält.

Coronavirus: Großbritannien leistet sich mehrere Pannen - nicht nur bei Corona-Tests

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind. Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben.

Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben. (lb mit dpa)

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